Am 11. und 12. Juni dieses Jahres feierte die römisch-katholische Gemeinde von Vinga das Fest der Pfarrkirche, die vor 130 Jahren zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht wurde. Die Feierlichkeiten umfassten mehrere religiöse und kulturelle Programme.
Am Samstag, den 11. Juni 2022, fand am Sitz des Bulgarischen Vereins des Banats, Filiale Vinga, ein wissenschaftliches Symposium zum 130. Jahrestag der Einweihung der Pfarrkirche statt, an dem Referenten aus Bulgarien, Kroatien und Rumänien teilnahmen. Die Veranstaltung wurde vom Vizepräsidenten des Kreissrats Arad, Dr. Doru Sinaci, moderiert. Die Vorträge befassten sich mit Themen, die Chiprovci, das katholische Herz Bulgariens, betreffen, mit der Statue der Jungfrau Maria in Deva, die eng mit dem Durchzug und der vorübergehenden Ansiedlung der bulgarischen Katholiken in diesem Gebiet verbunden ist, mit der Familie Pejačević – Erbauer und Gestalter sakraler Räume, mit den mittelalterlichen lateinischen Klöstern im Marosch-Tal, mit der alten Salzstraße, mit den Biografien der Priester der heutigen Pfarrkirche in Vinga und mit dem Schicksal eines von ihnen: Pfr. Wenzel Havlik, Märtyrer für den Glauben während der kommunistischen Ära, das Hauptaltar der Kirche von Vinga und die Nebenaltäre, die gesamte Ausstattung mit Kultgegenständen sowie die Beschreibung der Wegenstein-Orgel desselben Gotteshauses unter dem Titel „Ansichten aus einem anderen Blickwinkel“. Die Biografien der Seelsorger des heutigen Gotteshauses wurden auf der Grundlage von Dokumenten aus dem Diözesanarchiv der römisch-katholischen Diözese Temeswar, aber auch auf der Grundlage von Zeugenaussagen einiger Einwohner von Vinga, vom Diözesanarchivar Dr. Claudiu Călin rekonstruiert und vorgestellt. Die Mitteilungen wurden in einen gemeinsamen Band aufgenommen, der in bulgarischer, rumänischer und kroatischer Sprache verfasst und bei dieser Gelegenheit gedruckt wurde.
Am Ende der Veranstaltung wurden Geschenke vom Bürgermeister von Chiprovci an den Bürgermeister und die Gemeinde Vinga, aber auch von Asenovo an alle Vinganer überreicht. Zwei Werke, die in diesem Jahr vom Waldpress Verlag in Temeswar unter der Schirmherrschaft des Vereins der Bulgaren im Banat veröffentlicht wurden, wurden ebenfalls vorgestellt: Perku Romanov, Fránci Drágjinov žr., „Nárudni pesmi. Prebráni ud banátsžija-balgarći folklor ud Vinga“ und Boris Groškva (Gabriel Cociuba), „Vinga – Stári pošténsć kártiči“, ersteres mit Liedern und volkstümlichen Texten aus Vinga, letzteres mit Geschichten und Einblicken in die Erinnerung an Vinga, geschrieben in dem in der Gemeinde gesprochenen bulgarischen Dialekt (mit einem Grußwort von Pfr. Peter Dermendzjin, Vingaer Landsmann, jetzt in Ingolstadt). Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von einem professionellen Streichquartett.
Ab 17.00 Uhr fand in der Pfarrkirche eine feierliche Heilige Messe statt, an der zahlreiche Priester aus der Diözese Temeswar sowie griechisch-katholische Priester aus der Umgebung von Vinga teilnahmen. Der Hauptzelebrant war Pfarrer Demeter Salman, Seelsorger in Nădlac, in Konzelebration mit Pfr. Ioan Chișărău, griechisch-katholischer Pfarrer in Temeswar und Pfr. Piry Radulov, Pfarrer von Vinga. Es predigten: Pfr. Damian Kalapiš, Pfarrer von Arad-Grădiște, auf Bulgarisch, P. Martin Gál SDS, Salvatorianer in Temeswar, auf Ungarisch und Pfr. Dr. Davor Lucacela, Pfarrer von Orschowa, auf Rumänisch. Musikalisch umrahmt wurde die Messe vom Chor aus Vinga, zusammen mit Gästen aus Kroatien, nämlich dem Ensemble Kod Tamburica Velimirovac aus Našice, wo der Franziskanerhistoriker aus Vinga, Pater Eusebius Fermendžin OFM, im 19. Jahrhundert wirkte. Am Abend des ersten Festtages nahm dasselbe Ensemble zusammen mit dem Ensemble der Gastgeber an einem schönen Kulturprogramm teil.
Am Sonntag der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, dem 12. Juni 2022, sorgten die anwesenden Volksmusik- und Tanzgruppen für Feststimmung im Dorfzentrum. In wunderschön geschneiderten und sorgfältig gefertigten Trachten zogen Kinder, Jugendliche und alle, die ihre Traditionen achten, mitten auf der Straße umher, sangen und tanzten, begleitet von ebenso geschulten Musikern. Die Zuschauer konnten Tänze aus dem Repertoire verschiedener bulgarischer und rumänischer Gruppen aus Rumänien und Bulgarien, des deutschen Tanzensembles aus dem Banat und des kroatischen Tanz- und Gesangensembles aus Našiče, Kroatien, sehen. An der Parade nahm auch die Freiwillige Feuerwehr von Vinga mit ihrer alten Fahne, mit der Darstellung des Hl. Florian und mit einem alten pferdegezogenen Feuerwehrfahrzeug teil. Nach dem Trachtenumzug zogen alle Anwesenden in die Kirche ein, um an der Festmesse teilzunehmen, die von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, dem Bischof von Temeswar, zelebriert wurde. Konzelebriert haben Pfr. Piry Radulov, Pfarrer von Vinga, Pfr. Csaba Miklós, Pfarrer von Mailat, Pfr. Sebastian Mirciov, Pfarrer von Alt-Beschenowa, Pfr. Peter Velciov, Pfarrer im Ruhestand, und Pfr. Matei Kalapiš, emeritierter Seelsorger. Der Jahrestag der Einweihung der Kirche wurde durch die Anwesenheit von Frau Ilyana Yotova, Vizepräsidentin der Republik Bulgarien, die von Seiner Exzellenz Radko Todorov Vlaykov, Botschafter dieses Landes in Bukarest, Herrn Gheorghe Nacov, Abgeordneter des Bulgarischen Vereins des Banats und Honorarkonsul von Bulgarien in Temeswar, Herrn Ioan Negrei, Bürgermeister von Vinga und Herrn Iustin Cionca, Vorsitzender des Kreisrates Arad, begleitet wurde, geehrt.
In seiner Predigt, während der Heiligen Messe, sagte der Bischof der Diözese Temeswar: – „Die Allerheiligste Dreifaltigkeit ist ein Leben in Liebe, ein Leben in Einheit und Vielfalt. Und so ist sie die Quelle des Friedens. Als Jesus auf die Erde kam, brachte er dieses Leben mit. Und er erwartet, dass dieses Leben auch unter den Kindern Gottes, also unter uns, verwirklicht wird. Aber er wartet nicht nur, er hilft uns auch in dieser Richtung, ein trinitarisches Leben zu führen, trinitarische Beziehungen zu haben“.
Am Ende des Gottesdienstes begrüßte Gheorghe Nacov, Abgeordneter der bulgarischen Minderheit, die Ehrengäste. In ihrer Rede wandte sich die Vizepräsidentin Ilyana Yotova zunächst an die Mitglieder der Gemeinschaft von Vinga und drückte ihre Freude darüber aus, mit ihnen gemeinsam an der Jubiläumsfeier teilzunehmen. Sie dankte dem Diözesanbischof für seine Unterstützung der bulgarischen Gemeinschaft von Vinga und dafür, dass er den Erhalt ihrer nationalen und religiösen Identität gewährleistet.
Nach der Feier in der Kirche begaben sich die Anwesenden in den Innenhof des Gotteshauses, wo ein Denkmal zur Erinnerung an die Pfarrer errichtet wurde, die von 1741 bis heute in dieser Gemeinde tätig waren. Die Nachfolge der Pfarrer – die Liste – wurde in Zusammenarbeit mit dem Diözesanarchiv der römisch-katholischen Diözese Timisoara erstellt. Der Ritus der Einweihung wurde von Seiner Exzellenz, Diözesanbischof Josef Csaba Pál, unter Mitwirkung des örtlichen Pfarrers und der anwesenden Priester und Geistlichen vollzogen.

Pressestelle der Diözese Temeswar