Eigentlich stand der 125. Jahrestag der Weihe der Tscheneer katholischen Kirche schon im vergangenen Jahr an. Aufgrund der bekannten Verhältnisse konnte die Jubiläumsfeier aber nicht stattfinden. Das wollen wir in diesem Jahr nachholen. Wir, das sind in erster Linie die noch in Tschene lebenden Katholiken, aber auch die anderskonfessionelle Bevölkerung (Ungarn, Serben, Rumänen), die mitfeiern will. Der neue Bürgermeister der Gemeinde Sîrgean Tanasin hat uns seine Unterstützung zugesagt, das Kulturhaus wird unentgeltlich zur Verfügung gestellt und auch für die Mahlzeiten wird uns Hilfe angeboten. In zweiter Linie sind es wir, die Schinier Banater Schwowe, die ab den 1970-er Jahren nach Deutschland ausgesiedelt sind. Die meisten von uns sind da geboren, wurden in dieser Kirche getauft, haben da geheiratet und haben Angehörige auf dem Friedhof hinterlassen, aber auch Freunde, Nachbarn, Klassenkollegen. Im Gegensatz zu anderen Banater Dörfern war Tschene keine rein deutsche Siedlung. Wir haben immer respektvoll mit den anderen Nationen zusammengelebt. Deswegen empfinden die Dagebliebenen unseren Weggang als einen herben Verlust für die Gemeinde. Unsere Kirche ist dem heiligen Augustinus geweiht, deswegen fand die Kerweih immer am Sonntag nach „Augustini“, dem Gedenktag des Patrons am 28. August, statt. In diesem Jahr haben wir sogar das Glück, dass Augustini auf einen Sonntag fällt. Außerdem wird uns durch die Anwesenheit des Temeswarer Bischofs József Csaba Pál, der sein Kommen zugesagt hat, eine große Ehre zuteil. Die Kirche wurde in den letzten Jahren sorgfältig renoviert, das Dach, der wichtigste Garant für das Überleben des Gotteshauses, ist saniert, die Fassade mit dem Kirchturm macht einen gepflegten Eindruck. Unserem Aufruf zu Spenden für Kirche und Friedhof sind im letzten Jahr dankenswerterweise viele Landsleute gefolgt. Nun steht noch die Renovierung der Seitenbereiche der Kirche an. Dafür haben sowohl kirchliche als auch staatliche Seiten Hilfen in Aussicht gestellt. Ohne unser Mittun wird es aber nicht gelingen, die Kirche zu den Feierlichkeiten in diesem Sommer in voller Pracht erstrahlen zu lassen. Deswegen ergeht nochmals ein Aufruf an die in Deutschland lebenden Landsleute, sowohl an jene, die bisher noch nicht gespendet haben als auch an jene, die bereits eine Spende geleistet haben, einen finanziellen Beitrag zur Fertigstellung der Renovierung zu leisten. Jeder Euro, der gespendet wird, kommt der Kirche zugute. Unsere Kontodaten lauten:
HOG Tschene, IBAN: DE75 7009 0500 0026 852173, BIC: GENODEF1S04.
Wir haben vor, für alle, die nicht selber ins Banat fahren oder fliegen wollen, einen Bus anzumieten, der folgende Route ansteuern soll: Karlsruhe, Reutlingen, Augsburg, München. Wir bitten unsere Landsleute, sich so bald wie möglich für die Busreise anzumelden. Ansprechpersonen sind Helene Paul, geb. Funk (Tel. 0721 / 753861), Robert Schuld (Tel. 06239 / 4262), Gerlinde Schlotter, geb. Ludwig (Tel. 08203 / 951573) oder Stefan Ruttner (Tel. 08142 / 53592).
Der Vorstand der HOG Tschene

Foto: Die neu renovierte Fassade der katholischen Kirche in Tschene
Erschienen in: Banater Post, Zeitung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Jahrgang 66, Nummer 11-12 München, 15. Juni 2022, S. 28.