Am zweiten Tag der Pastoraltage nahmen die Anwesenden vor dem Mittagessen an zwei Vorträgen und Kleingruppendiskussionen teil und am Nachmittag an Erfahrungen und Zeugnissen von Priestern, Ordensleuten und Gläubigen, die in verschiedenen Missionen in anderen Ländern oder sogar auf dem Gebiet der Diözese Temeswar tätig sind.
Der erste Vortrag mit dem Titel „Wie hat die frühe Kirche ihre Mission erfüllt? Mission im Licht der Apostelgeschichte und der Paulusbriefe“ wurde von Pfr. Dr. Zoltán Oláh, Professor am Römisch-Katholischen Theologischen Institut in Karlsburg gehalten. „Das Wort Mission, Missionar im Neuen Testament gibt es nicht, weil dieser Begriff moderner ist.

Allerdings finden wir im Neuen Testament oft die Idee einer missionarischen Kirche, aber nicht unter diesem Wort. Wenn wir das Glaubensbekenntnis sprechen und sagen: „Ich glaube an die eine heilige, katholische und apostolische Kirche“, könnten wir das Wort „apostolisch“ durch das Wort „missionarisch“ ersetzen. Dass die Kirche missionarisch ist, liegt daran, dass ihr Gründer, Jesus Christus selbst, der erste ist, der vom Vater gesandt wurde, und weil die Kirche der mystische Leib Christi ist, ist sie auch apostolisch, d.h. missionarisch. In meinem Vortrag möchte ich Sie einladen, ein wenig darüber nachzudenken, dass die Kirche, um ihre Sendung zu erfüllen, auf einer Pilgerreise, auf dem Weg sein muss. Ecclesia peregrinans. Der Weg, die Reise ist von entscheidender Bedeutung für das Porträt Jesu im Lukasevangelium“ – sagte im einleitenden Teil des Vortrags Pr. Prof. Dr. Zoltán Oláh.
Der zweite Gast war Pfr. Lajos Jávorka, Seelsorger in der Pfarrei Kunszentmiklós (Ungarn). In seinem Vortrag mit dem Titel „Wie können wir den missionarischen Geist in unseren Pfarreien, in unseren Gemeinschaften und in uns selbst lebendiger machen? Pfr. Lajos erzählte viele Erfahrungen aus seiner pastoralen Arbeit, insbesondere im Hinblick auf die Arbeit und Organisation verschiedener Gemeinschaften: Familien-, Jugend-, Pfarr- und Priestergemeinschaften. In seinem Zeugnis erinnerte Pfr. Lajos auch an einige bewegende Momente seiner Begegnung mit dem Heiligen Vater Papst Franziskus. „Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass eine missionarische Gemeinschaft mit nur wenigen Menschen gegründet werden kann. Sowohl im Leben der Heiligen als auch in der Heiligen Schrift sehe ich nur solche Beispiele. Eine kleine Gemeinschaft besteht aus einigen wenigen Menschen, denen ich meine Überzeugungen weitergeben kann, mit denen ich reden kann. Denn wenn die Freude darüber, dass Gott uns liebt, in der Seele eines Menschen erwacht, können wir mit ihm darüber sprechen und diese Freude weitergeben. Denn Mission ist nichts anderes als die Weitergabe der guten Nachricht des Evangeliums. Ich will also nicht zum Missionar einer Ideologie oder einer Religion werden, ich will nur die Freude weitergeben, dass Gott uns liebt. Gott liebt Sie. Und es gibt keinen anderen Weg, das zu tun, als persönlich“ – sagte Pfr. Jávorka.
Gleichzeitig schlug der Pfarrer auch die Themen für die Diskussionen in den Kleingruppen vor: „Erzählen Sie von Erfahrungen, in die Sie impliziert waren und bei denen Sie erlebt haben, dass sich Menschen für die gute Nachricht des Evangeliums öffnen. Was ist der nächste Schritt für mich und die mir Anvertrauten, um missionarischer zu werden“:
„Hier bin ich, sende mich!“ (Jes 6,8)
Während des Nachmittagsprogramms hörten die Anwesenden Zeugnisse von Menschen, die in der Mission tätig sind. So könnte der oben zitierte Vers aus der Heiligen Schrift ein Motto für das Leben und die Arbeit eines jeden von ihnen sein.
Schw. Monica Cojan CJ sprach über ihren Dienst in Kuba. Aus ihren Erzählungen ging eine Welt und eine Gesellschaft hervor, die sich von der uns vertrauten unterscheidet. Es folgte ein aufgezeichnetes Interview mit Pater Aurelian Herciu, der in Afrika, in Kenia, Dienst tut. Auf dem Weg nach Klausenburg machte auch der orthodoxe Priester Nicolae Chiosa, Lehrer am Traian Lalescu National-Kollegium in Reschitza und Schulinspektor, bei den Pastoraltagen in Temeswar Halt, um sein Zeugnis über die Jugendpastoral abzugeben. „Profu“, wie ihn die Schülerinnen und Schüler nennen, betonte: „Es ist bewundernswert, wie sich junge Menschen bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen engagieren.“
Mit der Familie Ișfan, die ursprünglich aus Temeswar stammt, konnten sich die Anwesenden nur auf der Zoom-Plattform treffen, da die Familie in der Republik Moldau, in Chișinău lebt. Mutter Cecilia sprach über ihr Leben, ihre Eltern und ihre 11 Kinder, aus denen sich die Familie zusammensetzt, sowie über die kirchliche Bewegung „Neokatechumenaler Weg“, der sie seit 21 Jahren angehört, und über ihre missionarische Gemeinschaft, die aus mehreren Familien sowie Priestern und Ordensleuten aus verschiedenen europäischen Ländern wie Spanien, Italien oder Polen besteht.
Nach diesen Erfahrungen wurde das Tagesprogramm mit der Vesper und der Heiligen Messe fortgesetzt, die von Domherr Nikola Lauš, dem Direktor der bischöflichen Kanzlei, zelebriert wurde. Für die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe sorgten auch an diesem Tag Herr Cristian Roșoagă, Organist der Pfarrkirche Temeswar IV. Josefstadt, Herrn Iustin Călin und Sschw. Alexandra Văcaru SDC. Ab 20.00 Uhr gab es eine eucharistische Anbetung und die Möglichkeit zur hl. Beichte.
Pressestelle der Diözese Temeswar



















