„Ich grüße mit großer Liebe meine Mitbrüder, die aus der Diözese und aus dem Ausland gekommen sind, um den Heiligen Gerhard um die Gnade der Standhaftigkeit im Glauben und in schwierigen Situationen zu bitten. Ich grüße besonders die jungen Leute, die sich schön in Tracht heute gekleidet haben. Danke, dass ihr heute hierher gekommen seid und in die Fußstapfen dieses Heiligen, des heiligen Gerhard, des ersten Bischofs unserer Diözese, getreten seid“ – mit diesen Worten wandte sich Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, an die Anwesenden in seinen einleitenden Worten, die er in ungarischer, rumänischer und deutscher Sprache zu Beginn des Pontifikalamtes in der Pfarrkirche von Tschanad am Hochfest des heiligen Gerhard sprach.
Tschanad war der alte Diözesanssitz, wo Bischof Gerhard, ein Benediktinermönch, der aus Italien/ aus Venedig, von der Insel Murano gekommen war, die erste Kathedrale baute und die erste Schule für junge Männer gründete, die lernen und Priester werden wollten.
In diesem Jahr begann die feierliche Messe in Tschanad um 17.00 Uhr, die der Diözesanbischof an dem Altar zelebrierte, der einst als Sarkophag für die Reliquien des Hl. Gerhard diente. Eine große Zahl von etwa 30 Priestern aus der Diözese Temeswar und der Diözese Szeged-Csanád, Ungarn, konzelebrierte zusammen mit Pilgergruppen. Musikalisch umrahmt wurde die Heilige Messe von Herrn Béla Kercsó, Kantor der Kirche von Tschanad, Frau Simona Mustețiu, Musiklehrerin am Temeswarer Musiklyzeum, Herrn Prof. Dr. Johann Fernbach, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, Herrn Antonio Leonard Agigheoleanu und dem Kirchenchor.
Die Predigten wurden von Domherr Árpád Király, Erzdechant, Pfarrer von Arad-Schega (auf Ungarisch), Pfr. Csaba Miklós, Seelsorger in Mailat (auf Deutsch) und Pfr. János Kapor, Ehrendomherr, Seelsorger von Kischineu am Kreisch (auf Rumänisch) gehalten.
„Am Beginn des Monates Juli haben wir mit einige Priester-Brüder eine Reise in die südlichen Gebiete unseres ehemaligen Bistum Tschanad, im heutigen Serbien gemacht. Zwischen anderen haben wir auch die Heiliger-Gerhard-Pfarrkirche in Werschetz besucht. Da habe ich ein Bild gesehen. Dieses Bild zeigte uns den heiligen Gerhard umgeben von den damaligen Einwohnern, die hier vor Tausend Jahren lebten. An das Bild erkennen wir, wie unser erster Bischof die Einwohner über Christus lernte, er lernte sie das Evangelium. Einige Jahrzehnte davor war Gerhard der persönliche Lehrer des heiligen Emmerich, Sohn des heiligen Stephanus, der erste König von Ungarn. Wenn wir genau das Bild betrachten ist es deutlich zu erkennen, dass die Menschen die ihm zuhörten, Mitglieder der ersten, der alten ungarischen heidnischen Stämme sind. Diese Menschen waren danach die ersten Gläubigen unseres Bistums Tschanad.
Der Heilige Gerhard hat nicht nur die Ungarn gelehrt und die damaligen Stämme, sondern auch die anderen Nationen, die hier danach lebten. Ein gutes Beispiel ist genau die Kirche von Werschetz. Wo nach der Befreiung Banats, Deutsche angesiedelt waren; sie haben die Kirche und die Stadt wieder aufgebaut.
Der Heilige Gerhard war und ist unser großer Lehrer in den Tausend Jahren Existenz unserer Diözese. Als Gründer der Diözese ist seine Lehre tiefer, denn sie zeigt uns seinen Programm und seinen tiefen Glauben.“ – sagte u.a. Pfarrer Miklós in seiner Predigt.
Auch heuer nahmen auf Initiative und unter Organisation des Deutschen Demokratischen Forums im Banat und seines Vorsitzenden Dr. Johann Fernbach, bzw. Herrn Lucian Oprea zusammen mit dem Kulturverein „Pusta“ und einigen seiner Partner mehrere Paare von Jugendlichen in deutscher (schwäbischer), ungarischer, rumänischer, bulgarischer und serbischer Tracht an der feierlichen Heiligen Messe teil, die in einer Prozession zur Kirche zogen und nach der Heiligen Messe ein Kulturprogramm mit Liedern und Tänzen präsentierten.
Am Ende der Heiligen Messe dankte Pfr. Bene Tamás, Ehrendomherr, dem Bischof für die Feier und betonte: „Am Ende der Heiligen Messe danken wir dem lieben Gott, dass er uns die Kraft gegeben hat, an dieser Wallfahrt teilzunehmen, die wir von Herzen und aus Liebe gemacht haben. Wir danken den Behörden, dass sie mit uns gebetet haben“.
Nach dem Schlusssegen segnete der Bischof den festlichen Kirchweihstrauß, der dann vom Hauptpaar der Kirchweih und den anderen jungen Paaren in einer Prozession zurück vor die Kirche getragen wurde. Am Ende wurden alle Anwesenden, Priester, Pilger, Jugendliche und Kinder von Pfr. Tamás Bene in den Pfarrhof zu einem brüderlichen Mahl in den Pfarrhof eingeladen.
Die Pressburger Annalen erwähnen für das Jahr 1030 die Bischofsweihe des Heiligen Gerhard, dem der Heilige Stephan, König von Ungarn, die Leitung der neuen Diözese Morisena, später Tschanad genannt, anvertraut hat.
Die alte Diözese wurde nach fast neun Jahrhunderten ihres Bestehens in drei verschiedene Teile aufgeteilt, die heute in Rumänien, Ungarn und Serbien liegen. Und der 24. September ist das Hochfest des ersten Bischofs von Tschanad, eines Märtyrers des Glaubens, für die drei Nachfolge- und Schwesterdiözesen: Diözese Szeged-Csanád in Ungarn, Diözese Großbetschkerek/ Zrenjanin in Serbien und Diözese Temeswar in Rumänien.
Pressestelle der römisch-katholischen Diözese Temeswar
Foto: Astrid Weisz, Simona Lungu





















