Attila Puskás (geboren am 6. Februar 1982 in Gălăuțaș / Galócás, Kreis Harghita) schloss sein Studium am Theologischen Institut Karlsburg ab. Zum Priester geweiht wurde er in Karlsburg, am 29. Juni 2012 von Erzbischof György Jakubinyi, für die Diözese Karlsburg. Seine frühere Dienststellen sind: Bistritz von 2012 bis 2013; Hermannstadt I. von 2013 bis 2017; Stânceni, (jud. Mureş) von 2017 bis 2018; Șilea Nirajului von 2018 bis 2019.2019 meldete er sich bei Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar mit der Bitte, seinen Seelsorgedienst in der Diözese Temeswar fortsetzen zu dürfen. Bischof Pál stimmte dem Antrag zu und ernannte ihn zum Pfarrer der Pfarrei Allerhl. Dreifaltigkeit in Reschitz-Govândari. Pfarrer Attila Puskás dient seit mehr als einem Jahr in der Diözese Temeswar – zu diesem Anlass haben wir ihm ein Paar Fragen gestellt:
– Wie haben Sie die Entscheidung getroffen, weiterhin in der Diözese Temeswar zu arbeiten? Warum haben Sie diese Diözese gewählt? Waren Sie schon einmal in dieser Gegend zu Besuch?
– Im siebten Jahr meines priesterlichen Dienstes bemerkte ich in mir und um mich herum, dass Gott etwas (anderes) wollte. Es war schwer zu verstehen, bzw. klar zu sehen was das sein soll. Was ist Gottes Wille? Ich habe verstanden, dass alldies Gnade und Abenteuer erfordert.In seinem apostolischen Schreiben „Evangelii gaudium“ schrieb Papst Franziskus, dass jeder, der das Risiko eingeht, nicht vom Herrn getäuscht wird. Der Papst hat mir Mut gemacht hat, im Sinne, dass ich mich dem Herrn stellen und diese Begegnung annehmen sollte. In der Zwischenzeit wurde der Wunsch in mir stärker, die Schätze und die Vielfalt der Universalkirche besser kennenzulernen. Papst Franziskus wiederholte in Schomlenberg: Der Herr enttäuscht diejenigen nicht, die Risiken eingehen. Er sagte es mir! Die Stimme des Herrn wurde in mir klarer. Ja, ich werde es riskieren! Aber wie dies geschehen würde und was dies alles bedeutete und wie es sich auf das oben erwähnte angeborene Verlangen beziehen würde, war vage. Eine Woche später ging ich erneut zur hl. Jungfrau und Helferin nach Schomlenberg, um all dies zu klären. Es war gerade das Kirchweihfest, am Pfingstsamstag. Ich bat dem Herrn um ein Zeichen. Ich sagtemit: wenn der predigende Bischof die Aussage des Heiligen Vaters, von einer Woche zuvor, wiederholt – damit der, der Risiken eingeht, vom Herrn nicht enttäuscht wird -, werde ich wissen, wo dieses Abenteuer im Willen des Herrn beginnen wird. Und siehe da, Bischof Pál wiederholte die Worte des apostolischen Schreibens. Ich habe um ein Zeichen gebeten und das Zeichen verpflichtet! So habe ich mich bei Bischof Josef-Csaba Pál gemeldet mit dem Wunsch, die Realität der Universalkirche besser kennenzulernen. Nach einem eingehenden und konstruktiven Gespräch wurde ich von Erzbischof Jakubinyi für einige Jahre, für die Diözese Temeswar freigestellt. Ich bat die Hl. Theresa von Lisieux, auf dieser kleinen Missionsreise für mich zu vermitteln!
– Wie war Ihre erste Begegnung mit Bischof Pál und wie haben Sie Ihre Ernennung erhalten?
– Ich reiste vom Szeklerland ins Bistum Temeswar und machte dabei auch eine schöne innere Reise. Ich hatte keine Angst, obwohl ich mich in einer mir völlig unbekannten Diözese befand. Ich wusste, dass die kleine hl. Theresia den Herrn für mich anlächelte! Und lassen Sie mich sagen, dass dieses Lächeln mich liebevoll in einem kurzen, liebevollen Dialog vom Gesicht des Bischof Pál zurück begrüßte, als ich meine Ernennung erhielt. Ich habe viel Vertrauen von Herr Bischof erhalten! Ich bin ein Risiko eingegangen! Bischof Pál ist auch ein Risiko eingegangen! – Wie haben Ihre Familie, Freunde und Bekannten Ihre Entscheidung erhalten?– Ich komme aus einer großen Familie, wir sind acht Geschwister und ich habe eine Zeit lang zusammen mit meinen Eltern in einem zehn-Personen Haushalt gelebt. Dort habe ich gelernt, im größeren Systemen zu leben, zu denken und Harmonie mit Einfallsreichtum auszudrücken. Ich habe gelernt, die Einheit in der Familie zu leben. Und eine der treibenden Kräfte dahinter war das Geschenk der Freiheit untereinander. Deshalb respektierten meine Eltern und Geschwister meine Entscheidung mit großer Freiheit. Unter meinen Freunden und Bekannten wurden unterschiedliche Interpretationen geäußert.
– Wie wurden Sie von der örtlichen Pfarrgemeinde zur Allerhl. Dreifaltigkeit in Reschitz aufgenommen?
– Ich blicke gerne auf die Messe zurück, bei der Dechant Pălie Veniamin mich Vorgestellt hat. Mit einer Reihe von warmherzigen Begrüßungen machten die Gläubigen aus diesem Tag einen Fest. Es stimmt, es gab auch Leute, die sagten, dass sie alle aufgeregt waren, ob ich Rumänisch sprach… Die Realität ist, dass die Mitglieder unserer Gemeinde mit sechs Nationalitäten hauptsächlich rumänische Muttersprachler sind.
– Sie dienen seit fast einem Jahr hier in Reschitza, Sie müssen in der Zeit einige Teile der Diözese kennengelernt haben. Wie sehen Sie im Vergleich zu Ihren bisherigen Dienstorten die Ähnlichkeiten und Unterschiede? Hatten Sie hier Erfahrung, die Sie überrascht haben?
– Diese Seelsorgestelle erinnert ein wenig an die Erfahrungen aus der Zeit als ich vier Jahre lang Kaplan in Hermannstadt war. Ich bin dankbar für die jahrelange Erfahrung, die ich dort gesammelt habe, insbesondere weil Erzdechant Oskar Raicea mir stets erlaubt hat, meine spirituellen Fähigkeiten in der mehrsprachigen Gemeinschaft auszudrücken. Ich muss sagen, dass ich Hermannstadt mit viele gute Werte verlassen habe, denn als ich, als Kaplan, dem Erzdechant meine pastoralen Ideen vorstellte, hörte er mir immer mit großer Zuversicht zu und sagte: „Ich werde Dich nie von irgendetwas Gutes abbremsen.“ Noch mehr, er gab mir einen Schub nach vorn! Die Allerhl.-Dreifaltigkeit-Pfarrgemeinde in Reschitza hat ein breiteres Spektrum an Mehrsprachigkeit. Rumänen, Ungarn, Deutsche, Kroaten, Tschechen und Bulgaren prägen diese Realität. Dies macht die Arbeit schwieriger, bringt aber mehr pastorale Freude. Jetzt suche ich nach dem Willen des Herrn, hier, in dieser Realität. In was und wie will der Heilige Geist, der Herrgott, die Beziehungen, Begegnungen und Dialoge zwischen den Gemeindemitgliedern färben oder neu einfärben?
– Was bereitet Ihnen in der Pfarrei Reschitza Freude und was gibt Ihnen neue Impulse?
– Ich habe eine schöne Gemeinde von Pfarrer Simon Ciubotaru übernommen. Ich erlebe einen frischen Geist in den Gemeindemintglieder. Diese Frische formt und lässt uns den schönen Jesus kraftvoll erleben. Ich bin der Bruder einer großzügigen Gemeinde. Ich bin inspiriert, wenn die Person des Schönen Herrn in der Freude, dem Schmerz und in der Kreativität der Brüder glänzt. Es heilt und erfreut. Die neue Ernte inspiriert und freut mich und gibt Hoffnung. Ich freue mich übrigens auch, dass ich mich gut mit der Seelsorge rumänischsprachiger Gläubiger befassen kann.
– Diese Gemeinde feierte kürzlich ihr 20-jähriges Bestehen. Wie wurde es gefeiert?
– Es ist ein Geschenk Gottes, das wir feiern konnten. Es war ein erhebendes Dankfest für alle und für alles, was der Herr in den letzten Jahren für die Gemeinde gesorgt und sie mit seiner Gnade geschmückt hat. Die Pandemie isolierte die Gläubigen etwas, aber die Jubiläumsfeier zog sie alle zurück in die Gemeinschaft. Deshalb bin ich dankbar für diese Gnade.
– Am 20. Geburtstag der Pfarrei haben Sie den Diözesanbischof mit einem schönen Geschenk überrascht. Woher kam die Idee und wie haben Sie sie umgesetzt?
– Wir vertonten das Motto des Bischofs: Serva eos in nomine Tuo. Wir haben den Herrn, den Gott des Heiligen Geistes, den Meister der Harmonie, um eine Melodie gebeten, um Einfachheit und Bescheidenheit als Zeichen höchster Raffinesse auszudrücken. Diesen Wunsch habe ich den Musikern unserer Gemeinde anvertraut. Mit diesem musikalischen Stück möchten wir zusammen mit unseren Diözesanbischof für die ihm anvertraute Diözese beten: Serva eos in nomine Tuo! Es lohnt sich das anzuhören: https://www.youtube.com/watch?v=6Ik3YNO_evM&feature=youtu.be
– Aus welchen Quellen schöpfen Sie als Pfarrer neue Kraft und Dynamik?
– Die Hauptquelle ist eine konstruktive Begegnung und ein konstruktiver Dialog mit den Priesterkollegen. Ich finde, dass die priesterliche Einheit die notwendigste Kraft ist für mich. Das Geschenk des Zeugnisses ist, dass wir darüber sprechen, wer unser Meister ist!
– Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!






