Mit der Heiligen Messe am Gründonnerstagabend, der Liturgie zum Gedenken an das Letzte Abendmahl, beginnt das österliche Triduum, d. h. die Drei Heiligen Tage (lateinisch: Triduum Sacrum), die mit der Vesper des Auferstehungssonntags beginnen und als einzigartige Feier des Ostergeheimnisses gelten. An diesen Tagen feiert die Kirche die zentralen Geheimnisse unserer Erlösung: das Leiden, den Tod und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, wie sie in den kanonischen Evangelien beschrieben sind.

Der Ritus der Fußwaschung, in der Domkirche
Im Hohen Dom zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, feierte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, um 18.00 Uhr die Heilige Messe zum Gedenken an das Letzte Abendmahl. Während dieser Heiligen Messe, die uns an das Gebot der Nächstenliebe erinnert, ein Gebot, das wir von Jesus Christus erhalten haben, wusch der Diözesanbischof die Füße von zwölf Personen als Zeichen der Liebe und Demut. Unter den zwölf Personen befanden sich Kandidaten zum ständigen Diakonat und Akolythen aus der Diözese Temeswar sowie vier Leiter von der im Bistum tätigen sozial-karitativen Verbänden: Herr Herbert Grün, Geschäftsführer des Caritasverbandes der Diözese Temeswar, Herr Vasile Fekete-Nagy, Vorsitzender des Malteser Hilfsdienstes, Zweigstelle Temeswar, Herr Eduard Dobre, Direktor des Kolpingverbandes Rumänien und Dr. Victoria Rosoagă, Vorsitzende des Katholischen Ärzteverbandes, Filiale Reschitza.
In der Predigt, die in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache gehalten wurde, erinnerte Generalvikar Msgr. Johann Dirschl an die Einsetzung der Heiligen Eucharistie durch Jesus bei diesem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern. Der Generalvikar sagte: „Die Geste Jesu, der seinen Jüngern die Füße wusch, zeigt uns die Bedeutung der Eucharistie, die wir feiern. Im Licht der Fußwaschung verstanden, ist die Eucharistie ein Ort der Erneuerung für Menschen auf ihrem Weg. Das Leben eines Christen in der Welt ist ein langer, harter Weg. Jesus hat uns die Eucharistie als einen Ort angeboten, an dem wir an Leib und Seele erfrischt werden können für die Reise, die noch vor uns liegt. In der Eucharistie erhalten wir immer wieder die Kraft, unseren Weg zu Gott fortzusetzen“.
Am Ende der Oration (Gebet), die nach der Heiligen Kommunion gesprochen wird, wurde das Allerheiligste Sakrament in einer Prozession getragen und in den Tabernakel des Seitenaltars mit dem großen Bild „Letztes Abendmahl“ der Domkirche gestellt, wo die Gläubigen weiter, bis etwas später am Abend beten konnten.
Als letzter Moment dieser heiligen Messe fand das Ritual des Abräumens der Altäre, eine sogenannte Spoliatio statt, bei dem der Diözesanbischof die Kerzen und Altartücher vom Hauptaltar und den Seitenaltären entfernte, als Symbol für die Verlassenheit und das Leid, das Jesus während der Passion erfahren hat.

Die Feier des Leidens und Sterbens Jesu Christi
„Reinigt den alten Sauerteig, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr seid, ohne Sauerteig, denn unser Pessah, Christus, ist geopfert worden! So lasst uns nun feiern, nicht mit dem alten Sauerteig, auch nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und der Ungerechtigkeit, sondern mit dem Sauerteig der Aufrichtigkeit und der Wahrheit„ – schreibt der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther (1 Kor 5,7). Unser Pessah, Christus, ist geopfert worden“ – dieses höchsten Opfers, des Todes Jesu am Kreuz, gedenkt die Kirche in der Feier des Karfreitags.
Die Feier des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus Christus wurde am 18. April um 15 Uhr von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, in der Domkirche zu Temeswar zelebriert. Konzelebranten waren Domherr Nikola Lauš, Kanzleidirektor des bischöflichen Ordinariats, und Pater Dominiyan Francis OFMConv., ein Missionspriester, der die in der Stadt tätigen römisch-katholischen Gläubigen aus Sri Lanka seelsorgerisch betreut. Der musikalische Teil der Messe wurde vom Exultate-Chor unter der Leitung von Róbert Bajkai-Fábián, dem Organisten der Kathedrale, und dem ökumenischen Jugendchor Harmonia Christi unter der Leitung von Musiklehrer Iustin Călin gestaltet.
Die Karfreitagsfeier besteht aus drei Teilen: dem Wortgottesdienst, der Anbetung des Heiligen Kreuzes und dem Ritus der Heiligen Kommunion. Zu Beginn der Feier schritten der Bischof der Diözese und die Anwesenden schweigend zum Altar, wo sich der Diözesanbischof mit dem Gesicht zur Erde niederwarf.
Die Passion Christi wurde nach dem Johannes-Evangelium gesungen. Der Wortgottesdienst schloss mit den großen Karfreitagsfürbitten.
In seiner Predigt, die in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache gehalten wurde, sagte der Bischof: „Jesus hat alle unsere Leiden am Kreuz getragen. Jedes unserer Leiden, wenn wir es mit dem Leiden Jesu vereinen, hat einen Wert, eine Bedeutung. Es berührt uns in besonderer Weise, wie Jesus sein Leiden lebt, indem er auf die Menschen um ihn herum achtet: seine Jünger, seine Mutter, das gekreuzigte Opfer zu seiner Rechten. Jesus lebt seine Mission bis zum Ende“.
An der Anbetung des Heiligen Kreuzes nahmen alle Gläubigen teil, die das ausgestellte Kruzifix, das auch das Symbol des Heiligen Jubiläumsjahres ist, kniend verehrten.
Schließlich wurde das Allerheiligste Sakrament auf dem Seitenaltar aufgestellt, mit der Kreuzigung Jesu als Hauptikone über dem Heiligen Grab.

Pressestelle der Diözese Temeswar