Liebe Mitbrüder im priesterlichen Amt!
In Christus geliebte Schwestern und Brüder!

In der jetzigen Lage und laut der neuesten Vorschriften unserer Staatsbehörden, infolge von Besprechungen mit den anderen Bischöfen aus unserem Land aber auch mit den Priestern unserer Diözese, bringen wir folgende Vorschriften:

  1. Liturgische Feiern mit Teilnahme der Gläubigen in geschlossenen Räumen werden unterlassen. Vorläufig kann man noch im Freien Messen zelebrieren, mit weniger als 100 Teilnehmern, unter der Bedingung, dass die Sicherheitsdistanz von 1 Meter zwischen den Leuten gewahrt wird. Weil aber auch im Freien Ansteckungsgefahr besteht (auf dem Weg von und zurück zur Wohnung, weil der 1 Meter – Abstand nicht bewahrt wird), bitten wir die Priester diese Heiligen Messen nur dort zu zelebrieren, wo die oben genannten Bedingungen erfüllt werden können, damit wir unsere Gläubigen beschützen, besonders unsere älteren Gläubigen, die schon ein Leben lang in die Heilige Messe kommen.
  1. Unter den Umständen dieses Ausnahmezustands, begehen jene Gläubigen, welche aus Vorsichtsgründen nicht physisch anwesend sind in der Heiligen Messe, hiermit keine Sünde. (vgl. CIC. kan. 1245). Wir ermutigen sie aber die anderen Möglichkeiten für die Teilnahme an der Heiligen Messe wahrzunehmen – Fernsehen, Radio oder Internet – und sowohl das persönliche, als auch das gemeinschaftliche Gebet in der Familie zu pflegen. Die Heiligen Messen werden auf den bereits in den vorhergehenden Mitteilungen genannten Wege übertragen. Auch verschiedene Pfarreien haben bereits begonnen, die Heiligen Messen zu übertragen. Aus dem Hof des Bischöflichen Ordinariats wird das Pontifikalamt am Fest des Heiligen Josef um 11:00 Uhr in rumänischer Sprache übertragen, und am Sonntag, dem 22. März, um 9:00 Uhr in ungarischer Sprache. Wenn die Lage unverändert bleibt, so wird am 25. März das Pontifikalamt in deutscher Sprache übertragen um 10:00 Uhr. Man kann diese Heiligen Messen verfolgen auf der Facebook-Seite unseres Bistums: (https://www.facebook.com/Episcopia-Romano-Catolică-TimișoaraBistum-TemeswarTemesvári-Egyházmegye-1786562278280073). Weitere Möglichkeiten für Heilige Messen in deutscher Sprache auf www.mission.at, jeden Tag um 13:00 Uhr.
  1. Vorläufig bleiben unsere Kirchen geöffnet, damit die Möglichkeit des persönlichen Gebets vor der Eucharistie gegeben ist.
  1. Auch unter diesen Umständen sollen wir unseren Gläubigen Beichtgelegenheit anbieten. Wenn es möglich ist, sollte das im Freien geschehen oder, falls dies nicht möglich ist, dann aber in grösseren Räumlichkeiten, damit der vorgeschriebene Abstand eingehalten werden kann.
  1. In diesen schwierigen Zeiten, wenn wir nicht zur Kommunion gehen können, so können wir doch geistig kommunizieren. Die geistige Kommunion ist eine Form der Heiligen Kommunion, wenn jemand nicht zur Kommunion gehen kann, so kann er doch der Gnaden der Heiligen Kommunion teilhaftig werden. Es ist aber gut zu wissen, dass wir uns auch auf diese Form der Kommunion gut vorbereiten sollen, so wie wir uns auch auf die Kommunion mit der Heiligen Hostie vorbereiten.

Gebet zur geistigen Kommunion: Ich glaube an dich, Jesus Christus, Ich preise dich und liebe dich von ganzem Herzen. Ich bereue all meine Sünden, denn ich möchte dich in der Heiligen Kommunion empfangen, damit ich mit dir lebe. Komm, Herr Jesus, in mein Herz, und lebe hier in Ewigkeit! Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre mich für das ewige Leben! Ich begrüsse dich, Jesus, in meinem demütigen Herzen! Ich vertraue mich Dir an! Dein will ich für immer sein, im Leben und im Tod. Amen.

  1. Weil wir nun Handkommunion machen, ist es besser wenn die Kollekte, wo wir mit unseren Händen Geld berühren, erst am Ende der Heiligen Messe gemacht wird.  
  1. Tun wir alles, was in unserer Kraft steht für unsere älteren und kranken Gläubigen, allerdings unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Bringen wir ihnen geistlichen Trost und, wenn es möglich ist, auch sakramentalen Beistand, aber seien wir auch aufmerksam, ob sie eventuell auch materielle Not leiden. In diesem Sinne sollen wir in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden handeln.
  1. Die Bischofskonferenz in Rumänien hat ein Triduum vorgesehen für den 22.-23.-24. März, also für die drei Tage vor dem Fest der Verkündigung des Herrn. So wie die Kinder jedes Mal zur Mutter laufen, wenn etwas Besonderes in ihrem Leben passiert, so wollen auch wir im Gebet die ganze Menschheit zur Mutter Gottes bringen, vor allem jene, die nun von dieser Pandemie am meisten betroffen sind. In unserer Diözese wird an jedem der drei Abende, um 21:00 Uhr, gemeinschaftliches Gebet aus der Kapelle des Bischöflichen Ordinariats übertragen. Wer teilnehmen möchte, kann dies über die Facebook-Seite unserer Diözese tun. (https://www.facebook.com/Episcopia-Romano-Catolică-TimișoaraBistum-TemeswarTemesvári-Egyházmegye-1786562278280073). Für wen aber 15:00-17:00 Uhr ein besserer Termin wäre, der kann eventuell die 20 Rosenkranzgesetzlein zusammen mit Radio Maria in rumänischer Sprache beten. Oder man kann weitere Möglichkeiten finden. Ebenfalls kann man fasten und Gutes tun und dies aufopfern.
  1. Wenn wir auch unter den derzeitigen Umständen keine Heiligen Messen mit Teilnahme der Gläubigen feiern können (weder in der Kirche, noch in der Kapelle!), so bitte ich doch die lieben Mitbrüder im priesterlichen Amt, nicht zu vergessen, dass im eucharistischen Opfer der Heiligen Messe jedes Mal die Heilstat vollbracht wird. Deshalb bitte ich, dass die Heilige Messe täglich zelebriert wird, auch wenn hinter verschlossenen Türen, ohne die Anwesenheit der Gläubigen, denn die Heilige Messe ist die Tat Christi und der Kirche, und somit die wichtigste Pflicht des Priesters. (can. 904 CIC).
  1. Die wichtigste Bedingung um Verzeihung unserer Sünden zu erhalten ist die Reue: wir sollen unsere Sünden bereuen, die Tatsache, dass wir vor Gott gesündigt haben, wir sollen die Sünde als böse betrachten und nehmen uns vor die Sünde zu meiden. Unter gewöhnlichen Umständen kann man für eine Todsünde nur im Sakrament der Beichte Verzeihung finden. Unter besonderen Umständen, wenn es keine Beichtgelegenheit gibt, können wir vollkommene Reue zum Ausdruck bringen, wenn wir unsere Sünden aus Liebe zu Gott bereuen. Und so können wir die Verzeihung Gottes erlangen. Für die vollkommene Reue sollen wir uns auch vornehmen, sobald es möglich sein wird, zur Beichte zu gehen. (can. 916 CIC) Die jetzige Lage betrachten wir als höchste Notsituation, somit empfehle ich allen Gläubigen, wenn sie keine Beichtgelegenheit haben, den lieben Gott, durch vollkommene Reue, um Verzeihung zu bitten.

Gebet für die vollkommene Reue: Ich bereue es von ganzem Herzen, lieber Gott, dass ich dich so oft beleidigt habe und ich so oft deiner Gnade unwürdig geworden bin, so dass ich deine zeitliche und ewige Strafe verdiene. Vor allem bereue ich meine Sünden, durch die ich dich, mein höchstes Gut, meinen besten Vater und meinen grössten Wohltäter beleidigt habe. O, mein lieber Gott, durch deine Gnade bin ich sicher, dass du meine Sünde hinwegnimmst, vor allem… [denke hier an die Sünden, die du ablegen willst]; ich werde dich nicht mehr beleidigen und jede Gelegenheit zur Sünde aufmerksam meiden. Ich bitte dich, o Herr, wende deinen Blick mir zu und hilf mir, dass ich die Tage, die mir bevorstehen, besser denn je benütze! Heilige Jungfrau Maria, Heiliger Schutzengel, steht mir bei! Amen.
Wir durchleben schwierige Zeiten. Am schwierigsten ist es vielleicht das Gefühl der Hilfslosigkeit zu erfahren. Und dennoch können wir ganz viel tun. Das erste und wichtigste, was wir tun können, ist wiederentdecken, dass unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Welt und unsere Wirtschaft, ja alles in der Hand Gottes liegt. Auch diesen Zeitabschnitt in unserem Leben können wir mit Ihm durchleben, im Vertrauen auf Seinen göttlichen Willen. Und dann, wenn wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf Ihn gerichtet haben und uns nach Seinem Willen ausrichten, können wir auch viele konkrete Dinge tun. Viele Menschen haben, zum Beispiel, jetzt wieder begonnen in ihren Familien gemeinsam zu beten. Einige Familien haben sich über das Internet oder über das Telefon mit vielen anderen Familien zum Gebet verbunden. Und so beginnen sie ihr Leben in einem neuen Licht zu entdecken. Einer unserer Gläubigen, ein älterer Herr, der im Krankenhaus liegt, hilft, soweit seine Kräfte reichen, seinem Bettnachbarn, anstatt mit sich selbst, mit der eigenen Krankheit beschäftigt zu sein, und mit jeder Gelegenheit bringt er seine Dankbarkeit zum Ausdruck dem Krankenhauspersonal für all das, was sie tun. Seine Angehörigen sind, sooft sie mit ihm am Telefon sprechen, von seinem Beispiel auch erbaut und versuchen ebenso an ihren Nächsten zu handeln. Uns allen wird sich die Möglichkeit bieten, zahlreiche solche gute Taten zu tun.
Und besonders in diesen Tagen, vergessen wir nicht einander gegenseitig in unseren Gebeten zu tragen!
+ Josef, Bischof von Temeswar