In Christus geliebte Brüder und Schwestern!

Anbei eine Reihe von Bestimmungen, die eingehalten werden müssen. Sie kommen zur Beseitigung der Unklarheiten, soweit dies möglich ist:

1. Die Feier der Hl. Messe und andere Zelebrierungen, bzw. Andachten, sowohl in geschlossenen Räumen, als auch im Freien, unter Teilnahme der Gläubigen, sind streng verboten.

2. Die Beerdigungen können ohne Hl. Messe, nur am Grab, womöglich kürzer, ohne Predigt, zelebriert werden. Maximal 8 Personen dürfen sich insgesamt daran beteiligen. Es ist notwendig, dass die Verwandten und Angehörigen über diese Art der Trauerfeier informiert werden. Falls der Kantor schon über 65 Jahre alt ist, soll er nicht an der Trauerfeier teilnehmen. Diese Verordnung ist ab heute sofort gültig und bleibt in Kraft bis zur Überwindung der Krise.

3. Nur diejenigen Pfarrangestellten sollen zum Dienst kommen, deren Arbeit unentbehrlich ist und die nicht von zu Hause arbeiten können. Andererseits sollen jene Angestellten, die am Arbeitsplatz erscheinen, vom Pfarrer, als Arbeitgeber, eine Bestätigung erhalten, die sie stets bei sich tragen müssen. Vorläufig ist dies gesetzlich nur für jene Personen vorgeschrieben, die ihre Wohnung im Zeitraum 22.00-06.00 Uhr aus guten Gründen verlassen müssen (diese Gründe werden im Militärerlass genau geschildert). All dies ist auch für die Priester gültig. Haltet stets die Regeln zur Vorbeugung einer Infizierung ein (Händewaschen, Einhaltung eines bedeutenden Abstands, wenn ihr anderen Leuten begegnet, Desinfizierung, Mundschutzmaske, usw.)

• Diejenigen, die ihre Häuser aus andere Gründen als den dienstlichen verlassen, müssen eine Erklärung auf eigene Verantwortung unterzeichnen, Erklärung, die sie stets bei sich tragen müssen. Das Verlassen der Wohnung darf nur unter sehr gut begründeten Umständen stattfinden. All diese Einschränkungen können auch tagsüber verpflichtend werden; in bestimmten Regionen wird dies bereits so gemacht. Ich bitte alle Mitbrüder im priesterlichen Amt, auch tagsüber das Pfarrhaus nur unter sehr gut begründeten Umständen zu verlassen und dazu auch andere Menschen, soweit es möglich ist, zu ermahnen, zu Hause zu bleiben.

4. An Palmsonntag werden heuer keine Palmkätzchen gesegnet.

5. Bei der Hl. Beichte, wenn Ihr einen ausreichenden Abstand zwischen Priester und Gläubigen einhaltet, seid trotzdem vorsichtig, das sakramentale Geheimnis der Beichte nicht zu kompromittieren.

6. Heuer fällt die Kollekte für Berufungen am Sonntag des Guten Hirten aus.

7. Einmalige Unterstützung für die ärmsten Pfarreien. Da einerseits in dieser Zeitspanne unsere Gläubigen physich die Hl. Messen nicht besuchen können und die Kirchen nur von wenigen Personen besucht werden, andererseits aber, da die Ausgaben der Pfarreien trotzdem unverändert bleiben, haben wir beschlossen, 20 unserer ärmsten Pfarreien eine einmalige Unterstützung in Höhe von je 1.000 RON seitens des Bischöflichen Ordinariats zukommen zu lassen. (Auch in dieser Situation wurden die Kriterien, die im Fall des Solidaritätsfonds gelten, angewandt).

8. Die Dekanatsvisitationen werden heuer erst nach dieser außergewöhnlichen Zeitspanne vorgenommen.

9. Das Diözesanjugendtreffen, das heuer für den 16. Mai vorgesehen war, sowie die Begegnung mit den Jugendlichen, die sich auf die Hl. Firmung vorbereiten, fallen aus. Die Frist zur Einreichung der Firmlingenlisten wird vom 31. März auf ein späteres Datum verlegt.

10. Alle Firmungen der Monate April und Mai (19. April in Kischineu-Krisch, 17. Mai in Tschakowa, 30. Mai in Neuarad, 31. Mai in Temeswar II. Fabrikstadt) werden abgesagt.

11. Um die (Dienst-)Reisen und dadurch auch die Verbreitung des COVID-19 zu verhindern, sendet bitte dem Buchhaltungsbüro des jeweiligen Erzdekanats eingescannt jene Dokumente, die auch auf diese Weise erledigt werden können.

Auch wenn es Euch scheint, dass einige dieser Maßnahmen schwer einzuhalten sind, vergesst bitte nicht: Dadurch können wir ein oder mehrere Menschenleben retten! Und gerade das ist unsere Christenpflicht!
Unter den vom Corona-Virus bestimmten Umständen, hat der Heilige Stuhl am 19. März die neuen Regelungen bekannt gemacht, was den vollkommenen Ablass betrifft, und am 20. März jene, die das Sakrament der Busse betreffen.

In besonderer Weise möchte ich auf Folgendes aufmerksam machen:

GENERALABSOLUTION

1. Das Sakrament der Busse wird auch während der Covid-19-Krise auf gleicher Weise erteilt, indem der Sünder seine Sünden reumütig bekennt und der Priester ihm dann die Lossprechung gibt (siehe CIC can.960).

2. Die Generalabsolution ist eine ausserordentliche Form der Lossprechung, durch welcher der Gläubige (bzw. eine Gruppe von Gläubigen gleichzeitig), ohne ein volles, persönliches Bekenntnis der Sünden – unter ernstem Ausnahmezustand und mit Genehmigung des Bischofs – Lossprechung von Seinen Sünden erhält.

3. Bedingungen für die Generalabsolution:
• In Todesgefahr: wenn der Priester, unter den gegebenen Umständen, nicht Zeit

genug hat, um die Beichte der reuemütigen Gläubigen zu hören. Eine ernste Krankheit oder das Voranschreiten einer Epidemie ist als Todesgefahr zu betrachten.

• In besonderer Notlage: wenn es nicht genügend Beichtväter gibt für die grosse Anzahl der reuemütigen Gläubigen, so dass nicht alle Beichten gehört werden können und die Gläubigen deshalb, aus Gründen, die von ihnen unabhängig sind, die Gnade des Sakraments entbehren müssen.

• Jene Gläubigen, welche Generalabsolution bekommen, sollen dafür gehörend vorbereitet sein. Damit die Absolution auch gültig ist, müssen die Gläubigen den Vorsatz haben, das Bekenntnis ihrer schweren Sünden in der Beichte bei nächster Gelegenheit nachzuholen.

• Wenn, unter den jetzigen Umständen, der Beichtvater, im Einklang mit den oben angeführten Regelungen, erwägt eine Generalabsolution zu erteilen, dann soll er den Diözesanbischof im vorhinein darüber unterrichten oder, wenn dies nicht möglich ist, so bald wie möglich, darüber informieren. Ich bitte meine Mitbrüder im priesterlichen Dienst, unter den gegebenen Umständen, ihr Urteilsvermögen vorsichtig und weise einzusetzen, im Bewusstsein dessen, dass wir, durch die Anwendung dieser ausserordentlichen Gnadenwerkzeuge, nur dem Seelenheil derGläubigen dienen wollen.

DIE VOLLKOMMENE REUE

Laut Absatz Nr. 1452 aus dem Katechismus der Katholischen Kirche gilt: „Wenn”. In einer ernsten Situation, wenn es keine Beichtgelegenheit gibt, ist es notwendig die vollkommene Reue in uns zu wecken. Eine solche Reue lässt die lässlichen Sünden nach; sie erlangt auch die Vergebung der Todsünden, wenn sie mit dem festen Entschluss verbunden ist, sobald als möglich das sakramentale Bekenntnis nachzuholen.

Sofern die Generalabsolution nicht möglich ist, weckt der Gläubige die vollkommene Reue in seinem Herzen und trifft den festen Vorsatz, sobald als möglich das sakramentale Bekenntnis nachzuholen.

VOLLKOMMENER ABLASS

Angesichts der ernsten Lage, bietet die Kirche den am Coronavirus erkrankten Gläubigen beziehungsweise Menschen in Quarantäne die Möglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu gewinnen, wenn sie jeder Sünde absagen, sich im Geiste vereinen mit den über den Medien übertragenen Heiligen Messen, den Rosenkranz, den Kreuzweg oder weitere Andachten beten, oder wenn sie das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und ein Mariengebet sprechen und diese aufopfern, im Glauben an Gott und in der Liebe zu den Nächsten, mit dem Vorsatz, die gewohnten Bedingungen (sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion und Gebet auf die Intention des Heiligen Vaters) sobald als möglich nachzuholen.

Diese Möglichkeit zum vollkommenen Ablass gilt, unter den gleichen Bedingungen, auch für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen, für die Familienangehörigen der Erkrankten und für alle, die der Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, während sie für die Erkrankten sorgen, laut dem Worte unseres Heilands: „Es gibt keine größere Liebe, als.” (Joh 15,13)

Rezitieren des Rosenkranzes beziehungsweise des Kreuzweges, oder auch den Rosenkranz der göttlichen Barmherzigkeit beten und Gott den Allmächtigen um Einhalt dieser Epidemie bitten, sowie auch um Heilung für die Kranken und um das ewige Heil für jene, die er zu sich gerufen hat.

Der vollkommene Ablass kann auch von den Gläubigen erlangt werden, die im Sterben liegen und nicht in der Lage sind, das Sakrament der Krankensalbung zu empfangen: In diesem Fall wird empfohlen, ein Kreuz zu betrachten.

Als Ergänzung zu den bisher genannten Regelungen, möchte ich meine Mitbrüder im priesterlichen Dienst auch noch auf Folgendes aufmerksam machen:

  • Die Erteilung der Sakramente (Taufe, Eheschliessung) soll nur im Notfall erfolgen, und dann im sehr engen Kreis (bei der Taufe nur die Eltern und Paten, bei der Eheschliessung nur das Ehepaar und zwei Trauzeugen), unter Beachtung aller Hygienevorschriften.
  • Die Beichte soll nur im Freien erfolgen, unter Beachtung der Vorsichtsmassnahmen (in vorgeschriebener Entfernung, mit Maske, usw.).
  • Geistliche Assistenz kann man den Gläubigen in Quarantäne auch telefonisch anbieten, Lossprechung von ihren Sünden aber ist auf diesem Weg nicht möglich.
  • Auch die Krankensalbung muss vorsichtig erteilt werden, unter Beachtung der Vorschriften der Behörden.
  • Man kann nur eine einzige Körperstelle salben und dabei das ganze Gebet sprechen (siehe CIC can. 1000).
  • Vor und nach der Erteilung der Krankensalbung muss man die Hände desinfizieren.
  • In Notfällen kann man die Krankensalbung erteilen, wobei man die Sicherheitsvorkehrungen beachtet und Schutzkleidung trägt.
  • Falls die Schutzkleidung und die Vorschriften der Behörden es unmöglich machen, die Krankensalbung mit der Hand zu erteilen, dann erlaubt das Kirchenrecht ein geeignetes Werkzeug dafür zu benützen (siehe CIC can.1000 &2) (zum Beispiel das Wattestäbchen zum Reinigen der Ohren).
  • Beerdigungen können ebenfalls nur in ganz engem Kreis erfolgen und auf die Totenwache verzichten wir.
  • Im Anbetracht der in unserem Land geltenden Einschränkungen und Pflichten und unter den Umständen der fortschreitenden Epidemie, bleiben diese Regelungen ab dem 21. März 2020 für unsere Diözese gültig, bis zu ihrer zukünftigen Aufhebung.Was Sicherheitsvorkehrungen und eventuelle Änderungen betrifft, bitte ich Sie aufmerksam die Verlautbarungen der Behörden zu verfolgen.

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Temeswar, den 23. März 2020,

                                                                                                                                                ✠ Josef, Bischof