Die Wallfahrt „Das Brot des Heiligen Stephan“, die seit 2012 jährlich in Mórahalom (Komitat Csongrád-Csanád ), Ungarn, stattfindet, ist zu einem wichtigen Ereignis für die Gemeinden in der Region Homokhátság geworden. Die Veranstaltung, die im Garten der Pfarrei hinter der dem Heiligen Ladislaus geweihten Kirche stattfindet, versammelt Gläubige aus zahlreichen Ortschaften der Region und bietet Gelegenheit zum Gebet, zur Gemeinschaft und zur Feier der Traditionen.
Die Facebook-Seite „Homokország ezer arca“ beschreibt den Geist des Festes sehr treffend: „Die Wallfahrt bringt Jahr für Jahr die Gemeinden aus Homokhátság zusammen, bewahrt das religiöse und kulturelle Erbe der Vorfahren und bietet zugleich die Gelegenheit, mit den Liebsten zusammen zu sein. Die Heilige Messe und die Prozession vertiefen die spirituelle Botschaft, und das gemeinsame Abendessen wird zur Zeit der Begegnung, des Dialogs und der gemeinsamen Freude.“
In einem Werbevideo für die Veranstaltung hob der Bürgermeister von Mórahalom, Zoltán Nógrádi, die Ursprünge des Festes hervor und erinnerte daran, dass der Diözesanbischof von Szeged-Csanád, S.E. László Kiss-Rigó, diese Wallfahrt ins Leben gerufen habe, um die Verbundenheit der überwiegend ländlichen Gemeinden mit dem Land, der Familie, der ehrlichen Arbeit und dem Glauben zum Ausdruck zu bringen – Werte, die die Identität der Ungarn in Homokhátság prägen.
Heuer war S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, der Hauptzelebrant der Heiligen Messe im Rahmen der Wallfahrt am 19. August, die um 19.30 Uhr begann. Mit ihm konzelebrierten Priester aus den umliegenden Pfarreien.
Verleihung des Homokhátság-Preises
Vor der Heiligen Messe fand die Verleihung des Homokhátság-Preises statt. Die diesjährige Auszeichnung wurde Mihály Sipos, Rektor und Vorsitzender der Einrichtung „Wesselényi Népfőiskola és Tájvédelmi Egyesület“, einer herausragenden Persönlichkeit des kulturellen Lebens in der Region um Szeged, verliehen. Die Laudatio hielt Zsolt Gyuris, Bürgermeister der Gemeinde Zsombó.
Der Bürgermeister von Mórahalom, Zoltán Nógrádi, richtete Grußworte an die mehreren hundert Teilnehmer und sprach über die Hoffnung, die aus dem Gebet, der Solidarität und der Kontinuität der Generationen entsteht. Er erinnerte an den Glaubensweg, den die Vorfahren beschritten haben, und an die Verantwortung, diesen an die Kinder und Enkel weiterzugeben, damit sie eine sichere und friedliche Zukunft aufbauen können.
Die Heilige Messe und die Predigt S.E. Josef Csaba Pál
Die Heilige Messe wurde im warmen Licht der Abenddämmerung, der Fackeln und der aus Tausenden brennender Kerzen gebildeten Kreuze gefeiert. Pfarrer István Kopasz, Seelsorger von Mórahalom, begrüßte die Pilger, die zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder mit Bussen angereist waren, sowie den Diözesanbischof von Temeswar, den Hauptzelebranten des Festes.
Im Rahmen der Heiligen Messe wurde das Brot des Heiligen Stephanus gesegnet, ein Symbol für die Einheit, die Verantwortung und die Solidarität der Gemeinden in Homokhátság. Das Brot wurde heuer von der Bäckerei Varga gespendet.
In seiner Predigt hob der Bischof von Temeswar die tiefe Verbindung zwischen dieser Region und dem Heiligen Stephanus hervor, dem Gründer der Diözese Tschanad im Jahr 1030, zu deren Nachfolgern neben der Diözese Szeged-Csanád auch die Diözese Temeswar gehört. Er erinnerte daran, dass der Heilige Gerhard, Lehrer und geistlicher Begleiter des Prinzen Emerich, der erste Bischof dieser Diözese war und damit den Beginn einer tausendjährigen geistlichen Tradition markierte.
Der Diözesanbischof sprach bewegt über die „Lehren des heiligen Königs Stephan I. von Ungarn an seinen Sohn Emerich“: „Es ist beeindruckend, die seelische Tiefe dieses Königs und Vaters zu entdecken. Für ihn waren Familie und Erziehung von grundlegender Bedeutung. Er hat sein Haus und sein Vaterland auf Fels gebaut – auf den Glauben und den Gehorsam gegenüber Gott.“
Der Bischof betonte die Verantwortung der heutigen Eltern: „Lasst auch uns den Entschluss fassen, dass ich und mein Haus dem Herrn folgen. Dann wird es gesunde und schöne Familien geben, und aus ihnen wird sich nicht nur die Kirche, sondern auch die Nation erneuern. Der heilige Stephanus, der um die Schwäche des Menschen wusste, bat um den Schutz der Mutter Gottes. Indem wir das Land der Heiligen Jungfrau Maria anvertraut haben, sind wir zu ihrem Volk geworden – ein riesiges Geschenk, aber auch eine Mission. Haben wir den Mut, vor Gott und der Heiligen Jungfrau Maria zu fragen, wohin wir gehen sollen? Haben wir die Geduld, auf die Antwort zu hören?“
Abschließend lud der Diözesanbischof die Gläubigen ein, Gott alles anzuvertrauen, was ihnen am wichtigsten ist – insbesondere das Leben und die Zukunft der Kinder –, und erinnerte daran, dass wir, wie der heilige Stephanus, dazu berufen sind, auf dem Felsen zu bauen.
Die Fackelprozession und das brüderliche Agape-Mahl
Nach der Heiligen Messe zogen die Gläubigen in einer Fackelprozession los und trugen die Statue des Heiligen Stephanus durch die von Kerzenlicht erhellten Straßen. Die Prozession endete am Veranstaltungshaus „Aranyszöm“, wo die lokalen Behörden alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Abendessen einluden, das im „großen Zelt“ organisiert wurde.
In einem riesigen 1000-Liter-Kessel hatten die Köche bereits am Morgen den Büffelgulasch zubereitet, der den Teilnehmern anschließend gastfreundlich serviert wurde. Das gemeinsame Mahl brachte die spirituelle Botschaft des Festes konkret zum Ausdruck: die aus dem Glauben entstehende Einheit, die Freude des Wiedersehens und die Kraft der Gemeinschaft.
Pressestelle der Diözese Temeswar
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