In schwierigen, kritischen Zeiten meinen oft die Menschen dass Grundwerte verloren zu sein scheinen. Sie schlummern unbemerkt im Schatten des Alltags, der täglichen Aufgaben, die manchmal für viel wichtiger als sie es in Wahrheit sind, gehalten werden. Die folgenden Reihen stehen dafür, daß unser Glaube nicht erschüttert werden kann!

Zoltán Toman wurde 2013 zum Priester geweiht. Bis jetzt diente er als Kaplan (Pfarrvikar) in den Pfarreien Temeswar I Innere Stadt und Temeswar II Fabrikstadt, bzw. wurde zum Sekretär des Diözesangerichts des Bistums Temeswar und zum Präbendar des hiesigen Domkapitels ernannt. Seine Studien im Bereich des Kirchenrechts began er am Postgradual-Institut für Kirchenrecht, im Rahmen der Katholischen Universität ”Pázmány Péter” in Budapest (Pázmány Péter Katolikus Egyetem, Kánonjogi Posztgraduális Intézet). Gegenwärtig setzt er seine Studien im selben Fachin Rom fort. Er wohnt im Päpstlichen Institut S. Maria dell’Anima, ein Priesterkolleg für deutschsprachige Kleriker, die zugleich die Pastoration der deutschsprachigen Katholiken, in der Ewigen Stadt sichern.

– Wenn wir uns einen Rückblick leisten, wenn wir in unseren Tagen, in unserem Leben vor dem Coronavirus blicken würden, werden wir feststellen, dass unsere Existenz vielleicht hektischer, stressiger, voller Sorgen war. Wie empfinden Sie sowohl privat, als auch in Ihrer priesterlichen Tätigkeit die Zeit der Pandemie, ihre physischen Einschränkungen und alle Begrenzungen, die wir respektieren müssen?
– Es ist wirklich ein Lebensstil, an den wir nicht gewohnt sind. Es ist etwas neues und zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt Angenehmes. Es ist auch eine spirituelle Neuheit, die ich noch nie erlebt habe.
Die richtige Erkennung der Bedeutung von Einschränkungen – die Nächstenliebe und der Schutz von Personen, die besonders von Epidemien bedroht sind – hilft uns, diese kritische Momente leichter zu überbrücken. Familien oder diejenigen, die es gewohnt sind, ihre Lieben zu sehen, finden es oft sehr schwierig, physische Distanz zu halten. Diese Situation bietet jedoch unzählige virtuelle Möglichkeiten. Oft stelle ich mir vor, wie schön die Momente sein werden, in denen sich Familienmitglieder oder Freunde wieder umarmen und wieder persönlich miteinander sprechen können.
Nicht nur von einer Person – die weit weg von der Familie sich befindet – hörte ich die Worte: „Ich werde es anders machen“, „Ich werde darüber nachdenken, wie ich mein Leben verändern kann“, „Ich werde sie nicht alleine lassen“ – Worte, die von Herzen kamen und aufrichtig waren.

– Was hat Ihnen Neues, sowohl im spirituellen, als auch im beruflichen Leben diese eigenartige Zeitspanne gebracht?
– Ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Zeit eine doch nützliche und schöne spirituelle Erfahrung war. Ich empfand diese Zeit als eine von Gott „geschenkte Zeit“, um zu überdenken, was wirklich wichtig ist, was die Prioritäten in meinem Leben und in meiner Berufung sind, was ich mehr und besser für die Menschen tun kann. Die Gebete scheinen viel intensiver zu sein, die liturgischen Feiern konzentrierter und inspirierender.

– Wie schaffen Sie es, den Kontakt zu den Gläubigen und Freunde aufrechtzuerhalten? Wenn Sie das trotzdem schaffen, dann: Wie machen Sie das, konkret?
– Dank der virtuellen Möglichkeiten konnte ich mit meinen Lieben in Kontakt bleiben. Es gab schöne Momente, in denen wir die Anwesenheit des anderen wirklich genossen haben. Ich war sehr erfrischt von den Gesprächen mit den jungen Leuten, mit den jungen Familien, aber auch mit denen, die leiden. Ich höre gerne Leuten zu…

– Etwa die ganze Fastenzeit, die Karwoche – und wir befinden uns bereits in der Osterzeit – verbrachten wir in Isolierung, mit geschlossenen, leeren Kirchen, mit Heiligen Messen (manchmal live im Internet ausgestrahlt), die vor den leeren Bänken und kalten Wänden zelebriert wurden. Wie (er-)lebten Sie diese Aspekte, sowohl aus spiritueller, aber auch pastoraler Sicht?
– Im Kollegium, in dem ich in Rom lebe, sind ungefähr 30 Priester. Wir feiern oft zusammen die Hl. Messen. Dies ist ein großartiges Geschenk, denn auf diese Weise konnten wir gemeinsam die Feierlichkeiten der Karwoche und die Osterfeiertage genießen. Zusammen vergeht die Zeit leichter. Ich dachte oft an jene Mitbrüder, die wirklich allein waren, ohne Gläubige, ohne sich der Anwesenheit einer einzigen Person freuen zu können.

– Was glauben Sie, in dieser Zeit, Neues dazugelernt zu haben – haben Sie überhaupt etwas Neues gelernt? – welche sind die Aspekte, die Sie ändern werden in Ihrem Leben bzw. in der Pastoration?
– Ich denke, eine neue Sache, bei der ich bleibe, ist: nicht langfristig zu planen. Für mich war auch bisher klar, dass jede Tagesordnung oder jeder Plan von der göttlichen Vorsehung abhängt, aber es gab selten Momente, in denen einige wichtige Ereignisse verschoben oder sogar abgesagt werden mussten.

– Vielen Dank für das Gesprüch und Ihr Entgegenkommen! Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Zeit mit Kraft, Geduld und guter Gesundheit!
– Auch ich danke Ihnen herzlichst für alles und hoffe auf ein baldiges, gesundes Wiedersehen!