Die erste apostolische Exhortation von Papst Leo XIV., betitelt Dilexi te – „Ich habe dich geliebt“ (Offb 3,9), wurde am 9. Oktober 2025 veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt, darunter auch ins Rumänische (erschienen im Verlag „Presa Bună“, Übersetzung von Pfarrer Mihai Patraşcu, und auf Deutsch). Dieses Dokument wurde als Hauptthema des Priestertreffens des Dekanats Tschanad am 10. Dezember d.J. gewählt. Gastgeber war die Pfarrei Temeswar VI. Fratelia mit Domherr Adalbert Jäger, dem Seelsorger dieser Gemeinde. Die Anwesenden kamen aus den Pfarreien Tschanad, Altbeschenowa, Groß-Sankt-Nikolaus, Billed, Perjamosch, Hatzfeld und Lowrin. Das Thema der Sitzung wurde von Pfarrer Augustin Bărbuț, Pfarrer von Temeswar IX. Marienheim, vorgestellt.
Das Treffen begann um 10.00 Uhr mit einer Heiligen Messe, zelebriert von Pfarrer Adalbert Jäger, bei der die anwesenden Priester konzelebrierten.
In seiner Predigt betonte Domherr Tamás Bene, Pfarrer von Tschanad und Alt-Beba, dass nicht nur der Advent, sondern das ganze Leben eine Zeit der Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott sei, und dass der Mensch seine wahre Seelenruhe und seinen inneren Frieden nur bei Jesus Christus finden könne.
Zu Beginn seiner Präsentation betonte Pfarrer Augustin Bărbuț: „Ein Teil dieses Dokuments wurde von Papst Franziskus seligen Angedenkens verfasst, doch das Werk wurde von Papst Leo XIV. vollendet. Ähnlich war es auch im Fall der Enzyklika Lumen fidei (Das Licht des Glaubens), die von Papst Benedikt XVI. seligen Angedenkens begonnen und von Papst Franziskus abgeschlossen und veröffentlicht wurde.“
Im Anschluss hob Pfarrer Bărbuț einige Schlüsselworte und Hauptgedanken der fünf Kapitel von Dilexi te hervor:

  • Die Liebe Gottes und die Würde des Menschen – Gott ist derjenige, der zuerst liebt.
  • Die Kirche ist berufen, das sichtbare Zeichen der Barmherzigkeit Christi in der Welt zu sein.
  • Gott offenbart seine Liebe durch Christus, und diese Liebe verleiht jeder Person eine unveräußerliche Würde. Armut, Gewalt und die Ausbeutung von Menschen als bloße wirtschaftliche Ressourcen sind Angriffe auf diese Würde.
  • Der Papst identifiziert mehrere Arten von Armut: materielle (Mangel an Mitteln), geistliche (Entwurzelung, Verlust des Lebenssinns), relationale (Isolation, Einsamkeit), strukturelle (ungerechte Systeme).
  • Der Papst wünscht sich eine Kirche „mit weit geöffneten Türen“, weniger bürokratisch und barmherziger, aufmerksam gegenüber den Leidenden und Bedürftigen.
  • Der Papst nennt Gruppen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern: leidende Kinder, misshandelte Frauen, einsame ältere Menschen, Migranten und Flüchtlinge, ausgebeutete Arbeiter, Opfer von Gewalt, Menschen mit Behinderungen.
  • Mitgefühl allein genügt nicht – es braucht konkrete Handlungen, soziale Initiativen, Bildungsprojekte und persönlichen Dienst. Von den Gläubigen wird verantwortliches soziales Engagement verlangt, nicht ideologischer Aktivismus.
  • Auch die Jugendlichen werden zu sozialem Engagement, Freiwilligenarbeit und zur Übernahme von Verantwortung in der Gemeinschaft ermutigt.

Das Treffen endete mit der Besprechung pastoraler und administrativer Themen.
In den letzten beiden Punkten der Exhortation erklärt Papst Leo XIV.: „Die christliche Liebe überwindet alle Schranken, bringt Fernstehende einander nahe, verbindet Fremde, macht Feinde zu Vertrauten, überwindet menschlich unüberwindbare Abgründe und gelangt in die verborgensten Winkel der Gesellschaft. Die christliche Liebe ist ihrem Wesen nach prophetisch, sie vollbringt Wunder, sie kennt keine Grenzen: Sie ist für das Unmögliche da. Die Liebe ist vor allem eine Art Lebenskonzept, eine Lebensweise. Eine Kirche, die der Liebe keine Grenzen setzt, die keine zu bekämpfenden Feinde kennt, sondern nur Männer und Frauen, die es zu lieben gilt, das ist die Kirche, die die Welt heute braucht.“ (P. 120)
„Sowohl durch eure Arbeit als auch durch euren Einsatz für die Veränderung ungerechter sozialer Strukturen als auch durch eine solch einfache, sehr persönliche und unmittelbare Geste der Hilfe wird jener Arme spüren können, dass die Worte Jesu ihm gelten: »Ich [habe] dir meine Liebe zugewandt« (Offb 3,9).“ (P. 121)

Pressestelle der Diözese Temeswar