Vor fünfundzwanzig Jahren kniete ein junger Diakon inmitten der im Dom zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, versammelten Priester nieder. Nach der Handauflegung nahmen sie ihren neu geweihten Mitbruder während der feierlichen Heiligen Messe herzlich in ihre Reihen auf. Ein Vierteljahrhundert später erinnern sich wahrscheinlich viele derjenigen, die am Mittwoch, dem 7. Oktober, in die Pfarrkirche von Temeswar-Josefstadt gekommen waren, um Vikar für Pastoral und Pfarrer der örtlichen Gemeinde, Zsolt Szilvágyi, zu seinem Jubiläum zu gratulieren, noch an jene Momente.
Bei der um 17.00 Uhr zelebrierten Heiligen Messe anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums, auch Silbernes Priesterjubiläum genannt, reichte der Platz im Kirchenschiff nicht aus, sodass eine Gruppe von Gläubigen die Feier auf einer Leinwand im Kirchenhof verfolgte. Die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe übernahmen der Pfarrchor „Laudate Dominum“ und der Kinderchor „Szeretethangok“.
„Vor fünfundzwanzig Jahren, an diesem Tag, habe ich meine erste Heilige Messe gefeiert. Als ich den Weg des Priestertums einschlug, wählte ich die Worte des heiligen Apostels Paulus zu meinem Leitwort: ‚Gott ist treu.‘ In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren habe ich diese Wahrheit Tag für Tag erfahren. Deshalb möchte ich in dieser Heiligen Messe vor allem ihm danken“, sagte der Jubilar zu Beginn der Feier.
Anschließend begrüßte er die Anwesenden: Seine Exzellenz Iosif Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, Seine Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, der ihn zum Diakon geweiht und ihn später in den Kreis seiner Mitarbeiter aufgenommen hatte, sowie Seine Exzellenz József Tamás, emeritierter Weihbischof von Alba Iulia, der ihn vor 25 Jahren durch Handauflegung und das Weihegebet in der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar zum Priester geweiht hatte.
Der Jubilar begrüßte außerdem Pfarrer Lajos Kondé, Bischofsvikar für Pastoral der Diözese Szeged-Csanád, Dr. Dirk Gärtner, Regens (Leiter) des Bischöflichen Priesterseminars Fulda, ehemaliger Kurskollege, eine Delegation aus dem Bistum Subotica, seine Mitbrüder im priesterlichen Dienst, die Diakone, Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, seine Angehörigen, die aus seinem Heimatort Neusimand (Zimandu Nou) angereisten Gläubigen, die Gäste sowie die Mitglieder der Pfarrgemeinde.
„Diese Heilige Messe feiere ich für Sie alle, für jene, die mich in diesen fünfundzwanzig Jahren begleitet haben, und für jene, die ich selbst begleiten durfte“, sagte Pfarrer Zsolt Szilvágyi.
Das Evangelium wurde von Diakon Peter Baum verkündet.
In seiner auf Rumänisch gehaltenen Predigt wandte sich Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, zunächst an den Jubilar: „Lieber Zsolt, für dich ist das Priestertum ein Dienst, den du mit großer Freude ausübst. Das ganze Leben eines Christen muss ein Dienst sein, sonst können wir unser wahres Glück nicht finden. Wer verstanden hat, dass der Sinn des Lebens im Dienen liegt, hat das Wesen des Christentums verstanden.“
Ausgehend vom Leitwort des Jubilars, „Gott ist treu“, hob der Diözesanbischof drei wesentliche Gründe zur Dankbarkeit hervor: den Glauben, das Priestertum und den Dienst. Er betonte, dass die wahre priesterliche Berufung aus der Gemeinschaft mit Christus hervorgeht und sich in der Freude am Dienst an den Mitmenschen zeigt, insbesondere an Kranken und Bedürftigen. Einen wichtigen Platz in der Predigt nahm auch die Gemeinschaft ein, die der Priester aufzubauen berufen ist und in deren Mitte er seine eigene Berufung lebt.
Die Predigt in deutscher Sprache hielt Dr. Dirk Gärtner, Regens des Priesterseminars in Fulda und ehemaliger Studienkollege des Jubilars. Ausgehend vom Bericht über die Stillung des Sturms im Markusevangelium betonte er, dass Gott weder den Menschen noch seine Kirche im Stich lässt, auch nicht in Zeiten der Schwierigkeiten und Veränderungen. Eine besondere Bedeutung maß er dem Kopfkissen bei, auf dem Jesus im Boot schlief. Es wurde zum Symbol des Vertrauens und der inneren Ruhe, die aus der Hingabe an Gottes Hände erwächst. In diesem Sinne schenkte er dem Jubilar ein Kissen und ermutigte ihn, seinen priesterlichen Dienst im Vertrauen auf Gottes Treue fortzusetzen.
„Wir haben keinen Grund, uns zu fürchten, nicht einmal vor den Stürmen unserer Zeit, weder in der Kirche noch in der Gesellschaft. Denn der Meister ist mitten unter uns und gebietet dem Wind. Der Meister steht auf, und das Kissen bleibt frei. Er lädt jeden von uns ein, seinen Kopf auf dieses Kissen zu legen, denn wir müssen auf den Herrn vertrauen, der seine Kirche weiterhin führen wird. Er wird auch deine Berufung weiterhin leiten, lieber Zsolt“, sagte Dr. Dirk Gärtner.
Die Predigt in ungarischer Sprache hielt Dr. László Bakó, Pfarrer von Dorobanți, der ebenfalls aus Neusimand (Zimandu Nou) stammt. Er begann seine Ansprache mit einer schönen Kindheitserinnerung: Als Zsolt Szilvágyi in Fulda und Münster Theologie studierte, brachte er ihm und seiner Schwester bei jedem Ferienaufenthalt zu Hause Milchschokolade aus Deutschland mit.
„Natürlich danken wir Gott für die Heiligen Messen, die in diesen 25 Jahren gefeiert wurden, für die gespendeten Sakramente, die zahlreichen Predigten und den gesamten Dienst, der in dieser Zeit geleistet wurde. Doch über all das hinaus feiern wir etwas noch Wichtigeres: die Liebe und die Hilfe des gütigen Gottes. Vor 25 Jahren hat Gott einen jungen Mann berufen, Priester zu werden und ein Werkzeug seiner Liebe zu sein.
Er sollte da sein, wenn ein Kind getauft wird, wenn zwei Menschen einander das gemeinsame Leben versprechen, wenn jemand Gott um Vergebung bittet, wenn am Krankenbett eines Menschen gebetet werden muss oder wenn jemand auf seinem letzten Weg begleitet werden soll. Aber auch dann, wenn jemand einfach nur einen Menschen braucht, der ihm zuhört.
Letztlich schenkt der Priester nicht sich selbst, sondern vermittelt die Hilfe Gottes. Manchmal durch Worte, manchmal durch die Sakramente und manchmal allein durch seine Gegenwart. Deshalb geht es in der heutigen Heiligen Messe nicht nur um die 25 Dienstjahre von Pfarrer Zsolt, sondern auch um den gütigen Gott, der durch ihn den Menschen zu Hilfe kommen wollte“, sagte der Pfarrer.
Am Ende der Heiligen Messe überbrachten Seine Exzellenz József Tamás, emeritierter Weihbischof, auf Ungarisch und Rumänisch sowie Seine Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, auf Deutsch ihre Glückwünsche an den Jubilar. Bischof Roos unterstrich vor allem die Bedeutung eines Priesterjubiläums: welches eigentlich eine Danksagung ist, aber – so der Bischof – auch die Gemeinde in der Josefstadt kann Gott dankbar sein, dass sie zwei junge Priester hat, die sehr gut die Pastoration in allen drei Sprachen sichern, d.h. in den Sprachen in denen die Gläubigen beten und fühlen: Deutsch, Ungarisch und Rumänisch.
Im Namen der römisch-katholischen Pfarrgemeinde von Temeswar-Josefstadt, in der Pfarrer Zsolt seit 16 Jahren als Pfarrer wirkt, richteten drei Gläubige Worte der Anerkennung und Dankbarkeit an ihn und überreichten ihm einen schönen Blumenkorb. Auch die Gemeinde aus Neusimand, dem Ort, in dem der Jubilar seine Kindheit verbrachte, übermittelte ihm ihre Glückwünsche und versicherte ihm, täglich für ihn zu beten.
Nach der Heiligen Messe wurde die Feier im Pfarrhaus in herzlicher, familiärer Atmosphäre fortgesetzt.
Zur Person
Pfarrer Zsolt Szilvágyi, Vikar für Pastoral und Pfarrer von Temeswar-Josefstadt, wurde 1977 in Arad geboren und verbrachte seine Kindheit in Neusimand (Zimandu Nou). Seine theologischen Studien absolvierte er in Alba Iulia, Fulda und Münster. Am 6. Oktober 2001 wurde er im Hohen Dom zum Hl. Georg in Temeswar von Seiner Exzellenz József Tamás, damals Weihbischof von Alba Iulia/ Karlsburg, zum Priester geweiht.
Nach seiner Priesterweihe war er in der römisch-katholischen Diözese Temeswar als Bischofssekretär und diözesaner Verantwortlicher für die Jugendpastoral tätig. Ab 2004 wirkte er als Spiritual und Lehrer am römisch-katholischen Theologischen Lyzeum Gerhardinum. Darüber hinaus unterrichtete er am Béla-Bartók-Theoretischen Lyzeum und war geistlicher Betreuer der deutschsprachiger katholischen Jugendgruppe „Credo“ und der ungarischen christlichen Studentengruppe TEKMEK in Temeswar.
Seit 2010 ist er Pfarrer der römisch-katholischen Gemeinde von Temeswar IV. Josefstadt. Im Jahr 2009 wurde er zum Canonicus des Domkapitels ernannt, 2018 folgte die Ernennung zum Bischofsvikar für Pastoral. Ebenfalls 2018 erschien sein Buch Alapkövek („Grundsteine“). Im Jahr 2021 wurde er für seine Verdienste mit dem Ritterkreuz des Ungarischen Verdienstordens in der zivilen Kategorie ausgezeichnet.
Ad multos annos!
Pressestelle der Diözese Temeswar
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