Das römisch-katholische Bistum Temeswar/ Timișoara hat neue Regeln für das Zelebrieren der Heiligen Messe eingeführt. Seit Ablauf des Notstandes können wieder Gottesdienste unter Beteiligung der Gläubigen stattfinden, jedoch dürfen diese nur im Freien und unter Einhaltung eines Mindestabstandes von zwei Metern zwischen den Teilnehmern zelebriert werden, informiert Josef Csaba Pál, römisch-katholischer Bischof von Temeswar.
Die ersten Heiligen Messen wurden bereits am Sonntag zelebriert. So konnten beispielsweise die Gläubigen im Hof des Bischöflichen Ordinariats, im Hof des Salvatorianer-Klosters in der Elisabethstadt, im Hof der Pfarrei Josefstadt oder im Hof der Frateliaer-Kirche bei der Heiligen Messe dabei sein. Für alle war es, nach zweimonatiger Funkstille, Nahrung für die Seele. Die Maßnahmen zur Verhinderung der Coronavirus-Verbreitung, die die Diözese Temeswar eingeführt hat, sind einfach: Türklinken dürfen nicht angefasst werden, separate Ein- und Ausgänge werden, soweit es diese Möglichkeit gibt, den Messebesuchern zur Verfügung gestellt. Vor und nach dem Empfang der Heiligen Kommunion müssen die Priester ihre Hände desinfizieren und beim Austeilen der Kommunion – nun ausschließlich in die Hand – haben sie Schutzmasken zu tragen. Spenden werden in Sammelbüchsen oder Kollektenkörben am Kirchenausgang gesammelt, ebenfalls dort werden die Gläubigen Infoblätter mit den Bankdaten der Pfarrgemeinde vorfinden, um per Banküberweisung für ihre Kirche zu spenden. Während der hl. Messe ist der Friedensgruß per Handschlag nach wie vor nicht mehr gestattet. Die Kirchen bleiben tagsüber mehrere Stunden offen, damit die Gläubigen kommen können,um individuell zu beten. Die Weihwasserbecken werden in der Coronavirus-Pandemie nicht gefüllt.
Den Gläubigen stehen die Seelsorger nun auch für die heilige Beichte zur Verfügung, allerdings empfiehlt Bischof Josef, keinen Beichtstuhl mehr, sondern große, gut durchlüftete Räume zu benutzen, in denen der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Beichtvater und Beichtender sollten dabei Schutzmasken tragen.
Da sich unter den neuen Bedingungen deutlich weniger Gläubige an den Gottesdiensten beteiligen können, werden täglich die Messen weiterhin online übertragen – auf der Facebook-Seite des Bistums oder der jeweiligen Pfarreien/Priester, die dies auch während des Notstandes so gehandhabt haben. Wallfahrten, Prozessionen, gemeinsame religiöse Reisen, aber auch Erstkommunionen können in dieser Zeit nicht mehr organisiert werden. Die Firmungen, die für Juni vorgesehen waren, finden nicht mehr statt, verschoben wird auch die Firmung in Arad-Schega, die im Juli hätte stattfinden müssen.
Raluca Nelepcu

Erschienen in: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, Bukarest, Mittwoch, 28. Jahrgang/Nr. 6847 vom 20. Mai 2020, S. 5.