In der griechisch-katholischen Pfarrkirche „Kreuzerhöhung“ in Karansebesch fand der zweite Abend der ökumenischen Gebete statt, an dem drei Oberhirten: Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, Seine Exzellenz Ioan-Călin Bot, Weihbischof von Lugosch und Seine Exzellenz Lucian Mic, orthodoxer Bischof von Karansebesch, sowie Dekane und Priester der drei Konfessionen, Vertreter der Stadtverwaltung Karansebesch und des Demokratischen Forums der Deutschen im Banater Bergland anwesend waren.
Die ökumenische Feier wurde um 17 Uhr mit der Begrüßung durch S.E. Ioan-Călin Bot eröffnet, der auch die Grüße S.E. Alexandru Mesian, dem griechisch-katholischen Diözesanbischof von Lugosch, überbrachte: „Christus in unserer Mitte! – Ist und wird sein! Die Verbundenheit und Einheit der Christen ist Gottes Wille. Wir sind im Gebet vereint, aber wir sind auch mit dem Gebet Jesu mit dem Vater vereint, der die Achse der Welt ist, der die Welt hält. Jesus bat den Vater, dass alle eins sein mögen. Das ist es, was wir hier tun, wir erfüllen den Willen Jesu“.
Danach konnten alle Anwesenden mit einer Stimme die Mutter Gottes um Hilfe anrufen, und es wurde ein Teil der Akathist der Gottesmutter Maria gesungen, der ältesten Akathist, nach der alle anderen ähnlichen Hymnen sowohl in der orthodoxen als auch in der griechisch-katholischen Kirche zusammengesetzt wurden.
Die Meditation dieses ökumenischen Gebetsabends hat Seine Exzellenz Lucian Mic, orthodoxer Bischof von Karansebesch vorgetragen. Zum Thema „christliche Moral“ sagte er: „In unseren Zeiten, glaube ich, dass alle Christen zum Wort Gottes zurückkehren müssen. Die Heilige Schrift verbindet uns, gibt uns Leben, gibt uns Hoffnung. Die christliche Moral hat nie eine konfessionelle Färbung gehabt und wird sie auch nie haben“. Unter Berufung auf die Worte der Heiligen Schrift: «Lernt Gutes zu tun, sucht Gerechtigkeit» (Jesaja 1,17), die das gesamte erste Kapitel des Jesajabuches wiedergeben, sagte der orthodoxe Bischof: „Jesaja spricht jetzt zu uns. Denken wir daran, dass Jesus Christus uns auffordert, den wahren und lebendigen Gott im Geist und in der Wahrheit anzubeten. Liebe Brüder und Schwestern, es ist vergeblich, dass wir uns in der Kirche versammeln, wenn wir nicht ein authentisches Leben in Gott, in Christus Jesus leben, wenn wir nicht unser Kreuz auf uns nehmen und dem Herrn folgen und seine Gebote übertreten. (…) Kehren wir zum Kern des Christentums zurück: Gottes- und Nächstenliebe – die Synthese der Heiligen Schrift – das Gebot der Liebe. Christus hat am Kreuz von Golgotha das ganze Menschengeschlecht umarmt.“
Um der Aufforderung des Propheten Jesaja folgen zu können, empfahl der orthodoxe Bischof, ständig Buße zu tun und den Bedürftigen (Armen, Witwen, Waisen usw.) Hilfe zu leisten.
Das ökumenische Treffen wurde mit der Begrüßung Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, römisch-katholischer Diözesanbischof von Temeswar, fortgesetzt, der den Anwesenden mitteilte, dass seine Anwesenheit bei diesen Treffen durch die Tatsache motiviert sei, da „…ich mein Ohr an das Herz Jesu gelegt habe, der von ganzem Herzen dafür gebetet hat, dass alle eins seien. Denn es ist der Wunsch und Wille Jesu, dass alle eins sind. Wir sind gekommen, um gemeinsam zu beten und diese Brüderlichkeit aufzubauen, uns gegenseitig kennenzulernen und im Guten zu leben.“
Zum Abschluss überreichte Seine Exzellenz Ioan-Călin Bot den Mitbrüdern einige symbolische Geschenke: dem orthodoxen Mitbruder ein Brustkreuz mit der Darstellung des Guten Hirtens, Jesus Christus, der auf seinen Schultern nicht nur ein krankes oder verirrtes Schaf, sondern eine ganze Schafherde trägt, und dem römisch-katholischen Mitbruder eine Ikone mit dem Bild der „Allerheiligsten Dreifaltigkeit“, Geschenke, die er anlässlich seiner letzten Reise in der Ewigen Stadt, Rom, mit großer Liebe mitgebracht hatte.
Musikalisch wurde das Gebetstreffen vom Chor «Charis» des griechisch-katholischen Klosters „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ von Gyrok umrahmt.
Thabitta Kozilek / Pressestelle der Diözese Temeswar
Foto: Drd. Raimondo-Mario Rupp, Dr. Claudiu Călin



























