Die römisch-katholische Pfarrkirche „Maria Schnee“ aus Reschitza feiert jährlich am 5. August ihr Kirchweihfest. Wer im Internet zu diesem kirchlichen Tag Einzelheiten sucht, findet Folgendes geschrieben: „Maria Schnee ist ein katholischer Gedenktag – am 5. August begangen – zur Erinnerung an die Weihe der römischen Patriarchalbasilika Santa Maria Maggiore, die Anno Domini 432 konsekriert wurde. Laut Legende sei das Gotteshaus auf dem römischen Hügel Esquilin, nach einem Schneewunder, am Morgen des 5. August 358, unter Papst Liberius gegründet und in der heutigen Form von Papst Sixtus III. erbaut worden. Verschiedene Wallfahrtsorte in Mitteleuropa haben dieses Patrozinium und feiern daher am 5. August ihr Kirchweihfest.
Legende vom Schneewunder: Die Gottesmutter Maria soll in der Nacht auf den 5. August 358 n. Chr. dem römischen Patrizier Johannes und seiner Frau erschienen sein und ihnen versprochen haben, dass ihr Wunsch nach einem Sohn in Erfüllung ginge, wenn ihr zu Ehren eine Kirche an der Stelle errichtet wird, wo am nächsten Morgen Schnee liege. Das Ehepaar begab sich daraufhin zum Papst Liberius, welcher denselben Traum gehabt hatte. Am Morgen des 5. August sei die höchste Erhebung des Esquilin-Hügels weiß gefärbt von Schnee gewesen.“Zum diesjährigen Kirchweihfest, das im Zeichen der Pandemie stand und am Sonntag, dem 9. August gefeiert wurde, war in Reschitza die gesamte vielsprachige Gemeinde (Deutsche, Ungarn, Rumänen, Tschechen, Kroaten usw.) eingeladen.
Das diesjährige Kirchweihfest der Reschitzaer Pfarrgemeinschaft war ein besonderes Ereignis: der Temeswarer Diözesanbischof Josef Csaba Pál pontifizierte die Kirchweihmesse, in der Kirche, in der er bis zu seiner Bischofsweihe, am 6. August 2018, im Temeswarer Dom, fast 31 Jahre lang als Pfarrer diente, und zugleich das Amt des Erzdechants des Banater Berglands inne hatte.
Mitzelebriert haben an diesem Sonntag des Reschitzaer Kirchweihfestes Veniamin Pălie, gastgebender Pfarrer und Dechant des Karascher Dekanats, P. Gheorghe Iordache SVD (tätig seit einer Woche in der Reschitzaer „Maria Schnee“-Pfarrei) – der in rumänischer Sprache predigte, Pfr. Attila Puskás (Pfarrer der zweiten römisch-katholischen Pfarrei der Stadt, „Allerheiligste Dreifaltigkeit” Reschitza / Govândari) und Csaba Váncsa (Kaplan in der Pfarrei Temeswar II. Fabrikstadt) – der auf Ungarisch predigte. Es konzelebrierte auch der griechisch-katholische Protopope von Broos / Orăștie, der gebürtige Reschitzaer, Pfr. Silviu Lucian Bindea. Im Zeichen der gelebten Ökumene in Reschitza war auch der evangelische Seelsorger des Banats, Pfarrer Walther Sinn (Semlak bei Arad) – der auf Deutsch die Meditation zur alttestamentarischen Lesung gehalten hat. Dabei war auch der aus Reschitza stammende, nun in Deutschland lebende ständige Diakon Peter Negrău.
Das Pontifikalamt des Patroziniumsfestes war vom „Harmonia Sacra“-Kirchenchor (Dirigent: Georg Colţa) musikalisch umrahmt. Die Choristen sangen die hier bekannte und oft dargebotene „Missa Jubilet“ von Peter Rohr. Zusammen sang auch der „Fiamma“-Jugendchor (Leitung: Christine Maria Surdu), ebenfalls dreisprachig (rumänisch, deutsch, ungarisch).
von Erwin Josef Ţigla








