„Die größten Geheimnisse unserer Erlösung – nämlich das Leiden, der Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus – hat die heilige Mutter Kirche seit apostolischer Zeit alljährlich mit einer ganz besonderen Feier zu begehen versucht. Die wesentlichen Momente dieser Geheimnisse wurden vor allem in einem besonderen Triduum vergegenwärtigt: Christus, «der gekreuzigt, begraben und auferstanden ist». Hinzu kam das feierliche Gedächtnis der Einsetzung der heiligsten Eucharistie“ – so beginnt das allgemeine Dekret Maxima Redemptionis. Liturgicis Hebdomadae Sanctae ordo instauratur, das die Heilige Ritenkongregation (Sacra Congregatio Rituum) im Jahr 1955 veröffentlichte.
Das Ostertriduum beginnt mit der am Gründonnerstagabend gefeierten Messe vom Letzten Abendmahl. Diese drei heiligen Tage (lateinisch: Triduum Sacrum) enden mit der Vesper des Ostersonntags und gelten als eine einzige große Feier des österlichen Geheimnisses.
In der Domkirche zum hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, wurde die Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, dem 2. April, um 18 Uhr von S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof gefeiert. Konzelebranten waren Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, Nikola Lauš, Direktor des Bischöflichen Kanzlei, Pfr. Reinholdt Lovasz, emeritierter Pfarrer aus dem Banat/ nun in Deutschland, sowie P. Gabriel da Costa SDS, Kaplan der Pfarrei Temeswar III – Elisabethstadt.
Während dieser heiligen Messe im Gedenken an das Gebot der Nächstenliebe, das wir von Jesus Christus empfangen haben, wusch der Diözesanbischof zwölf Personen die Füße, als Zeichen der Liebe und Demut. Unter den zwölf Personen befanden sich Mitglieder verschiedener Ordensgemeinschaften und kirchlicher Bewegungen: die Schwestern von Notre Dame, die Schwestern der Vorsehung, Congregatio Jesu, die Franziskanerinnen, Töchter der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, die Kongregation der Töchter des hl. Franziskus von Assisi, die Barmherzigen Schwestern der hl. Johanna Antida Thouret, der Orden der Salvatorianer, die Karmelbewegung, die Schönstattbewegung, die Fokolarbewegung, der Neokatechumenale Weg und Comunione e Liberazione.
In seiner Predigt, die er auf Rumänisch, Ungarisch und Deutsch hielt, erinnerte Generalvikar Johann Dirschl an die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus beim letzten Abendmahl: „Der Evangelist Johannes berichtet, dass Jesus uns einen anderen Weg zeigt: den Weg der Liebe. „Er nahm ein Tuch, band es sich um, goss Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen. Zu Jesu Zeiten war dies Aufgabe der Diener; ein Rabbi oder Lehrer hätte wohl kaum je die Füße seiner Jünger gewaschen. Am Ende sagt Jesus: „auch ihr müsst einander die Füße waschen“. Der Erlöser lädt uns damit zu einer Liebe ein, die keine Gegenleistung erwartet.
Nach dem Schlussgebet trug der Bischof das Allerheiligste in Prozession zum Seitenaltar, dessen thematische Ikone das „Letzte Abendmahl“ darstellte. Die Gläubigen konnten dort bis 22 Uhr im Gebet verweilen.
Als letzter Ritus dieser heiligen Messe fand die Entblößung der Altäre statt: der Bischof entfernte die Kerzen und Altartücher vom Haupt- und den Seitenaltären – ein Zeichen der Verlassenheit und Traurigkeit, die Jesus während seiner Passion erlebte.

Pressestelle der Diözese Temeswar