Am Mittwoch, dem 20. Januar 2021, um 11.00 Uhr, wurde in der Pfarrkirche zur Hl. Katharina zu Temeswar I. Innere Stadt eine Hl. Messe (Requiem) für die Opfer der Verschleppung in die Sowjetunion von 1945, katholische deutsche Gläubigen (Banater Schwaben und Berglanddeutsche) unserer Diözese, aber auch aus anderen Teilen des Landes (Sathmar, Marmarosch, Altreich, Siebenbürgen, Buchenland und Dobrudscha) und anderen Konfessionen (Protestanten). Die Deportation, die durch die sowjetischen Machthabern verordnet und von den rumänischen Behörden durchgeführt wurde, kostete Tausenden von Menschen das Leben, arbeitsfähige Männern und Frauen, aber auch Kindern und alten, alleine hinterbliebenen Familienangehörigen. Die Gedenkmesse wurde von der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar, das Pfarramt Temeswar I. Innere Stadt, vom Deutschen Demokratischen Forum im Banat und vom Verein der Ehemaligen Russlanddeportierten organisert. Hauptzelebrant war Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, unter Beteiligung von Pfr. Gábor Benedek Márton.

In seiner Predigt beschrieb Msgr. Johann Dirschl die Ereignissen, die vor 76 Jahren stattgefunden haben. Damals, befiel die Alliieren Kontrollkommision für Rumänien, auf Initiative der Sowjets, der Rumänischen Regierung, mittels Note Nr. 031, dass unser Land arbeitsfähige Rumäniendeutsche: Männer zwischen 17 und 45 Jahren und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren (die keine Kinder unter 1 Jahr haben) zur „Weideraufbauarbeit“ in die Sowjetunion senden muss. Man sprach ursprünglich von 100.000 Personen, die von den Sowjets verlangt wurden. Es wurden jedoch etwa 68-70.000 Menschen verschleppt Aus dem Banat wurden etwa 33.000 Banater Schwaben und Berglanddeutsche deportiert; aus Siebenbürgen wurden wenig über 30.000 Siebenbürger Sachsen und Landler und aus Sathmar etwa 5000 Sathmarer Schwaben und Zipser verschleppt. Aus der Reihe der Banater starben etwa 5000 Personen in der Sowjetunion oder unterwegs. Todesursachen waren Verhungerung, totale Abwesenheit der medizinischen Versorgung, die schlechte Behandlung bei der Zwangsarbeit in den Lagern oder in den Berggruben, die Kälte oder manche wurden sogar getötet.

Die Gebete, die Hl. Messe wurden für die Seelen aller Verstorbenen, die ihr Leben im Rahmen dieser Tragödie, weit in der Ferne, unterwegs, oder nach der Rückkehr verloren haben geopfert. Gedacht wurde auch an alle die zu Hause, verlassen, alleine, ohne jegliche Unterstützung, Kinder oder alte, kranke Menschen, gestorben sind. Die Gebete für die Seelen der Verstorbenen werden zu Gott erhoben, dass der Herergott die ewige Ruhe und den Seelenheil, den Opfern dieser Tragödie, in den Himmel schenken möge. Kein Mensch sollte diesen Schicksal mehr teilen, niemand soll wegen seiner Ethnie, Muttersprache, Religion, Rasse oder egal aus welchem anderen Grunde benachteiligt werden.

Die Lesung aus dem Alten Testament las Christian Rudik, Direktor der Temeswarer Nationaloper und die Fürbitten Claudiu Călin, Diözesanarchivar. Anwesend waren auch Johann Fernbach, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Ignaz Bernhard Fischer, Vorsitzender des Vereins der Ehemaligen Russlanddeportierten und Frau Dagmar Șiclovan, Vorsitzende der „Stefan-Jäger“-Stiftung.

An der Orgel spiel Herr Robert Bajkai-Fábian, Organist der Domkirche, begleitet von Mugurel Chrilă, von der Temeswarer Nationaloper. Es beteiligten sich Gläubigen und Ordensschwestern, unter Einhaltung der geltenden sanitären Regelungen. Am Ende der Hl. Messe dankte der hochw. Herr Generalvikar Dirschl allen Beteiligten und allen Teilnehmern, seien sie physisch in der Kirche, oder on line verbunden (die Hl. Messe wurde live auf der Homepage der Pfarrei / Parohia Sf Ecaterina Cetate/ gestrahlt). Verbungen im Gebet, wurde allen Opfer der Deportation gedacht!

Dr. Claudiu Călin