Der spätere Priester und Ehrenmitglied des Temeswarer Domkapitels wurde am 17. Februar 1881 in Klek, in der Nähe von Zrenjanin / Groß-Betschkerek (heute Serbien) geboren. Er war das zweite Kind von elf Geschwistern der Eheleute Lorenz Lischerong und Barbara Arbeiter, mittelständige Bauern. Sein jüngster Bruder, Kaspar (Gáspár) Lischerong (1889 – 1972), wurde Jesuitenpater in Ungarn und in den Vereinigten Staaten, Missionar in China (im Rahmen der Ungarischen Jesuitenmission) und schließlich, zwischen 1947 und 1972 Apostolischer Administrator der neu errichteten Diözese Daming / Taming (Dioecesis Tamimen(sis)) in der Kirchenprovinz Beijing. Hoch respektiert vom Volk, erlebte er die Hungersnot nach dem Krieg und die kommunistische Verfolgung. Von diesem letzten Regime 1954 des Landes verwiesen, nahm er zwischen 1962 – 1965 am zweiten Vatikanischen Konzil teil und starb später in Chiayi auf der Insel Formosa, Taiwan. Behielt seinen Titel bis zu seinem Tod.


Mathias Lischerong besuchte 1887 bis1892 die Volksschule in seiner Heimatstadt und anschließend zwischen 1892 und 1900 das Piaristengymnasium ebenfalls in Groß-Betschkerek. Im Jahr 1900 begann er das Studium der Theologie in Temeswar, wo er am 31. Januar 1904 durch die Handauflegung des Weihbischofs Dr. Josef Németh zum Priester geweiht wurde.
Nach der Priesterweihe: für eine Zeit lang wurde er Kaplan in Mokrin (ebenfalls heute in Serbien), danach wurde er ebenda zum Pfarradministrator (administrator paroeciae) ernannt. Spätere Kaplanstellen waren Szőregh (heute eine Vorstadt von Szeged) und danach Rekasch.
Vor dem ersten Weltkrieg lebten im Altreich (Rumänien), vor allem in den Großstädten wie Bukarest, Brăila, Galatz, Turnu-Sewerin, Craiova viele Ungarn, meistens aus Siebenbürgen gekommen, die dort Arbeit gesucht haben. Die Erzdiözese Bukarest arbeitete mit dem Bistum Tschanad zusammen und somit wurden öfter Priester aus unserer Diözese ins Altreich gesendet, die dort vor allem in der Fastenzeit oder zu den größeren Festen aushalfen, da sie Ungarisch konnten. In diesem Rahmen kann man auch die Präsenz von Kaplan Lischerong zwischen 1906 und 1913 in Brăila verstehen, wo er als Missionar bzw. Aushilfeseelsorger für die dort lebenden katholischen Ungarn (aber oft auch für die Deutschen) tätig war. Der spätere Bischof Augustin Pacha war auch eine Zeit lang, in seinen Jugendjahren, als ungarischer und deutscher Seelsorger in Brăila tätig. Mathias Lischerong aber blieb fast sieben Jahre lang ununterbrochen im Altreich, Augustin Pacha verbrachte hingegen kürzere Pastoralaufenthalte dort.
Parallel zu seiner Stelle in Brăila war Kaplan Lischerong auch als Religionslehrer in den katholischen Schulen in Bukarest tätig. Auch hier war seine Mehrsprachigkeit eine sehr wichtige Eigenschaft. In diesem Kontext war er oft bei Erzbischof Dr. Raymund Netzhammer zu Tisch eingeladen, der Lischerong in seinen aufschlussreich verfassten und wertvollen Memoiren „Bischof in Rumänien“ erwähnt.
Nach Temeswar zurückgekehrt, übernahm Mathias Lischerong 1913 die Stelle eines Katecheten (Religionslehrer) und die des Direktors des katholischen Gesellenvereins in Temeswar – Fabrikstadt. Diese befand sich damals noch in der Tigergasse, am Gebiet der Fabrikstädter Pfarre. Diese Aufgabe erfüllte er zwei Jahre lang, bis 1915, als man ihn zum Kaplan in Temeswar I. – Innere Stadt ernannt hat.
Fünf Jahre lang, zwischen 1916 und 1921, erfüllte Kaplan Lischerong die Aufgabe des Spirituals (Beichtvater) im Mutterhaus der Armen Schulschwestern (Notre-Dame-Schwestern) in Temeswar IV. – Josefstadt und unterrichtete auch als Religionslehrer in deren hiesigen berühmten Schulen, was auch für seine pädagogischen Fähigkeiten spricht.
Seine erste Seelsorgestelle, die er alleine als Pfarradministrator versah, war Lenauheim, wo er ab 1921 tätig war. Nach nur drei Jahren, 1924, wollte der inzwischen nicht mehr so junge Priester dem Franziskanerorden beitreten und trat dem Orden, vorerst wie gewöhnt, als Novize bei. Er überlegte es sich aber und trat in den Diözesanklerus wieder zurück, sodass er am 25. Mai 1925 zum Pfarradministrator in Reschitza ernannt wurde. Nach nur einigen Monaten bekam er die Ernennung zum Pfarrer ebenda und wurde in dieses Amt am 22. November 1925 eingeführt. Seine pädagogische Erfahrung in Temeswar und Bukarest brachte ihm auch die Ernennung zum Inspektor für die katholischen, konfessionellen Schulen des Reschitzaer Distrikts (Dekanats). Ab 1929 erfüllte Pfr. Lischerong auch den Dienst des Dechants des Karascher Dekanats und ab 1940 wurde er als Ehrendomherr ins Domkapitel von Temeswar einberufen, jedoch mit Beibehaltung seiner bisherigen Aufträge.
Dechant-Pfarrer Mathias Lischerong ist am 24. November 1950 eines plötzlichen Todes („Herzkrise“ in den damaligen Dokumenten) im Herrn entschlafen. Er wurde am 26. November 1950 an einem Sonntag in Reschitza beerdigt. Das Requiem zelebrierte um 10:00 Uhr vormittags Ordinarius Msgr. Josef Pless, Domherr – Bischof Augustin Pacha war schon im Sommer 1950 in Karaschowa verhaftet worden und wurde in den Kerker von Sighet, später dann nach Jilava eingeliefert. Die Traueransprache am Requiem von Pfr. Lischerong hielte Abt-Pfarrer Géza Károly Rech von Temeswar – Fabrikstadt. Die Trauerfeier mit Beisetzung setzte sich um 15:00 Uhr von der Reschitzaer Pfarrkirche in Bewegung. Die Einsegnung nahm ebenfalls Ordinarius Msgr. Josef Pless vor. Sehr viele Priester aus dem Bistum, wie auch aus dem Dekanat nahmen an den Trauerzeremonien teil. Abschiedsworte bei der Beerdigung sprach auch P. Johannes Blum SDS aus Temeswar. Kaplan Paul Lackner, der Nachfolger Lischerongs im Pfarramt von Reschitza, war ebenfalls anwesend. Auch die Vertreter der anderen Konfessionen, mit dem rumänisch-orthodoxen Protopopen Dr. Iosif Ieremia nahmen an der Beerdigung teil.
Pfr. Mathias Lischerong ließ seinerzeit die Reschitzaer Pfarrkirche vollständig renovieren und durch den Maler Prof. Géza Ulrich ausmalen, baute das Katholische Heim, kaufte die neue Wegenstein-Orgel für das Gotteshaus und beschaffte neue Glocken (da die alten im Weltkrieg requiriert werden mussten). Er entfaltete mit Hilfe des Elisabethvereins vor allem während der Wirtschaftskrise eine rege karitative Tätigkeit. Seinerzeit entfalteten auch der Männerverein, der Rosenkranzverein, der Mädchen-Club, der Jugendverein und die Herz-Garde zahlreiche karitative, kulturelle und soziale Programme.

Ergänzung: Der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ und das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen haben bereits vor 5 Jahren Ehrendomherr Mathias Lischerong durch einen Sonderstempel und einen Sonderbriefumschlag, anlässlich seines 140. Geburtstags, geehrt. Nun wurde diese Initiative wieder aufgenommen. Die gesamte Postversendung, die am 17. Februar aus und durch das Postamt Reschitza 1 weltweit versendet wurde, trug den diesjährigen Sonderstempel, entworfen von den beiden Reschitzaer deutschen Organisationen (Erwin Josef Țigla).

von Dr. Claudiu Sergiu Călin
Diözesanarchivar in Temeswar