Auf dem Gebiet der Diözese Temeswar befinden sich zahlreiche Obelisken, Statuen und Grabsteine, die an die Helden der Revolution und des Unabhängigkeitskampfes von 1848–1849 erinnern. Solche Denkmäler stehen unter anderem in Temeswar an der Girocului-Straße, in den Friedhöfen von Josefstadt und Freidorf, am Ort der Schlacht von Temeswar zwischen der Stadt und Neubeschenowa, aber auch in Hatzfeld, Beregsău, Gertianosch, Neupetsch oder beim Herglotz-Kreuz in Reschitza (am Kreuzberg), das 1874 von örtlichen Eisenarbeitern zum Gedenken an die Opfer der Ereignisse von 1848 und der Kämpfe um die Stadt errichtet wurde.
In den Friedhöfen an der Stan-Vidrighin-Straße (vormals Busiascher-Straße/ Fabrikstädter Friedhof) und an der Șagului-Straße (Schager-Straße/ Josefstädter Friedhof) entdeckte Frau Dorottya Momir, Mitglied des Vereins „Banater Ungarische Werte“, zwei Grabsteine, die ehemaligen Honveden aus dem Jahr 1848 gewidmet waren. Einer davon – jener mit dem Namen des Honveds Ferenc (Franz) Hemmert, der im Friedhof, in der Busiascher-Straße stand – wurde im Jahr 2025 beseitigt, vermutlich weil die Grabstelle inzwischen an einer anderen Person verkauft wurde.

Der Verein „Banater Ungarische Werte“ sah es als seine Aufgabe an, den Grabstein zu retten. Mit Unterstützung des Stadtratsmitglieds Imre Farkas wurde der Stein aus dem Friedhof geborgen und an seinen neuen Standort gebracht – zur Pfarrei in Temeswar-Josefstadt. Mit der Erlaubnis von Pfarrer und Pastoralvikar Zsolt Szilvágyi wurde der Grabstein im Hof der Pfarrkirche wieder aufgestellt. Die Segnung fand am Sonntag, dem 15. März, nach der ungarischsprachigen Heiligen Messe, um 11.30 Uhr statt.
In seiner Predigt knüpfte Pfarrer Szilvágyi an das Evangelium des vierten Fastensonntags an und ermutigte die Gläubigen, Gottes Gegenwart im Alltag zu erkennen: „Heute ist der 15. März, für uns ein Tag des Feierns und des Gedenkens. Ich glaube, dass wir auch in der Geschichte die Gegenwart Gottes erkennen müssen. Sehen bedeutet, mehr wahrzunehmen als die physische Realität und die Fülle des Lebens zu verstehen.“
Nach der Messe begaben sich die Anwesenden in den Kirchgarten, um an der Segnung des Grabsteins teilzunehmen. „Jesus fordert uns auf, die Kinder und die Armen aufzunehmen. Heute nehmen wir einen Grabstein in unseren Kirchgarten auf. Doch dies ist nicht nur ein Stein – er verbirgt menschliche Schicksale. Deshalb kann dieser Grabstein hier in Josefstadt ein Ort des Gedenkens werden. So wie die Kanonenkugel über der Marienstatue im Hof, die 1849 genau in die Mauer unserer Kirche geschossen wurde und die wir bewusst unter den Schutz Mariens gestellt haben. Man sagt: Wo die Toten nicht geehrt werden, werden irgendwann auch die Lebenden nicht mehr geehrt. So wie eine Gesellschaft mit ihren Friedhöfen und Gräbern umgeht, so geht sie auch mit den Lebenden um. Deshalb dürfen wir unsere Vorfahren, unsere Geschichte und all jene, die vor uns gearbeitet und gekämpft haben, nicht vergessen.“
Anschließend sprach Prof. Dr. Barna Bodó, Publizist, Universitätsprofessor und Vorsitzender der Stiftung „Szórvány“ sowie des Vereins „Banater Ungarische Werte“. Er erinnerte daran, dass nicht nur die Gefallenen Helden sind, sondern auch jene, die überlebt und heimgekehrt sind – wie Ferenc (Franz) Hemmert, ein Banater Schwabe: „In der ungarischen historischen Erinnerung gelten die Honveden der Revolution von 1848–49 als Helden – unabhängig davon, ob sie gefallen oder heimgekehrt sind. Sie nahmen die Gefahren des Krieges auf sich, kämpften oft unter sehr schweren Bedingungen und setzten sich für die Freiheit des Landes ein. Warum ist auch der ein Held, der überlebt hat? Weil allein die Teilnahme an den Kämpfen ein enormes Risiko bedeutete.“
Die Gestalt des Honveds Ferenc Hemmert wurde anschließend von Ilona Miklósik, langjährige Museografin und Kunsthistorikerin aus Temeswar, lebendig dargestellt. Sie berichtete über zahlreiche interessante Details zu mehreren Banater Helden von 1848: „Der Honved, der einst unter diesem Grabstein ruhte, trat sehr jung in die Armee ein – mit nur 17 Jahren gehörte er bereits zum Honved-Korps. Ende 1849 war er Feldwebel. Franz Hemmert wurde in Gottlob geboren, in einer echt deutschen Familie, entschied sich jedoch während des Freiheitskampfes für die Ideale der ungarischen Freiheit. Er kann auch deshalb als Held gelten, weil er zweimal verwundet wurde – an der linken Hand und am rechten Bein. Er war bei der Kapitulation von Hellburg/Willagosch dabei und kehrte wie viele andere zu Fuß nach Hause zurück. Er starb 1914 in Temeswar. Bemerkenswert ist, dass Menschen deutscher Nationalität aus dem Banat sich einer gemeinsamen Sache anschlossen. Viele von ihnen sind heute leider verschwunden. Wir finden das Grab des ebenfalls deutschstämmigen Obersts Fockner nicht mehr, der Kossuth in den Kämpfen bei Mehadia schützte. Auch das Grab des Miklós Karagyéna, ein Kroate (Bulgare?), ist nicht mehr auffindbar. Und wir könnten auch die israelitische, ungarisch-deutschsprachige Familie Menczer erwähnen, aus der der Vater und vier Söhne unter der Fahne der Honveden kämpften.“
Der letzte Redner war András Molnár, Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der UDMR im Kreis Temesch. Er betonte: „Die Geschichte zeigt immer wieder: Was wahr ist, was Wert hat, was zur Seele einer Gemeinschaft gehört, kann nicht ausgelöscht werden. Das kollektive Gedächtnis muss gepflegt und geschützt werden – und manchmal neu aufgebaut. Eine Gemeinschaft, die ihre Vergangenheit ehrt, wird immer fähig sein, auch ihre Zukunft zu gestalten.“
Zum Abschluss legten Vertreter des Vereins „Banater Ungarische Werte“ sowie der UDMR Temesch am Grabstein Kränze des Gedenkens nieder.

Pressestelle der Diözese Temeswar