Professionalität, Empathie, Glaube, Mitgefühl – es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen – die in dieser Zeit harte Prüfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angehörigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen – immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien übernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig übernehmen.
„Die guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten hören, müssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht hätten?“ Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enthält viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Großbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.

„Es war ein angenehmes Gefühl zu hören, dass viele Menschen für uns beten“
Während der gegenwärtigen Pandemie gilt unsere größte Dankbarkeit denjenigen, die im Bereich der Gesundheits- und Sozialfürsorge tätig sind und trotz der Gefahr weiterhin in der Nähe des Krankenbettes arbeiten oder Menschen in Not helfen.
Da die meisten Mitarbeiter der Gesundheitseinheiten Rumäniens einen Vertraulichkeitsvertrag mit dem Arbeitgeber unterzeichnet haben, haben die Befragten weder ihre Identität, noch ihren Arbeitsplatzes genannt. Die hier dargestellten Daten und Fakten sind jedoch real. In den folgenden Zeilen erwähnen wir sie mit dem Namen, den sie zufällig auswählten.
M.I. ist Krankenschwester auf der Intensivstation eines Krankenhauses auf dem Gebiet unserer Diözese. Sie ist Mutter von zwei Kindern. In den letzten Wochen musste sie sich mit der Notwendigkeit einer Quarantäne auseinandersetzen, als festgestellt wurde, dass mehrere Kollegen der Einrichtung mit dem COVID-19-Virus infiziert waren.

– Wie üben Sie Ihren Beruf während der Pandemie aus?
– Nachdem offiziell bekannt gegeben wurde, dass es in unserem Land eine Coronavirus-Epidemie gibt und die Zahl der Infizierten von Tag zu Tag zunahm und selbst die ersten Todesfälle auftraten, machte ich mir natürlich immer mehr Sorgen um meine Gesundheit und die meiner Familie. Ich wusste, dass wir vor einer neuen, unbekannten Krankheit standen, die leider auch beängstigend ist. Es war aber auch offensichtlich, dass es nicht an der Zeit ist, eine Pause einzulegen, wenn man Krankenschwester ist. Ich muss helfen! Vor 25 Jahren habe ich mich bewusst für diesen Beruf entschieden und auch heute fühle ich, dass das meine Berufung ist. Der weiße Kittel sollte man nicht nur in leichten, sondern auch in solchen schwierigen Situationen tragen. Natürlich ist das Tragen von Schutzausrüstung obligatorisch und die neuen Regeln müssen strikt eingehalten werden.

– Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?
– Nach den ersten Tagen der Panik und Ungewissheit wurde mir klar, dass ich nicht immer alles unter Kontrolle halten kann. Es gibt Situationen die mich betreffen – aber unabhängig von mir – die ich nicht oder nur bis zu einem gewissen Maß beeinflussen kann… und das ist nicht leicht zu akzeptieren. Also, verließ ich mich auf die Göttliche Vorsehung. Mein Glaube, die Zuversicht und der Optimismus helfen mir dabei sehr und ich versuche Sie jeden Tag zu stärken…

– Haben Sie noch Kraft, die Patienten, die Sie betreuen, zu ermutigen?

– In Zeiten der Pandemie oder sogar Quarantäne sehen sich viele Menschen einer Situation gegenübergestellt, die sie nicht kontrollieren können und sie fühlen sich hilflos und verletzlich. Dies gilt besonders für einsame, ältere und kranke Menschen. Es ist sehr wichtig, sie nicht zu vergessen, ihnen zu helfen – mit der Beachtung der auferlegten Regeln. In der gegenwärtigen Situation, wenn den Menschen geraten wird, zu Hause zu bleiben, wenn wir einen gewissen Abstand zwischen uns halten müssen – helfen ein kurzer Telefonanruf, ein Wort der Ermutigung oder sogar ein warmer Blick besonders viel.
Da es wegen dem Coronavirus in Krankenhäusern verboten ist, Patienten zu besuchen, spüre ich ganz besonders, wie wichtig es ist mit ihnen zu sprechen, sie zu trösten und zu ermutigen, denn jetzt fehlt ihnen besonders die Anwesenheit und Ermutigung ihrer Familien. Wir stehen vor einer schwierigen Situation, die mit Ernsthaftigkeit und Professionalismus richtig gehandhabt werden muss.

– Woraus schöpfen Sie Kraft, wenn Sie entmutigt sind?
– Die 12-Stunden-Arbeit, die Nachrichten über Infektionen beim medizinischen Personal, hinterlassen manchmal ihre Spuren… Natürlich mache ich mir Sorgen um die Familie, meine Lieben. Die Pandemie, die Einschränkungen haben viele Pläne der Familie geändert. Es ist wichtig, dass wir zusammen sind, alle gesund und dafür danken wir Gott täglich. Wir beten mehr wie üblich, verfolgen die Übertragungen der heiligen Messen, Eucharistische Anbetungen und Andachten übers Internet. Es ist ungewöhnlich, eigentlich ist es zum ersten Mal, dass unsere Familie nicht anwesend war bei den Zeremonien und heiligen Messen der Karwoche. Wir haben jedoch die Möglichkeiten der Technologie genutzt und sind dafür sehr dankbar.
Der Schutzpatron der römisch-katholischen Kirche aus Temeswar-Freidorf ist der Hl. Rochus, Schutzpatron der Kranken und des medizinischen Personals. Während seines ganzen Lebens kümmerte er sich engagiert um die Pestkranken, deshalb beteten ihn Menschen während Epidemien besonders an. Auch wir, die ganze Familie, bitten um die Hilfe und Fürsorge des Heiligen Rochus und wir sind überzeugt, dass unsere Gebete erhört werden. Heiliger Rochus, bitte für uns!

Welchen Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?
– Wir, das Gesundheitspersonal, tun unser Bestes, um diese schwierige Situation so schnell wie möglich zu beenden. Die Menschen können uns helfen, indem sie nicht ins Krankenhaus kommen, zu Hause bleiben und sich strikt an die grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen und Hygienevorschriften halten, zu ihrem eigenen Wohl und dem ihrer Lieben. Für uns ist es die größte Freude, wenn ein Patient das Krankenhaus geheilt verlässt.
Es war schön zu sehen, dass die Menschen zusammenhalten und uns unterstützt haben – das gab uns Kraft bei der täglichen schweren Arbeit. Neben der materiellen Hilfe haben wir mit großer Freude erfahren, dass viele Menschen für uns gebetet haben. Dafür ein herzliches „Vergelt´s Gott!“ Wir tun unser Bestes, um Patienten zu heilen, aber wir können den Virus nur gemeinsam besiegen.

Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!