Professionalität, Empathie, Glaube, Mitgefühl – es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen – die in dieser Zeit harte Prüfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angehörigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen – immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien übernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig übernehmen.
„Die guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten hören, müssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht hätten?“ Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enthält viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Großbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.

„Es ist wichtig, dass die Menschen spüren: wir stehen Ihnen bei und Sie können auf uns zählen!“

Während der gegenwärtigen Pandemie gilt unsere größte Dankbarkeit denjenigen, die im Bereich der Gesundheits- und Sozialfürsorge tätig sind und trotz der Gefahr weiterhin in der Nähe des Krankenbettes arbeiten oder Menschen in Not helfen.
Márta Ciolac ist die Geschäftsführerin der Temeswarer Niederlassung des Malteser Hilfsdienstes in Rumänien. Nach der Meinung der Mitarbeiter ist Frau Ciolac vom Charakter her entschlossen, belastbar, offen und unkompliziert. Sie ist Sozialassistentin und Mutter von zwei minderjährigen Kindern. Darüber hinaus ist dies nicht die erste schwierige Phase im Leben der von ihr geleiteten Organisation, die dank Ausdauer und Professionalität überwunden wurde.

Wie üben Sie ihren Beruf während der Pandemie aus?
– Beruf – es ist das Wort, das in dieser Zeit wirklich Sinn macht. Es wird eine Zeit in jedem Leben geben, in der Sie einen Beruf für sich selbst wählen, aber genau solche Herausforderungen machen den Beruf zur Berufung. Als ich damals mit dem Studium angefangen habe, war mir bewusst, dass es in der Sozialarbeit darum geht, den Verletzlichen zu helfen. Später, als wir auf dieses „Laufband“ kamen, machten wir unsere Arbeit und kämpften dafür, dass die Sozialarbeit einen würdigen Platz einnimmt und dass die Sozialarbeiter die Anerkennung erhalten, die sie in der Gesellschaft verdienen. Die aktuelle Situation macht unsere Arbeit wirklich wichtig. Unsere Eltern, Großeltern haben den Weltkrieg und die Schwierigkeiten des Kommunismus überlebt und haben die ganze Zeit ununterbrochen gekämpft, um für uns alles aufzubauen, woran wir jetzt beteiligt sind. Inmitten der explosiven Entwicklung der Technologie vergessen die heutigen Jugendlichen, wenn sie alles, was uns umgibt, als selbstverständlich betrachten, dass die Meilensteine auf dem Weg hierher von unseren Eltern und Großeltern gelegt worden sind. In den letzten Tagen haben wir oft in den Medien gehört, dass es unsere Pflicht ist, ältere Menschen zu beschützen. Ich erlebe das etwas anders… Unsere Arbeit in dieser Zeit sollte von Dankbarkeit und Liebe geleitet sein, für alles, was die Menschen für uns gemacht haben. Bisher haben sie uns beschtützt, jetzt müssen wir Ihnen das zurückgeben. Es ist unsere Pflicht, unseren Mitmenschen und unseren Kindern eine Zukunft zu sichern, die auf soliden Werten beruht. Es ist wichtig, dass Liebe unsere Arbeit erfüllt, damit Menschen in Not fühlen können: Es gibt Menschen, die ihnen Aufmerksamkeit schenken. Auch wenn Türen und Tore geschlossen sind, sind wir immer noch an ihrer Seite und sie können auf uns zählen. Das Motto des Malteser Hilfsdienstes, Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum/Schutz des Glaubens und Dienst an Bedürftigen war in unserem täglichen Leben immer entscheidend, aber jetzt spüre ich besonders das Gewicht dieser Worte, die Verantwortung und das Vertrauen, das sie ausstrahlen.

Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?
– Natürlich haben wir in dieser Zeit gemischte Gefühle. Wie alle anderen, habe auch ich Panik und Verzweiflung erlebt, aber es ist wichtig, dass wir uns damit befassen und so schnell wie möglich darüber hinwegkommen. Aus professioneller Sicht sehe ich den besten Weg, dies zu tun, und immer zu versuchen, an mehreren Stellen vorauszuplanen. Ich halte die Rolle der Medien jetzt für sehr wichtig, was uns hilft, richtig informiert zu sein, Informationen über das Geschehen im Land und in der Welt zu erhalten, was uns hilft, einen „Kriegsplan“ zu entwickeln. Deswegen sind die verschiedenen Vorschriften keine völlige Überraschung. Was für mich jetzt am wichtigsten ist, ist, zu versuchen, eine Antwort auf „Was passiert, wenn..?“ zu finden. Auf diese Weise bin ich in der Lage, meine Emotionen zu beeinflussen und in den verschiedensten Momenten vorgefertigte Lösungen zu finden, um diese in der gegebenen Situation anzuwenden. In der Niederlassung Temeswar des Malteser Hilfsdienstes Rumänien bleiben alle akkreditierten Dienste -mit dem Einhalten der grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen- unverändert. Derzeit versorgen wir 18 Personen in unserem Pflegeheim und wir liefern weiterhin Lebensmittel/ das Mittagessen (aus der Sozialküche) an alle, die diesen Service bisher in Anspruch genommen haben (86 Personen) und wir haben auch die 50 älteren Menschen nicht alleine gelassen, die häusliche Pflege benötigen.

Haben Sie noch Kraft, die Patienten, die Sie betreuen, zu ermutigen?
– Ich würde sagen, dass es leider Zeiten gibt, wo ich das Gefühl habe, nur dafür Kraft zu haben. Mit meiner Kollegin, die Psychologin ist, haben wir uns noch am Anfang geeinigt, dass wir nicht nur unseren Pflegepatienten, sondern auch unseren Mitarbeitern besondere Aufmerksamkeit schenken werden. Wir sprechen jeden Tag mit ihnen und wenn wir sehen, dass jemand Angst hat, ergreifen wir sofort Maßnahmen. Und wenn wir feststellen, dass wir alleine nicht effektiv genug sind, benachrichtigen wir uns sofort, damit wir gemeinsam helfen können.

Woraus schöpfen Sie Kraft, wenn Sie entmutigt sind?
– Aus der Liebe meiner Familie. Mein Mann ist ein Mann der Realität, er hilft mir sehr und ist bodenständig. Das lebhafte und heitere Lachen meiner Kinder macht mir bewusst, dass wir für sie kämpfen und den Kampf gewinnen müssen.

Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?
– Eine der wichtigsten Rückmeldungen von meinen Kollegen ist, wenn ich sehe und höre: „Wir sind da und wir lösen das gemeinsam“. Es gibt Mitarbeiter, die ich zunächst mit ein wenig Angst angeschaut habe und damit rechnete, dass sie aus Angst das Team verlassen würden – aber sie haben es geschafft, die Situation so zu meistern, dass sie anderen Kraft und Beispiel geben. Wir wissen, dass wir füreinander da sind und gemeinsam unsere Bewohner betreuen können. Zu diesem Zeitpunkt bekommt Teamwork eine neue Bedeutung und unsere Rolle darin wird erweitert, so dass unser Dienst an unsere Mitmenschen beständig bleibt.

Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!