Das 10. Welttreffen der Familien fand vom 22. bis 26. Juni 2022 in Rom statt. Aus Rumänien nahm je eine Familie aus jeder Diözese bzw. jeder Eparchie an diesen Weltereignis teil. Die aus unserem Lande in Rom anwesenden Familien wurden von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar begleitet, der innerhalb der rumänischen Bischofskonferenz für die Familienpastoration zuständig ist. Seine Exzellenz teilte mit uns einige Gedanken zum 10. Weltfamilientreffen.

Eine neue Betonung der Familienkirche. Ich habe mir Vorträge und Zeugnisse zu diesem Thema angehört. Christus wurde in einer Familie geboren. Er besiegelt das Leben der Ehegatten mit Heiligkeit. Das Sakrament der Ehe verbindet die Eheleute mit Christus und in Christus. Jesus ist in der Familie, er will immer dabei sein, in jedem Augenblick des Lebens. Die Familienkirche ist keine theoretische Realität, sondern sie ist das Leben der Familie mit Christus in jedem Aspekt des Lebens. Wenn Christus da ist, strahlt er aus, zieht er an. So wird die Familie Zeugnis ablegen, evangelisieren und missionieren. Kinder werden im Rahmen eines Lebens mit Christus erzogen und zu Christen. Sie beeinflussen ihre Freunde, so dass auch sie zu Missionaren werden.

Was muss getan werden, damit dies geschehen kann? – Die meisten der vielen Zeugnisse auf dem Weltfamilientreffen sprachen davon, wie es gemacht wird, wie es Schritt für Schritt in ihrem Leben gemacht wird.

Was unternimmt die Familie in dieser Richtung?

  1. Das Sakrament der Ehe und das Leben mit den Sakramenten nähren zusammen mit dem Gebet die Familie, um in beständiger Liebe zu leben. Und die Eheleute wiederum sind durch ein Leben in Liebe noch mehr mit Jesus, der Quelle der Liebe, verbunden.
  2. Bei der Planung ihres Lebens, bei der Verwaltung ihrer Zeit muss die Familie, die Zeit, die für die Familie vorgesehen ist, einen privilegierten Platz einnehmen. Dies sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden.

Zeugenaussprechen. Aus dem so gelebten Familienleben entsteht eine Kultur des Zeugnisses. Der Heilige Geist erweckt in ihnen den Wunsch, anderen zu erzählen, was Jesus in ihrem Leben gewirkt hat. Dies ist ein Zeugnis in Worten. Ihr Leben ist in der Tat auch ein Zeugnis. Eine Familie mit zwölf Kindern kam auf die Bühne, um Zeugnis abzulegen. Das Zeugnis muss im Leben der Kirche, in den Pfarreien und Gemeinschaften einen immer größeren Platz einnehmen. Was tut die Kirchengemeinschaft?

Der Katechumenat der Ehe. Der Heilige Stuhl hat ein 97-seitiges Dokument zu diesem Thema veröffentlicht. Ich habe mir einen Vortrag und Zeugnisse zu diesem Thema angehört. Ähnlich wie beim Taufkatechumenat sollen die Eheleute mit Freude ins Glaubensleben eingeführt werden. Dies ist ein längerer Prozess, der von der kirchlichen Gemeinschaft mit großem Respekt und Sorgfalt als Geschenk angeboten wird.

  1. Schon kleine Kinder, später auch Jugendliche und junge Menschen, sollten in der Gemeindekatechese dazu erzogen werden, sich bewusst zu machen, dass sie durch die Taufe eine Berufung zur Ehe oder zu einem Gott geweihten Leben erhalten haben. Dies entspricht der vor-katechumenalen Phase.
  2. Es folgt eine Übergangsphase: die Aufnahme von Verlobten. Dies kann einige Wochen oder Monate dauern, je nach der Situation des Paares. Insbesondere Paare, die ihren Glauben nicht praktizieren, werden zu einem Katechumenat eingeladen, in dem sie die Möglichkeit haben, ihren Geist und ihr Herz nach den Lehren Jesu zu formen.
  3. Darauf folgt die eigentliche katechumenale Phase. Bei der Vorbereitung von Paaren auf die Ehe ist es ratsam, mehrere Paare zusammenzubringen, was jedoch nicht ausschließt, dass jedes Paar individuell behandelt wird. Dies geschieht durch regelmäßige Treffen. In dieser Vorbereitungsphase geht es vor allem darum, den Paaren eine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu ermöglichen und sie in die christliche Gemeinschaft einzuführen. Es ist gut, wenn die Vorbereitung in einer Gruppe erfolgt, die sich aus reifen Paaren, dem Priester und pastoralen Mitarbeitern zusammensetzt. Zwei Extremen sollten vermieden werden: dass dies nur vom Priester gemacht wird oder dass dies ganz den Familien überlassen wird. Diese Ausbildung umfasst drei Teilphasen:

i) Enge Vorbereitung. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, dass die Paare die Frische des Glaubens, die Bedeutung und die Praxis der Initiationssakramente (wieder-)entdecken. In dieser Phase wird eine Einführung in das Ehesakrament gegeben, wobei besonders auf seine Gnadengaben und die Einübung der dafür notwendigen Tugenden hingewiesen wird.

ii) Die eigentliche Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe findet in den Monaten vor der Eheschließung statt. Es ist gut, dass die Paare einige Tage vor der Hochzeit trotz aller Sorgen Zeit für ein paar Tage der Besinnung oder zumindest einen gemeinsamen Abend mit Gebet, eucharistischer Anbetung und Betrachtung der Heiligen Schrift finden.

iii) Geistliche Begleitung. Nach der Ehe ist es wichtig, die Ehepartner nicht allein zu lassen, die Paare nicht verlassen. In den ersten Jahren der Ehe müssen sie begleitet werden. Es ist ratsam, Familiengemeinschaften zu gründen, in denen erfahrenere Paare den Neuvermählten helfen und sie begleiten. Diese Unterstützung ist auch später wichtig, vor allem wenn sie mit großen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Bei all dem ist die Weisheit des Priesters wichtig, aber das bedeutet keine Kompromisse. Das Wichtigste ist vielleicht, dass auch diejenigen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, vom Glauben und seiner Praxis entfremdet haben, die mütterliche und aufnehmende Liebe der Kirche spüren.

Was ich bei diesem Treffen gesehen habe, ist, dass viele Menschen auf der ganzen Welt ihr Christentum mit Freude leben, und diese Freude ist attraktiv. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass viele Familien die Gnade, Jesus in ihrer Ehe zu haben, so intensiv erleben, dass sie sie mit anderen teilen wollen. Daraus ergeben sich verschiedene Initiativen, Bewegungen, Vereine, erneuerte Gemeinden. Sie betrachten das Familienleben mit Christus nicht als Pflicht und Last, sondern als Geschenk.

Foto: www.facebook.com/pastoratia.familiilor.timisoara