Am Samstag, 22. Januar 2022, trafen sich S.E. Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, S.E. Ioan-Călin Bot, Weihbischof von Lugosch und S.E. Lucian Mic, orthodoxer Bischof von Karansebesch, in diesem Jahr zu einem letzten ökumenischen Treffen, das in der römisch-katholischen Kirche „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ in Reschitz-Govândari stattfand. An der Veranstaltung nahmen auch Dechane und Priester der vier vertretenen Konfessionen (rumänisch-orthodox, griechisch-katholisch, römisch-katholisch, aber auch reformiert) sowie Vertreter des Gemeinderates Reschitz und des Demokratischen Forums der Deutschen aus der Banater Bergland.
Das Treffen begann mit dem Singen des Verses „Serva eos in nomine Tuo“ („Bewahre sie in deinem Namen“), dem Motto von Bischof Josef Csaba Pál, wobei die Melodielinie vom Chor „Gaudete“ der „Allerheiligsten-Dreifaltigkeit“-Pfarrkirche – Gastgeber des heutigen Treffens komponiert und harmonisiert wurde. Der Diözesanbischof von Temeswar begrüßte das gesamte Volk Gottes, das bei dem Treffen anwesend war, und übermittelte einige Impulse: „Seit ich mir das Motto gewählt habe, das wir gemeinsam gesungen haben, habe ich erkannt, dass nur er, der Herr, uns in seinem Namen in Einheit halten kann; wir Menschen sind manchmal in der Lage, Gottes Werk zu ruinieren. Heute sind wir hier, von ganzem Herzen, vereint in einem Gedanken und einer Seele, zu beten, damit die Einheit unter uns allen, unterschiedlichen Konfessionen, bestehen bleibt und wächst. Wir alle sind Menschen, für die Jesus Christus sein Leben gegeben hat, und er betrachtet uns als seine. Lasst uns danach streben, ihm nachzufolgen und hoffen, dass er Einheit aufbauen wird.“
Dem Gruß des Bischofs folgte eine Einladung an alle Gläubigen zu einem gemeinsamen Gebet, der Vesper, Teil des kanonischen Stundengebets; das sind insgesamt sieben Gebetsmomente, die in der Lateinischen Kirche und den Ostkirchen an einem Tag rezitiert oder gesungen werden. Die Praxis, tägliche Gebete zu rezitieren, stammt aus der jüdischen Tradition, den Herrn zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten zu preisen: zum Beispiel geht Johannes in der Apostelgeschichte in den Tempel, um mittags zu beten (Apg 3,1). In Psalm 119 sagt David: „Ich will dich siebenmal am Tag preisen für deine gerechten Urteile.“
In seiner Predigt betonte S.E. Lucian Mic, orthodoxen Bischof von Karansebesch: „Wir alle beten denselben Gott an, dreieinig in den drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Allerheiligste Dreifaltigkeit ist die Quelle der Liebe und des ewigen Lichts. Wir sind von Gott geschaffen, um unsterblich zu sein. Aber das existenzielle Scheitern hat uns aus Eden herausgeholt. Christus, der seinen Tod am Kreuz überwand, hat tatsächlich unseren Tod überwunden.“ Im Bezug auf die Heiligen der Weltkirche, wählte der Bischof von Karansebesch einige Fragmente aus, mit denen er die Seelen der Anwesenden bereicherte, indem er aus den Werken des heiligen Franziskus von Assisi, der Hymnen der Göttlichen Liebe des hl. Simeon des Neuen, Theologe, aber auch aus den Bekenntnissen des heiligen Augustinus von Hippo zitierte.
Ein weiterer wichtiger Moment des Gebetsabends waren die Worte, die S. E. Ioan, Weihbischof von Lugosch, an seine Brüder und Schwestern in Christus richtete: „Ich bin hier, und in den vergangenen Tagen war da, um zu lernen. Abschließend möchte ich nur zwei Worte sagen: Wissen und Wertschätzung. Ich hörte in Ihren Stimmen, wenn Sie sangen und beteten, dass es Nuancen gibt, dass es Veränderungen gibt, die nicht gefunden werden, wenn wir anderswo sprechen und singen.Unsere Stimme ändert sich, wenn wir vor dem Herrn singen und sprechen. Und ich sah auch in euren Augen einen anderen Glanz, wenn sie das Wort Gottes hören, als wenn sie etwas anderes sehen. Mit euch habe ich auch meinen Gott gefunden, den ich suche.“
Abschließend betonte S. E. Bischof Josef Csaba Pál: Dem Beispiel der Heiligen folgend, müssen auch wir unser Leben fortsetzen und hoffen, das die Begegnungen zwischen Gläubigen und der Ökumenismus langfristig positive Wirkungen haben.
Höhepunkt und zugleich Abschluss dieses Abends war das Vaterunser-Gebet, bei dem alle Anwesenden, die verschiedenen Konfessionen angehören, aber dennoch Brüder und Schwestern in Christus sind, dieses gemeinsames Gebet des Herrn erheben konnten an dem Himmlischer Vater in rumänischer, uungarischer und deutscher Sprache.
Die Andacht wurde live auf der Facebook-Seite der Diözese Temeswar übertragen und von allen drei beteiligten Diözesen fotografisch dokumentiert.

Pressebüro der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar