In der Nähe von Assisi, in Italien, ging am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula ein bewegtes und vielschichtiges irdisches Leben zu Ende, das man in der heutigen Sprache sogar als abenteuerreich bezeichnen könnte, das jedoch von der Freude geprägt war, Jesus Christus nachzufolgen. Der heilige Franziskus von Assisi war erst 44 Jahre alt, als er in das Haus des himmlischen Vaters heimkehrte. Dennoch wurde er zu einem der bekanntesten und beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. Die gesamte katholische Kirche gedenkt seiner im Rahmen des Besonderen Jahres des Heiligen Franziskus von Assisi, das 2026 anlässlich seines 800. Todestages ausgerufen wurde.
Sein geistliches Erbe, das schlicht und zugleich unerschöpflich reich ist, wird heute von Ordensbrüdern und Ordensschwestern weitergetragen, die im Sinne der franziskanischen Spiritualität in Pfarreien, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und verschiedenen Gemeinschaften wirken. Überall suchen sie nach der Gegenwart Gottes und nehmen alles an, was von ihm kommt. Die franziskanische Spiritualität ist auch in der Diözese Temeswar lebendige Wirklichkeit, wo sich viele Menschen noch heute auf die Spuren des heiligen Franziskus begeben.
„Wahrhaft rein im Herzen sind jene, die das Irdische verachten, das Himmlische suchen und mit reinem Herzen und Geist niemals aufhören, den lebendigen und wahren Herrn und Gott anzubeten und zu schauen.“ (Hl. Franziskus von Assisi, Admonitiones, 16)
Interview mit Schw. Marie Therese Gabor, Oberin der Gemeinschaft der Franziskanerinnen, Töchter der Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, in Karansebesch
Wie sind Sie mit der franziskanischen Spiritualität in Berührung gekommen?
Ich bin auf ganz natürliche Weise mit der franziskanischen Spiritualität in Berührung gekommen – durch die Menschen, denen ich im Laufe der Zeit begegnet bin, und durch die Gemeinschaft, in der ich aufgewachsen bin: die römisch-katholische Pfarrei in Luizi-Călugăra im Kreis Bacău. In dieser Pfarrei wirkten und wirken Franziskaner-Minoriten als Seelsorger. Ihre Präsenz und ihr Vorbild haben mein Leben und meine persönliche Entwicklung nachhaltig geprägt.
Nach dem Ende des Kommunismus begann ich, diese Ordensbrüder näher kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren, wer sie sind. Ich erinnere mich, dass ich sie anfangs an ihrem Ordensgewand erkannte. Nach und nach entdeckte ich auch, was hinter diesem äußeren Zeichen stand: eine Art, den Glauben in Einfachheit und Freude zu leben und den Menschen nahe zu sein.
Ein besonders wichtiger Moment für mich war das Jahr 1990, als in der römisch-katholischen Pfarrei von Luizi-Călugăra ein franziskanisches Noviziat eröffnet wurde. Im Herbst desselben Jahres begann der erste Jahrgang von Novizen seinen Ausbildungsweg mit Blick auf die Weihe ihres Lebens an Gott und die Ablegung der Ordensgelübde. Für uns in der Gemeinde war das etwas Neues und auf gewisse Weise faszinierend: Wir sahen junge Männer, die ihr Leben Gott weihen wollten, indem sie Christus im Geist des heiligen Franziskus nachfolgten.
Damals sang ich im Kirchenchor, und an den großen Festtagen kamen diese Ordensbrüder zu uns und sangen gemeinsam mit uns. Ich erlebte sie als sehr fröhliche und glückliche Menschen, die den Mitmenschen nahestanden und ihren Glauben auf eine ganz natürliche Weise lebten. Ihre Freude beeindruckte mich und brachte mich dazu, mich zu fragen, was sie dazu bewegte, so zu leben.
Ich glaube, dass ich damals, ohne es bewusst wahrzunehmen, durch die Begegnung mit diesen Ordensbrüdern begann, den franziskanischen Geist zu entdecken: die Einfachheit, die Geschwisterlichkeit, die Freude und die Fähigkeit, Gott in den einfachen Dingen des Lebens zu begegnen.
Meine Annäherung an die franziskanische Spiritualität begann also nicht mit einer Lektüre, sondern mit einer Lebenserfahrung und vor allem mit dem Glaubenszeugnis junger Menschen sowie der franziskanischen Ordenspriester. Ihre Art zu leben weckte in mir den Wunsch, mehr darüber zu erfahren und zu verstehen, was es eigentlich bedeutet, das Evangelium im Geist des heiligen Franziskus zu leben.
Nach vier Jahren, in denen ich zu Gott und zur allerseligsten Jungfrau Maria gebetet hatte, sie mögen mir den Weg und den Ort zeigen, die sie für mich vorgesehen hatten, spürte ich schließlich, dass ich dazu berufen war, einen Schritt weiterzugehen.
So beschloss ich 1994, nach Karansebesch zu kommen. Von einem Franziskaner hatte ich nämlich gehört, dass es dort Franziskanerinnen gab. Seitdem gehöre ich der Kongregation der Franziskanerinnen an, die 1860 von Mutter Clara Pfaender, in Deutschland, gegründet wurde.
Wie haben Sie die franziskanische Spiritualität an den Orten gelebt, an denen Sie bisher tätig waren: in der Jugendpastoral, im Generalhaus in Rom und jetzt in Karansebesch?
Die Jahre, die ich in Temeswar verbracht habe, wo ich als Referentin für die Jugendpastoral der Diözese tätig war, haben meine Seele und mein Leben mit Freude, schönen Begegnungen, wunderbaren Menschen, besonders wertvollen Erfahrungen und Erinnerungen erfüllt, die ich liebevoll in meinem Herzen bewahre.
Ich glaube, dass sich die franziskanische Spiritualität in der Jugendpastoral zunächst durch unsere unkomplizierten, herzlichen Begegnungen ausdrückte, die von der Freude geprägt waren, einander wiederzusehen, aber auch durch unseren gemeinsamen Wunsch, Christus zu suchen und ihm zu begegnen. Bei diesen Begegnungen haben wir versucht, einen Raum zu schaffen, in dem sich jeder junge Mensch angenommen, gehört und wertgeschätzt fühlt – ganz im Sinne des geschwisterlichen Geistes, den uns der heilige Franziskus vorgelebt hat und der uns auch 800 Jahre nach seinem Tod weiterhin inspiriert.
Durch die Aktivitäten, die im jährlichen Pastoralplan für die Jugendlichen vorgesehen waren – Gebet, Katechese, Dialog, Bildung und Weiterbildung, aber auch Spiele und gemeinsame Freizeitaktivitäten –, haben wir versucht, den jungen Menschen auf einfache und natürliche Weise nahe zu sein. Wir wollten, dass jede Begegnung mehr ist als nur eine Aktivität: Sie sollte eine Gelegenheit sein, einander kennenzulernen, die Gemeinschaft miteinander zu genießen, unsere Erfahrungen zu teilen und Christus gemeinsam zu entdecken. Auf diesem Weg verbanden sich Glaube, Freundschaft, Geschwisterlichkeit und die Freude am Miteinander.
Vor allem durch unser persönliches Beispiel wollten wir ihnen zeigen, dass das christliche Leben keine Last und keine bloße Abfolge von Regeln ist, sondern ein Weg, der in Freiheit, Liebe und Freude gelebt wird. Durch unsere Art zu sein, unsere Begegnungen und unsere Nähe zu ihnen wollten wir vermitteln, dass das Evangelium einfach und authentisch gelebt werden kann – in der Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen.
In diesem Sinne wurde die Jugendpastoral für uns nicht nur zu einer pastoralen Tätigkeit, sondern zu einem gemeinsamen Weg: Junge Frauen und Männer, Priester und Ordensschwestern lernten voneinander, suchten Christus im Gebet, in der Geschwisterlichkeit und im Dienst und entdeckten die Freude daran, miteinander unterwegs zu sein.
Mein Dienst im Generalhaus in Rom, wo ich als Generalsekretärin und Generalökonomin tätig war, bedeutete für mich eine tiefgreifende Erfahrung von Internationalität, Gemeinschaft und persönlicher Weiterbildung. Das Zusammenleben mit Schwestern aus verschiedenen Ländern und Kulturen half mir, noch besser zu verstehen, dass der Reichtum einer Gemeinschaft nicht in ihrer Gleichförmigkeit liegt, sondern in ihrer Fähigkeit, in gegenseitigem Respekt, mit Offenheit und Dankbarkeit für unsere Unterschiede zusammenzuleben.
Diese Erfahrung hat mich gelehrt, toleranter zu sein und andere Denkweisen sowie unterschiedliche Sichtweisen und Lebensweisen anzunehmen. Gleichzeitig habe ich entdeckt, wie sehr wir einander durch unsere jeweiligen Kulturen, Erfahrungen, unseren Glauben und unsere persönliche Sensibilität bereichern können. Die Vielfalt innerhalb der Gemeinschaft forderte mich heraus, meine eigenen Sichtweisen zu verlassen und Situationen mit größerer Offenheit und Flexibilität zu betrachten.
Ein wichtiger Aspekt dieser Zeit war auch die Teilnahme an verschiedenen Symposien, Workshops und Fortbildungsveranstaltungen, die von der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen oder von der Franziskanischen Familie organisiert wurden. Diese Erfahrungen ermöglichten mir, Menschen mit unterschiedlichen Ideen und Herangehensweisen kennenzulernen, und halfen mir, bestimmte Realitäten aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Der Dialog, der Erfahrungsaustausch und die gemeinsamen Überlegungen in diesem Rahmen erweiterten meinen Horizont und ermutigten mich, mich nicht auf eine einzige Sichtweise zu beschränken.
Sie zeigten mir, dass Vielfalt, wenn sie im Geist des Respekts, des Dialogs und der Gemeinschaft gelebt wird, uns nicht voneinander trennt, sondern uns bereichert. Sie hilft uns, gemeinsam zu wachsen, unseren Horizont zu erweitern und eine geschwisterlichere, offenere und universellere Gemeinschaft aufzubauen.
In diesem Zusammenhang habe ich auch die Universalität unseres franziskanischen Charismas noch tiefer verstanden. Es kann in ganz unterschiedlichen Kulturen gelebt werden, und jede Kultur kann ihm ihren eigenen Ausdruck, eine neue Sensibilität und einen besonderen Reichtum verleihen. So hat mir die Erfahrung in Rom gezeigt, dass Vielfalt kein Hindernis für die Geschwisterlichkeit darstellt, sondern gerade zu jenem Ort werden kann, an dem Geschwisterlichkeit entsteht und reift.
Mein Dienst als Verantwortliche der Gemeinschaft in Karansebesch hat mir noch deutlicher vor Augen geführt, dass Autorität im franziskanischen Geist weniger bedeutet, zu leiten, als vielmehr zu dienen. Sie ist eine Verantwortung, die Nähe, Bereitschaft, Verständnis, Unterscheidungsvermögen und vor allem den Wunsch verlangt, gemeinsam etwas aufzubauen.
Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um einander zuzuhören, unsere Erfahrungen miteinander zu teilen und über unsere Freuden und Initiativen, aber auch über Schwierigkeiten zu sprechen. Auch die gemeinschaftlichen Fortbildungstreffen sind wichtige Momente – nicht nur, um spirituelle Themen zu vertiefen, sondern auch, um in unserer menschlichen Entwicklung und in unserer Geschwisterlichkeit zu wachsen.
Kommunikation und rechtzeitige Information sind für eine Gemeinschaft, die in Einheit leben möchte, von entscheidender Bedeutung. Deshalb versuchen wir, die verschiedenen Aktivitäten gemeinsam zu planen, die Vorschläge aller anzuhören und sie anschließend in die Tat umzusetzen.
Ebenso wichtig ist es, um Hilfe bitten zu können. Für mich ist es kein Zeichen von Schwäche, zu sagen: „Ich brauche Hilfe.“ Vielmehr bedeutet es anzuerkennen, dass wir nicht alles allein bewältigen können und jeder Mensch etwas einzubringen hat. Um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen, trägt dazu bei, Vertrauen, gegenseitige Verantwortung und eine echte Geschwisterlichkeit aufzubauen.
In diesem Sinne lässt sich Leitung eher als Begleitung der Gemeinschaft verstehen. Sie setzt Präsenz, Zuhören, Orientierung, Ermutigung und Information voraus sowie die Fähigkeit, Einheit zu schaffen. Dazu gehört aber auch, Entscheidungen zu treffen und dafür Verantwortung zu übernehmen, wenn die jeweilige Situation es erfordert.
Im Geist des heiligen Franziskus findet Autorität ihren wahren Sinn im Dienst, in der Geschwisterlichkeit und in der Sorge um jeden einzelnen Menschen. So ist jede Schwester dazu berufen, sich aktiv am Leben der Gemeinschaft zu beteiligen und Verantwortung für das Gemeinwohl und für deren Sendung zu übernehmen.
Wie beurteilen Sie die Aktualität der franziskanischen Spiritualität in der heutigen Welt? Welche Herausforderungen gibt es in unserer Zeit? Wie können die franziskanische Freude, Freiheit und Ungezwungenheit auf authentische Weise vermittelt werden?
Die Begegnung des heiligen Franziskus mit Christus führte ihn zu einer tiefgreifenden Bekehrung. Von diesem Augenblick an wurde sein Leben von einem einzigen Wunsch geleitet: das Evangelium ohne Kommentare und ohne Kompromisse zu leben – in Armut, Geschwisterlichkeit und Frieden.
Der heilige Franziskus verkörperte durch seine tiefe Verbundenheit mit Christus und seine radikale Entscheidung für eine bestimmte Lebensweise auf außergewöhnliche Weise den Gedanken des Friedens. Er verstand Frieden nicht als bloße Abwesenheit von Konflikten, sondern als einen Weg der Gerechtigkeit, der Geschwisterlichkeit und der Versöhnung.
Diese Botschaft klingt heute in unserer Welt, die von Spaltungen, Kriegen und ökologischen Krisen zutiefst erschüttert wird, mit großer Kraft nach. Franziskus lädt uns ein, Frieden als eine tägliche Verpflichtung zu leben, die den Einsatz jedes Einzelnen erfordert, damit unsere Welt gerechter und geschwisterlicher wird.
Der heilige Franziskus wollte seinen Glauben nicht mit Gewalt durchsetzen, sondern den Frieden als Geschenk anbieten. Damit zeigte er, dass wahrer Frieden die Anerkennung der Würde jedes Menschen voraussetzt, auch derjenigen, die sich sehr von uns unterscheiden.
Deshalb gehört der heilige Franziskus nicht nur der Vergangenheit an: Sein Zeugnis spricht auch heute noch mit großer Kraft zu den Herzen der Männer und Frauen unserer Zeit, die von Konflikten, Ungleichheiten und ökologischen Krisen geprägt ist.
Sein Leben fordert uns heraus, unsere eigene Art, in der Welt zu sein, neu zu überdenken. Es lädt uns ein, authentischere Beziehungen zu Gott wiederzuentdecken, die auf Vertrauen und Gehorsam gründen; geschwisterlichere und menschlichere Beziehungen zu unseren Mitmenschen zu pflegen, die von gegenseitiger Fürsorge und Offenheit geprägt sind; und eine respektvollere Beziehung zur Schöpfung zu entwickeln, die wir als Geschenk und nicht als Objekt der Ausbeutung erkennen.
In diesem Sinne stellt der heilige Franziskus jeden Machtanspruch infrage, der Herrschaft, Gewalt oder Gleichgültigkeit rechtfertigt. Stattdessen schlägt er eine Perspektive vor, die auf Dienst und Barmherzigkeit ausgerichtet ist.
Sein Weg erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht darin besteht, zu besitzen oder zu befehlen, sondern sich hinzugeben, für andere zu sorgen und in Harmonie mit allen Geschöpfen zu leben.
Wie könnten junge Menschen heute einen Zugang zur Spiritualität des heiligen Franziskus finden?
Ich glaube, der heilige Franziskus würde den jungen Menschen Folgendes sagen: „Liebe junge Menschen, lasst nicht zu, dass die Dinge, die ihr besitzt, wichtiger werden als die Menschen, denen ihr begegnet. Befreit euch von der Anhänglichkeit an materielle Dinge, damit eure Herzen offen bleiben für echte Beziehungen und für die Liebe. Gebt euch nicht mit wenig zufrieden und habt keine Angst, nach dem tieferen Sinn des Lebens zu suchen. Wagt es, euch zu fragen, was euch wirklich glücklich macht und was eurem Leben Wert und Schönheit verleihen kann.
Ihr werdet das wahre Glück nicht in dem finden, was ihr besitzt, nicht in Macht oder Reichtum, sondern in den Beziehungen, die ihr aufbaut, in dem Guten, das ihr tut, und in der Liebe, die ihr bereit seid zu schenken. Beginnt deshalb bei eurem eigenen Herzen. Befreit es von Egoismus, vom Verlangen, immer mehr zu besitzen, und vom Bedürfnis, über anderen zu stehen. Lasst euch von der Liebe verwandeln.
Entscheidet euch für die Einfachheit – nicht als Verzicht, sondern als Freiheit. Wartet nicht darauf, die Welt zu verändern, bevor ihr euch selbst verändert. Jede Geste der Güte, jede Begegnung, die in Liebe gelebt wird, und jede Tat, die ihr für einen anderen Menschen vollbringt, kann zu einem Gebet werden.
Macht also euer Leben zu einem lebendigen Gebet. Lasst das Evangelium darin sichtbar werden, wie ihr liebt, wie ihr mit anderen umgeht und wie ihr euer Leben zu gestalten beschließt. Und wenn ihr die Einfachheit, Authentizität und Freude in eurem Herzen bewahrt, wird der franziskanische Geist nicht nur ein Ideal sein, dem ihr folgt, sondern eine Lebensweise, durch die ihr das Evangelium Tag für Tag lebt.“
Welche Formen der Begegnung, Gemeinschaft und Erfahrung können jungen Menschen helfen, den heiligen Franziskus als einen Heiligen zu entdecken, der auch heute noch aktuell ist?
Junge Menschen können den heiligen Franziskus in Gemeinschaften entdecken, in denen sie sich angenommen, gehört und einbezogen fühlen und nicht verurteilt werden: in Gebetsgruppen, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, Begegnungstreffen, Wallfahrten, Freizeitaktivitäten oder verschiedenen Aktionen, die der Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen und dem Schutz der Schöpfung gewidmet sind. Solche Erfahrungen bieten jungen Menschen nicht nur einen Raum für Begegnungen, sondern auch die Möglichkeit, die Werte des Evangeliums und den franziskanischen Geist ganz konkret zu entdecken und zu erleben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Vorbilder. Junge Menschen müssen Menschen begegnen, die ihnen durch ihre eigene Lebensweise zeigen, dass die Werte, von denen sie sprechen, auch Wirklichkeit werden können. Das Zeugnis eines einfachen, authentischen, hilfsbereiten und nahestehenden Menschen kann manchmal mehr aussagen als viele Worte. Ordensschwestern, Ordensbrüder, Priester, Pädagogen, Freiwillige und andere Mitglieder der Gemeinschaft können für junge Menschen zu echten Vorbildern werden, wenn ihr Leben ein lebendiges Evangelium ist.
In diesem Sinne kann der heilige Franziskus für junge Menschen zu einem Vorbild und Orientierungspunkt werden – nicht nur durch das, was er war und getan hat, sondern vor allem durch die Werte, die er gelebt hat und die auch heute noch aktuell sind: Einfachheit, Gemeinschaft, Nähe zu den Armen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Frieden, Freude und Sorge für die gesamte Schöpfung.
Wenn der heilige Franziskus Menschen begegnete, begrüßte er sie mit den Worten: „Buon giorno, buona gente!“ – das bedeutet „Guten Morgen, gute Menschen!“ oder „Guten Tag, gute Menschen!“. Darin kommt die Anerkennung des Guten im anderen zum Ausdruck, noch bevor alles andere in den Blick genommen wird.
Und ich glaube, genau darin liegt die Schönheit des franziskanischen Geistes: einem Menschen nicht mit Misstrauen oder Gleichgültigkeit zu begegnen, sondern mit Güte, Freude und Frieden.
Ich möchte mit dem franziskanischen Gruß „Pace e bene“ – „Frieden und Gutes“ schließen. Entscheiden wir uns dafür, jeden Tag Licht und Güte zu sein, Frieden dorthin zu bringen, wo Unruhe herrscht, und Hoffnung dorthin, wo sie gebraucht wird. Denn die Veränderung der Welt beginnt bei jedem und jeder von uns – durch die Art und Weise, wie wir uns entscheiden, zu sein und unseren Mitmenschen zu begegnen. Nur durch Güte und Frieden können wir in der Welt, in der wir leben, wirklich etwas verändern.
Wir danken Ihnen für Ihre Gedanken, die Sie mit uns geteilt haben, und für die Zeit, die Sie uns gewidmet haben.
Pressestelle der Diözese Temeswar








