„«Pregate il padrone della messe, affinché mandi operai» per la sua Chiesa (vgl. Mt 9,38)“ – „«Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Kirche auszusenden» (vgl. Mt 9,38)“. An diesem Sonntag, der in der römischen Liturgie nach dem Evangelium vom Guten Hirten benannt ist, mögen sich die großzügigen Scharen der katholischen Gläubigen auf der ganzen Welt in einem einzigen Gebetsruf vereinen, um vom Herrn die notwendigen Arbeiter für seine Ernte zu erflehen. Und damit dieser Weltgebetstag um geistliche und priesterliche Berufungen die Resonanz erhält, die er verdient, wollten Wir Unser ermutigendes Wort an alle Unsere geliebten Kinder richten, damit niemand einer so ernsten und verantwortungsvollen Pflicht fernbleibt.“ – Diese Mahnung findet sich in der Botschaft des hl. Papstes Paul VI. vom Samstag, dem 11. April 1964, die anlässlich des ersten Weltgebetstages für geistliche Berufungen auch im Radio übertragen wurde.
In den mehr als 60 Jahren seither begehen die Hirten der Kirche gemeinsam mit dem Volk Gottes jedes Jahr diesen Weltgebetstag für Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben.
Das Gebetsnetzwerk in Temeswar
Auf Initiative der Salvatorianerinnen, Schwestern die in der Pfarrei Temeswar III Elisabethstadt mal aktiv waren, und des damaligen Pfarrers, P. Nikolaus Lauš SDS, entstand am 22. November 2009 das Gebetsnetzwerk für Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben. Im Laufe der Jahre gehörten dieser Gruppe fast 300 Personen an. Die Mitglieder des Netzwerks organisieren einmal im Jahr, am Sonntag des Guten Hirten – der zugleich der Weltgebetstag für geistliche Berufungen ist – ein Treffen in der Kirche „Heiligstes Herz Jesu“ in Temeswar-Elisabethstadt.
Heuer fand das Treffen am 26. April von 15.00 bis 19.00 Uhr im Kloster und in der Kirche des Salvatorianerordens statt, mit der Teilnahme von rund 70 Mitgliedern.
Wie Frau Clara Balint, die Organisatorin des Treffens, erläuterte, ist das Gebetsnetzwerk ein freiwilliges Gebetsengagement, das persönlich oder in der Familie übernommen wird, für priesterliche und geistliche Berufungen. Die Mitglieder verpflichten sich, gemäß ihren persönlichen Gelübden an einem frei gewählten Tag des Monats zu beten oder gute Werke zu tun, monatlich an einer eucharistischen Anbetung teilzunehmen, an den Jahrestreffen mitzuwirken und neue Mitglieder zu gewinnen. Der Großteil der Mitglieder stammt aus den römisch-katholischen und griechisch-katholischen Gemeinden von Temeswar, Arad, Reschitza, Deva/Diemrich und Lugosch sowie aus Österreich, Deutschland und Israel.
Vortrag über die Tugenden des hl. Josef
Auf Einladung der Organisatoren hielt heuer Domherr Nikola Lauš, Direktor der Bischöflichen Kanzlei, ein Vortrag mit dem Thema: „Der heilige Josef – ein Vorbild des Gehorsams, des Vertrauens und entschlossenen Handelns“. Dabei hob der Referent drei Tugenden des hl. Josef hervor: Gehorsam, Vertrauen und entschlossenes Handeln.
„Der hl. Josef kann als ein verborgener Heiliger gesehen werden, der sich nicht in besonderer Weise hervorgetan hat. Er war ein einfacher, zurückhaltender und demütiger Mensch; dennoch wird er als Patron der Universalkirche verehrt. Wir wissen, dass der hl. Josef ein fleißiger, arbeitsamer und hingebungsvoller Mann war, und sein Gehorsam bereitete den Weg für den wichtigsten und großartigsten Plan der Heilsgeschichte“, betonte der Redner.
Anschließend suchten die Teilnehmer, aufgeteilt in sieben Kleingruppen, gemeinsam Antworten auf folgende Fragen: – An welcher der drei Tugenden des hl. Josef müsste ich persönlich am meisten arbeiten? – In welchem konkreten Bereich meines Lebens kann mich das Beispiel des hl. Josef inspirieren und stärken? – Welche weiteren Tugenden habe ich im Familienleben und im Glaubensweg des hl. Josef entdeckt? – Warum ziehen andere Figuren oder Götzen mehr Menschen an als das Beispiel der Heiligen?
Der eucharistische Rosenkranz gemäß Intention von Papst Leo XIV.
Das Programm wurde in der Pfarrkirche zum „Allerheiligsten Herz Jesu“ mit der eucharistischen Anbetung und dem Gebet des eucharistischen Rosenkranzes fortgesetzt, geleitet von P. István Barazsuly SDS, Pfarrer von Temeswar-Elisabethstadt. Als Antwort auf die Gebetsintention des Heiligen Vaters für den Monat April beteten die Anwesenden den eucharistischen Rosenkranz für alle Priester, besonders für jene, die Zeiten der Krise, des Zweifels oder der Einsamkeit durchleben, und benutzten dabei, gemeinsam das Gebet von Papst Leo XIV.:
„Herr Jesus, guter Hirt und Wegbegleiter, wir empfehlen Dir heute alle Priester an, besonders jene, die durch Krisenzeiten gehen, wenn die Einsamkeit drückt, Zweifel das Herz verdunkeln und die Müdigkeit stärker scheint als die Hoffnung. Du, der Du ihre Kämpfe und Wunden kennst, erneuere in ihnen die Gewissheit Deiner bedingungslosen Liebe. Hilf ihnen, sich nicht als Funktionäre oder einsame Helden zu fühlen, sondern als geliebte Söhne, demütige und kostbare Jünger und Hirten, getragen vom Gebet Deines Volkes. (…) Heiliger Geist, entzünde in unseren Priestern die Freude des Evangeliums neu. Schenke ihnen gesunde Freundschaften, brüderliche Unterstützungs-gruppen, einen Funken Humor, wenn die Dinge nicht wie erhofft gelingen, und die Gnade, immer wieder die Schönheit ihrer Berufung neu zu entdecken. Mögen sie niemals das Vertrauen in Dich verlieren und die Freude, Deiner Kirche mit einem demütigen und großzügigen Herzen zu dienen. Amen.“
Das Treffen endete mit einer Dankmesse, zelebriert von Domherr Nikola Lauš, konzelebriert von P. István Barazsuly SDS. Die musikalische Gestaltung übernahm Herr Krisztián Kelemen, Organist der Pfarrkirche.
In seiner Predigt betonte Kanzleidirektor Lauš: „Im Gebet des Heiligen Vaters möchte ich zwei Worte hervorheben: die Freude des Evangeliums. Entdecken wir alle neu diese Freude des Evangeliums, die uns auf die Begegnung mit unserem Erlöser vorbereitet, damit wir Kinder des himmlischen Vaters sind und in Gemeinschaft mit Ihm leben, um seine Werke zu vollbringen.“
Am Ende des Treffens dankte Frau Clara Balint im Namen der Organisatoren allen für ihre Teilnahme und ihren Beitrag zum guten Ablauf des Programms.
Pressestelle der Diözese Temeswar















