M A R I A    R A D N A

500 Jahre Zuflucht und Zuversicht

200 Jahre seit der Konsekration der Basilika (2.)

Maria Radna feiert heuer ein doppeltes Jubiläum: 500 Jahre seit der Errichtung der ersten Kapelle im damaligen Weinberg, am Ort der jetzigen Wallfahrtskirche, aber auch 200 Jahre seit der Kosekrierung des Gotteshauses durch den Erzbischof von Gran/Esztergom, durch den damaligen Fürstprimas Alexander Rudnay. Auch wenn die Gesundheitsvorschriften keine grossen Feierlichkeiten erlauben, kann der historische Moment nicht unmarkiert bleiben.
Die Ereignisse der Vergangenheit werden in schriftlichen Chroniken aufbewahrt; Augenzeugen sprechen am authentischsten über die jüngsten und gegenwärtigen Ereignisse. Die nächsten Seiten enthalten die Worte unterschiedlichen Menschen: Gottesdiener, ältere Menschen, die an ihrer Religion festhalten, junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, Bewahrer unserer gemeinsamer Feste und Pilger am jahrhundertealten Gnadenort von Maria-Radna.

Seine Exzellenz Dr. h.c. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar wurde am 17. Oktober 1942 zu Knees (Satchinez), Kreis Temesch, geboren. Die theologischen Studien begann er in Karlsburg (Alba Iulia) und setzte diese an der Philosophisch – Theologischen Hochschule zu Königstein im Taunus in Deutschland fort. Am 3. Juli 1971 wurde er durch Bischof Carl-Joseph Leiprecht für die Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Priester geweiht. Nach der politischen Wende in Rumänien wurde Pfarrer Roos von seinem Bischof Dr. Walter Kasper für die Diözese Temeswar freigestellt und kehrte offiziell am 19. Juli 1990 nach Temeswar zurück. Bischof Sebastian Kräuter ernannte Martin Roos zum Kanzleidirektor des bischöflichen Ordiariats Temeswar und betraute ihn mit der Organisierung des Diözesanarchivs, der Bibliothek und mit der Einrichtung des Diözesanmuseums. Mgsr. Martin Roos wurde am 28. August 1999 im Hohen Dom zum. Hl. Georg zum Bischof von Temeswar konsekriert. Die römisch-katholische Theologische Fakultät Fulda (Hessen, Deutschland) hat am 4. Februar 2011 dem Diözesanbischof von Temeswar, Seiner Exzellenz Martin Roos, den Titel eines Ehrendoktors (doctor honoris causa) im Bereich der Theologie verliehen.
Der ab September 2018 emeritierte Bischof Roos bemühte sich schon in den Jahren der kommunistischen Diktatur, während seiner jährlichen Besuche in der Heimat, um die Rettung, Aufbewahrung und Auswertung der Archivbestände der verwaisten aber auch der noch aktiven katholischen Pfarreien des Banats. Nach 1990 wurden diese Bemühungen zum Hauptanliegen des Priesters Martin Roos, der in seiner Heimat und in seiner Herkunftsdiözese zurückkehrte. In enger Zusammenarbeit mit dem damaligen, inzwischen im Herrn entschlafenen Bischof Sebastian Kräuter wirkte er an der Umstrukturierung und dem Neuaufbau des Bistums mit. Die Restaurierung des Bischöflichen Palais, unter Bischof Kräuter, aber auch die Außenrenovierungen der Domkirche (2004 und 2016), das große Renovierungs- und Sanierungsprojekt des Klosterkomplexes von Maria Radna, mit der Entstehung des dortigen Wallfahrtsmuseums, koordinierte und verfolgte Bischof Roos unter persönlichem Einsatz. Einen Gesammtrenovierungsprojekt der Domkirche, durfte Bischof Roos, noch vor seinem Rücktritt starten.
Seine Exzellenz, Bischof emeritus Martin Roos ist der Autor mehrerer Werke, aus deren Reihe hier vor allem die Geschichte des Bistums Tschanad „Erbe und Auftrag – Die alte Diözese Csanád“ (vorläufig in fünf Bänden) erwähnt werden müßte. Das Werk hat sowohl einen beeindruckenden literarischen Umfang, obwohl es in erster Linie dem Bereich der Kirchengeschichte angehört. Weitere Werke desselben Autors: „Maria-Radna – Ein Wallfahrtsort im Südosten Europas“ (Regensburg, Bd. I. – 1998, Bd. II. 2004), „Gerhard von Csanád“ (Temeswar, 2017), „Providentia Augustorum“ (Temeswar, 2018) etc.

– Exzellenz, Sie sind ein großer Verehrer der Mutter Gottes von Radna. Welche ist Ihre erste Erinnerung, aus Ihrer Kindheit, an diesen Ort?
– Meine erste Erinnerung bezieht sich auf die Pilgerreise von 1956 nach Maria-Radna, an der ich als Kind teilgenommen habe. Ich erinnere mich aber auch lebhaft an die nächste Wallfahrt, im Jahre 1957, als ich am 2. August mit den Gläubigen von Jahrmarkt (Giarmata) unter der Leitung von Sebastian Kräuter, damals Kaplan dieser Pfarrgemeinde und späterer Diözesanbischof, zum ersten Mal zu Fuß nach Radna ging.
Wir zogen im Morgengrauen, gegen vier Uhr, nach der Feier der Hl. Messe in geordneter Prozession aus der Pfarrkirche aus und kamen gegen Abend, etwa gegen acht Uhr in Radna an. Unser erster Halt war in Bruckenau (Pişchia), wo wir gefrühstückt haben, und erreichten gegen Mittag Blumenthal (Maşloc). Die Jahrmarkter Prozession bestand aus Hunderten, vielleicht sogar an die tausend Pilgern. Wir marschierten, begleitet von der Blaskapelle – es gab damals gleichzeitig drei davon im Dorf – die abwechselnd spielte und strophenweise den Pilgern die Lieder vorspielte. Planenwagen, die hinter der Prozession herfuhren, nahmen unser Gepäck und Essen, ebenso müde oder gar fußkranke Wallfahrer auf die Wägen. Die Wagen wurden in den Tagen vor Wallfahrtsbeginn festlich geschmückt. Ich erinnere mich, dass es sehr heiß war und dass wir viel Staub geschluckt haben. Vor Neudorf saß ich am heißen Spätnachmittag auf einen der Planenwagen auf, da mich die Füße kaum noch tragen wollten…
Als wir vor der hohen und steilen Treppe ankamen, wurden wir von Pater Ernst Harnisch, dem Guardian des Franziskanerklosters empfangen und unter den Klängen der Glocken wie der Musikkapelle in die Gnadenkirche geleitet. Dabei wurde das Lied: „Nun endlich sind wir kommen an“ von der Musikkapelle gespielt und von den Pilgern gleichzeitig mitgesungen. Ein unbeschreiblich bewegender Eindruck, dem sich kaum jemand entziehen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war P. Ernst bereits aus dem kommunistischen Gefängnis von Straßburg an der Marosch (Aiud) entlassen worden. Der Abt von Radna” (rum. starețul de la Radna) war auch im Gefängnis eine Autorität, ein Begriff. Auch P. Placidus, sein leiblicher Bruder, war inzwischen aus Russland ebenfalls glücklich heimgekehrt. Wir verbrachten die Nacht bei Familien, die bereits auf uns warteten und uns die Schlafstellen vorbereitet hatten. Jeder hatte seinen Platz in einem der Räume, wo wir eng nebeneinander auf dem Fußboden lagen und auf Heu und Stroh – müde, wie wir waren – wunderbar geschlafen haben.
Bei der Heiligen Messe am nächsten Morgen predigte Pater Plazidus Harnisch, der trotz seiner kleinen Statur, ein Stimmenvolumen entwickelte, dass die Wände schier wackelten. Keiner konnte sich dem Zauber seiner Worte entziehen. Er war kaum hinter der Kanzelbrüstung zu sehen, doch seine sonore Stimme füllte das gesamte Kirchenschiff. Nach dem Hochamt, es war schon gegen Mittag, herrschste allgemeine Aufbruchstimmung. Jeder fuhr je nach Gelegenheit mit dem Pferdewagen oder mit dem Zug in Richtung nach Hause, denn am Abend um 7 Uhr war bereits der Empfang der heimkehrenden Pilger, die man am Rand des Dorfes erwartete und in Prozession zur Pfarrkirche mit Danksagung und Abschlusssegen begleitete, den keiner versäumen wollte, weder die heimkehrenden Pilger, noch die Daheimgebliebenen, denn es gehörte sich nicht nur, dass man den Heimkehrenden entgegenging und noch ein Baumzweig oder gar ein „Radnastück“ mitbekommen hat. Radnafahrer waren für jedermann Bringer des Segens für die gesamte Dorfgemeinschaft, an dem jeder seinen Anteil haben sollte und wollte. Eine Wallfahrt nach Radna ohne Schlusssegen, wäre nur eine halbe Sache gewesen!

– Ihre Radna-Monographie ist in zwei Bänden erschienen und gilt als Standardwerk des Wallfahrtsortes. Was hat Sie dazu bewogen, über Radna zu schreiben?
– Ich habe mich schon vor 1977, also schon als Pfarer in Deutschland mit der Geschichte von Maria-Radna näher befasst. Dort durfte ich 1981 in dem großen Sammelwerk unserer Landsmannschaft „Das Banat und die Banater Schwaben”, in dessen erstem Band den Beitrag über Maria Radna schreiben. Als ich dann im Sommer 1990 nach Temeswar zurückkehrte, besprach ich mit einigen Priesterfreunden, die aus dem Bistum kamen und in Deutschland lebten, über zwei Vorhaben: zum einen über die Instandsetzung des Bischofshauses zu Temeswar, auch Bischofspalais genannt, und über die Erhebung der Wallfahrtskirche zu Radna zu einer päpstlichen Basilica Minor. Beide Vorhaben gelangten dann zwischen 1990 und 1995 zur Ausführung. In diesem Zusammenhang musste auch eine Dokumentation über den Wallfahrtsort und die Wallfahrt nach Radna erstellt werden. Diese war der Grundstock zur eingehenden Darstellung der Vergangenheit des Wallfahrtsortes in den beiden genannten Bänden, zumal P. Ernst Harnisch OFM mir bereitwillig alles vorhandene Material großzügig zur Verfügung gestellt hat. So war eine ansehnliche Dokumentation von rund 100 Seiten mit Bildern, ortsbezogenen Liedern und Gebeten entstanden. Bischof Sebastian und P. Ernst, als zuständiger Guardian, wandten sich mit dem Anliegen an Exz. John Bukovsky, den damaligen Apostolischen Nuntius in Bukarest, der sich der Sache eifrig angenommen und die nötigen Schritte in Rom veranlasst hat. Der Originaltext befindet sich heute im Diözesanarchiv zu Temeswar. Am 25. März 1992 unterschrieben P. Ernst Harnisch, Fr. Juvenal Péter sowie Bischof Sebastian Kräuter den gemeinsamen Antrag, in dem sie den Heiligen Vater Papst Johannes Paul II. um die Erhebung der Gnadenkirche zur päpstlichen Basilika baten. Schließlich erhielten wir eine positive Antwort aus Rom: der Heilige Vater stimmte unserer Bitte zu, und die päpstliche Bulle wurde im Mai 1992 im Rahmen einer festlichen Messe in der neuen Basilica Minor verlesen und damit veröffentlicht .

– Wie war Ihre Beziehung zu den Franziskanern, die jahrhunderte lang in Radna gelebt und gedient haben?
– In den 50-er Jahren lebten noch mehrere Franziskanerpatres und Brüder in Maria-Radna. In schwierigen Zeiten erfüllte P. Ernst, fast ein halbes Jahrhundert hindurch, die Rolle des Guardians und die des Pfarrers von Maria-Radna. Dort lebten auch P. Placidus (Josef Harnisch) und Bruder Juvenal. Wir haben beide Patres geliebt und respektiert, sie waren sehr nett und sie haben uns immer herzlichst bei ihnen im Hause aufgenommen. Wir waren in Radna fast wie zu Hause.
Nachdem im Sommer 1949 die kommunistischen Machthaber die Existenz von fünfzehn katholischen Orden verboten hatten, wurde Maria-Radna zu einer Art Konzentrationskloster für Ordensmänner und Ordenschwestern gemacht. Hier wurden 200 bis 250 Ordensleute zusammengepfercht. Anscheinend wurde Radna dazu ausersehen, weil das Kloster einerseits groß ist und genug Platz für viele Menschen bot, zum anderen, weil Radna/Lippa keine Großstadt ist, noch dazu ziemlich abseits liegt, so dass das Konzentrationskloster hier nicht viel Aufsehen erregt hat. Gemäß den neuen Direktiven durften Ordensleute keine Ordenstracht tragen. Die Schwestern hatten in Zivil zu gehen, die Patres durften nur in der schwarzen, für Diözesanpriester zugelassenen schwarzen Reverenda/Soutane gehen. Der für Franziskaner charakteristische braune Habit war in der Öffentlichkeit nicht mehr zu sehen.
Ferner bestimmte der staatliche Kultus-Bevollmächtigte – Împuternicitul de culte genannt – auch, dass es an den Wallfahrtstagen neben Pater Ernst nur noch zwei weitere Priester geben dürfe. So wurde das sonst so geübte Beichten am Gnadenort unmöglich gemacht und P. Placidus musste Radna verlassen, indem er der Reihe nach, Pfarrer in Iratoș, Darowa und Neudorf wurde.Die drei Priester mussten alle Messen zelebrieren und den zahlreichen Pilgergruppen die Beichten abnehmen. Wenn mehrere Gruppen an demselben Tag kamen, wollte jede ihre eigene Gemeindemesse haben – womit die drei anwesenden Priester selbstbverständlich völlig überfordert waren. Auch drängte man darauf, dass die Leute ihre Wallfahrtsbeichte möglichst zu Hause verrichten sollten.Außerdem war der sogenannte „Împuternicit“, der Vertrauensmann der Staatsmacht und Securitate, bei solchen Gelegenheiten stets anwesend und beobachtete und kontrollierte alles. Dieser hatte auch sonst ein Wort mitzureden, wenn es etwa um einen Pfarrerwechsel, um eine Versetzung ging. Er saß unter den Pilgern in der Wallfahrtskirche, hörte die Predigt an und hatte seiner vorgesetzten Stelle zu berichten, was er gesehen und gehört hatte. Diese Situation dauerte bis Weihnachten 1989.

– Sie wurden 1999 zum Bischof geweiht, und die allererste hl. Messe als Bischof haben Sie in Maria Radna zelebriert. Was hat Sie dazu bewogen, diesen besonderen Gottesdienst dort zu feiern und wie haben Sie diesen Moment erlebt? Sie haben damals dem Gnadenbild eine schöne Goldbrosche geschenkt… Was bedeutet dieses Geschenk?
– Erzbischof Dr. Adalbert Boros erhielt seinerzeit von einer mir nicht bekannten Frau eine Goldkette, die sie nach Radna schenken wollte. Nachdem dies in dieser Form nicht geschehen konnte, verfiel ich auf die Idee, die Kette in einen Stern, wie er auch auf dem Bild zu sehen ist, umschmieden zu lassen und ihn dem Gnadenbild aufzuheften. So überarbeitete ein mir bekannter, gut katholischer Goldschmied die Kette und fertigte daraus den gewünschten Stern indem er noch drei Aquamarine dem Stern angehängt hat, wie dies auch nun auf dem Gnadenbild zu sehen ist. Am 29. August 1999, zu meiner ersten Bischofsmesse nahmen wir das Bild aus dem Silberrahmen heraus und hefteten ihm nach dem Gottesdienst den Stern auf. Er soll ein Zeichen unser aller Anhänglichkeit und Verehrung der Gottesmutter und der Gnadenmutter von Radna sein, zumal ich persönlich daran keinen Anteil habe.

– Im Laufe der Jahre haben Sie die Pilgerfahrten nach Maria Radna gefördert und haben sich auch an den meisten von diesen persönlich beteiligt. Was bedeutet Radna für die hier lebenden Geistlichen und Gläubigen?
– Nach bestem Wissen und Gewissen habe ich mich bemüht, die im Laufe der Jahrhunderte entstandenen Wallfahrtstradition fortzusetzen und nach Kräften zu unterstützen. Ich habe es selbst erlebt und ich weiß, dass die Menschen glücklich waren, nach Radna kommen zu können, weil sie dort Schutz und Gnade fanden, Glauben und neuen Mut erfahren haben, die sie sonstwo in ihrem täglichen Leben so nicht gefunden hatten. Die Pilgerfahrten sind eine echte Unterstützung für das religiöse Leben, eine große pastorale Hilfe. Es ist ein wesentlicher Moment des Glaubens, auf den sich die Menschen oft fast das ganze Jahr hindurch vorbereitet, ja gefreut haben.Im Radnaer Gästebuch kann mann nachlesen, dass viele Pfarrer und Geistliche aus unserem Bistum, aber auch anderen Diözesen, selbst aus dem Ausland hierher zurückkamen, um in Radna ihr silbernes- oder goldenes Priesterjubiläum zu feiern. Sie kehrten auch während der kommunistischen Zeit nach Radna zurück und dankten oft in aller Stille, ohne jeden äußeren Prunk, für ihre Berufung und ihr priesterliches Leben.Für viele Banater Deutsche, die nach Russland deportiert waren und glücklich nach Hause kamen, führte ihr erster Weg nach Maria Radna. So mancher hatte in Sowjetrussland seinerzeit das Versprechen gemacht: Komme ich gesund wieder nach Hause, will ich jährlich eine Wallfahrt zur Gnadenmutter nach Maria-Radna machen. Als der spätere Erzbischof Dr. Boros nach vierzehn Jahren aus der kommunistischen Haft entlassen worden war, führte sein erster Weg, noch bevor er nach Temeswar weiterfuhr nach Maria Radna. Als er hier an der Klosterpforte läutete, kam der Bruder heraus, sah ihn, unrasiert und in einer Kluft, die ihm vor knapp fünfzehn Jahren noch gepasst hatte, doch nun um ihn weit herum baumelte, und meldete P. Ernst: „Ein Bettler!“ Erst als dieser nachschaute, erkannte er den 1948 im Geheimen geweihten Bischof. Hier zelebrierte Boros nach vierzehn Jahren schwerem Kerker, zeitweise in Einzelhaft, seine Dankesmesse für den Schutz, den er mitten in allem Elend reichlich erfahren hatte.

– Was bedeutet Ihnen Maria Radna?
Ist Temeswar als Bischofssitz der Diözese deren Kopf und Verstand, so ist Maria Radna das Herz unseres Bistums. So wie das Herz den menschlichen Körper am Leben und in Bewegung erhält, ist Maria Radna die Herzpumpe des Bistums. Von Maria Radna aus wird dieses Bistum durch seine Wallfahrten mit frischem Herzblut in Glauben, Hoffnung und Liebe in uns allen versorgt. Ich kann hier nicht schließen, ohne auf das reiche Wallfahrtsleben, wie es im Laufe von Jahrhunderten in unserem Bistum speziell gewachsen und bis zum heutigen Tag lebendig geblieben ist, sowohl den Klerus wie auch jeden einzelnen Katholiken hinzuweisen. Diese gesegnete Überlieferung, die uns durch Türkenzeit, Kriege, Verschleppungen, Enteignungen und kommunistischer Diktatur hindurch getragen, gerettet und erhalten hat, ist ein überströmendes Reservoir an Gnade, Glaube und Segen, wie wir ihn sonst in unserem ganzen Land kein zweites Mal finden. Wer hier Seelsorge ausüben und den katholischen Glauben fördern und erhalten will, kann an dem tiefgläubigen Wallfahrtsleben von Maria Radna, wie es im Laufe der Zeiten hier gewachsen ist, nicht gleichgültig vorbeigehen!
Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!