In Tschakowa am 2. Dezember 1952 geboren, wuchs Johann Palfi zusammen mit seiner vier Jahre älteren Schwester in einem gläubigen Elternhaus auf. Seine Mutter Maria Palfi ist uns noch als die beste Tortenbäckerin des Ortes, unsere „Hochzeitsköchin“ in Erinnerung. Seine erste Lehrerin war die kulturell sehr aktive Elsa Stefi geb. Biring. Viel schöne Zeit haben die Spielkameraden aus der „Breiten Gasse“ miteinander verbracht, dabei war Jani meist der Pfarrer am improvisierten Altar. Damals konnte er noch nicht ahnen, dass er selbst einmal Priester werden würde, Ministrant war er aber schon früh und gerne. Nach der 8. Klasse besuchte er zunächst das Landwirtschaftsgymnasium und arbeitete drei Jahre als Ökonom, bevor er 1972, dem Vorbild des engagierten Pfarrers Georg Kobor folgend, das Theologiestudium im Priesterseminar Karlsburg/Alba Iulia aufnahm. Dank seines Vaters beherrschte er auch die ungarische Sprache, was ein Vorteil im Studium war. 1981 wurde er zum Priester geweiht.
Seine feierliche Primiz in unserer schönen Heimatkirche von Tschakowa war ein besonderes Fest für die ganze Dorfgemeinschaft, Verwandte und Gäste. Es folgten Jahre als Kaplan in Lugosch, als Pfarrer in Moritzfeld, Dolatz und kurz in Jahrmarkt. Seit 1986 lebt er in Deutschland, auch hier im Dienste der Kirche, zunächst in Ohmenheim, Diözese Rottenburg-Stuttgart. Nach einem Schlaganfall 1992 wurde er pensioniert, arbeitete jedoch in Teilzeit als pastoraler Mitarbeiter in Iggingen und Bad Waldsee weiter. Von 2002-2014 war der Geistliche Schlossbenefiziat in Maxlrain bei Fürst Lobkowicz, Präsident des souveränen Malteser Ordens Deutschland. Sieben Krankenwallfahrten der Malteser begleitete Pfarrer Palfi bisher als Seelsorger nach Lourdes.
2014 trat er in den Chorherrenstift zum Hl. Rupertus in Altötting ein und erhielt den Titel Stiftskanonikus. Als solcher ist er immer noch sehr aktiv und hilft bei Wallfahrten, hl. Messen und in der Altenseelsorge aus. Im letzten Jahr feierte er sein 40-jähriges Priesterjubiläum.
Pfarrer Palfi reiht sich in die Liste der vielen aus der Pfarrgemeinde Tschakowa hervorgegangen Geistlichen ein. Als Priester rief er die Gläubigen stets zu Verständigung und Respekt, auch für Menschen anderer Konfessionen auf, setzte sich für ein friedliches Miteinander ein, ob es Freunde, Landsleute oder Kollegen waren.
In all den Jahren blieb Johann Palfi auch seiner Heimatgemeinde, seinen Freunden und Landsleuten sehr verbunden. Er scheute keine Mühe, wenn es um die Belange der Gemeinschaft ging. Auch heute noch besucht er jedes Jahr die Leute in der alten Heimat, ruft zu Feiertagen, Namenstagen an, ist bei allen Heimattreffen präsent, fährt viele Kilometer für eine Trauung oder Beerdigung von Landsleuten. Er pflegt die Verbindungen mit Menschen, fährt zu Treffen von Schul- und Studienkollegen, ist überall mit vollem Herzen dabei. Er hält die Verbindung zur Kirche in der alten Heimat, zu Caritas-Direktor Monsignore Georg Kobor, der viel für die Gemeinschaft geleistet hat und im letzten Jahr 80 Jahre alt wurde, zu den Ehrenkanonikern János Kapor und Gyula Dorin Filip, beide Söhne der Gemeinde Tschakowa.
Die Heimatortsgemeinschaft Tschakowa gratuliert ihrem Landsmann herzlich zu den sieben Jahrzehnten!
HOG Tschakowa
Erschienen in: Banater Post – Jahrgang 66, Nummer 22, München, 20. November 2022, Seite 13













