Am Fest Kathedra Petri, am 22. Februar 2020 fand in der altehrwürdigen Kathedrale von Alba Iulia/Karlsburg die Bischofsweihe und Amtseinführung des neuen Erzbischofs Msgr. Dr.Gergely Kovács statt.
Die Diözese Alba Iulia wurde im Jahre 1009 von König Stephan dem Heiligen als Bistum von Transsilvanien mit Sitz in Alba Iulia gegründet. Nach dem zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Rumänien geschlossenen Konkordat änderte es am 22. März 1932 seinen Namen in Bistum Alba Iulia. Am 5. August 1991 erhob Papst Johannes Paul II. die Diözese Alba Iulia zum immediaten Erzbistum (d.h. es ist direkt dem Apostolischen Stuhl unterstellt).
Dr. Gergely Kovács ist der 84. Bischof von Alba Iulia und der dritte Erzbischof dieser Diözese. Sein Vorgänger Erzbischof Dr. György Jakubinyi hat aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig dem Heiligen Stuhl seinen Amtsverzicht angeboten, den Papst Franziskus am 24. Dezember 2019 angenommen hat. Da Weibischof József Tamás am 12. November 2019 sein 75. Lebensjahr vollendet hatte, bat auch er– den kanonischen Vorschriften entsprechend – um seinen Amtsverzicht, der ebenfalls am 24. Dezember 2019 angenommen wurde.
Am gleichen Tag wurde Msgr. Dr. Gergely Kovács zum neuen Erzbischof des Erzbistums Alba Iulia ernannt. Dass diese Bischofsernennung an Heiligabend erfolgte ist kein Zufall. Genau vor 81 Jahren – am 24. Dezember 1938 wurde Áron Márton, der unerschrockene Bekenner Bischof in der kommunistischen Zeit, zum Bischof ernannt. Der neue Erzbischof hat einen ganz engen Bezug zu Bischof Aron Marton, denn seit 2012 hat er als Postulator dessen Seligsprechungsprozess begleitet und vorangetrieben.
Geboren wurde Gergely Kovács am 21. Juli 1968 in Târgu Secuiesc (ungarisch: Kézdivásárhely). Von 1987-1990 studierte er am Theologischen Institut in Alba Iulia und ab 1990 an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Die Priesterweihe empfing er in Târgu Secuiesc durch Erzbischof Lajos Bálint am 3. Juli 1993. Nach weiteren Studien an der Päpstlichen Lateranuniversität im Fach Kanonisches Recht erwarb er 1994 das Lizenziat und 1996 das Doktorat. Von 1996-1997 war er als Kaplan in Târgu Mureș (Marosvásárhely) tätig.
1997 kehrte er nach Rom zurück und wurde in den Päpstlichen Rat für die Kultur berufen. Er war zuständig für die kulturellen Angelegenheiten des deutschen Sprachraums und Ostmitteleuropas. Seit 1998 arbeitete er als Redakteur der Zeitschrift „Cultura e fede“ (Kultur und Glaube). Im Vatikan entfaltete Gergely Kovács eine vielseitige Tätigkeit und arbeitete in verschiedenen päpstlichen Behörden mit: in der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, in der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, und am Gericht der Römischen Rota. Als Postulator setzte er sich ein für die Seligsprechung von Bischof János Hám, von Bischof Áron Márton und der Ordensschwester Bódi Mária Magdolna, die 1945 als Märtyrin gestorben ist.
Erzbischof Gergely Kovács bringt also vielfältige weltkirchliche Erfahrungen mit in sein neues Amt. Da er zudem den Kontakt zu seiner Heimatdiözese nie verloren und das Geschehen in seiner Heimat mit großem Interesse verfolgt hat, ist er mit Sicherheit gut gerüstet für seine neuen Aufgaben.
Die Bischofsweihe und Amtseinführung von Msgr. Dr. Gergely Kovács, an der ich zusammen mit Pfarrer Otto Barth teilgenommen habe, war ein großartiges Erlebnis. Viele Erinnerungen wurden in uns wach. Sowohl Pfr. Barth als auch ich haben am Theologischen Institut in Alba Iulia studiert und wir wurden am 23.06.1985 in der Kathedrale zu Priestern geweiht. Pfarrer Barth war von 1996-2007 Finanzdirektor der Erzdiözese Alba Iulia und hat in dieser Eigenschaft viele Projekte angestoßen und umgesetzt. Ich habe dem neugeweihten Erzbischof auch im Namen des Südostdeutschen Priesterwerkes zu seiner Weihe und Amtseinführung gratuliert.
Der Weihegottesdienst hat um 11.00 Uhr begonnen. Hauptkonsekrator war Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur. Er war der bisherige Vorgesetzte von Msgr. Gergely Kovács. Mitkonsekratoren waren der emeritierte Erzbischof Dr. György Jakubinyi und der Apostolische Nuntius in Rumänien und in Moldawien Titularerzbischof Miguel Maury Buendía. An der Weiheliturgie nahmen 42 Bischöfe teil, darunter die 15 römisch-katholischen und griechisch-katholischen Bischöfe aus Rumänien und 19 Bischöfe und Weihbischöfe aus Ungarn, angeführt vom Primas Kardinal Peter Erdő und vom Vorsitzenden der Ungarischen Bischofskonferenz Bischof Andás Veres.
Aus der Diözese Temeswar nahmen unter anderen teil: Bischof Jozsef Csaba Pál, Generalvikar Msgr. Johann Dirschl und der Bischöfliche Sekretär Pfr. László Bakó. Bemerkenswert ist auch, dass hochrangige Vertreter der Rumänischen Orthodoxen Kirche, der Armenischen Apostolischen Kirche und protestantischer Kirchen an der Feier teilgenommen haben. Zahlreiche Priester und mehr als 6000 Gläubige haben den Festgottesdienst zur Bischofsweihe mitgefeiert.
Zu Beginn des Weihegottesdienstes wurde das Dekret verlesen, mit dem Papst Franziskus Msgr. Dr. Gergely Kovács zum Erzbischof von Alba Iulia ernannt hat. In der Predigt sagte Erzbischof Ravasi, in diesem feierlichen und doch auch familiären Moment verbinden wir die Reflexion über das Wort Gottes mit der Geschichte dieser alten ehrwürdigen Ortskirche und ihrem neuen Oberhirten. Der Kardinal hat die symbolische Bedeutung dreier Orte hervorgehoben: Nazareth, wo Jesus sich das pastorale Programm des vom Propheten Jesaja verheißenen Knecht Gottes zu eigen gemacht hat; Rom, die Stadt in der Msgr. Kovács seine Studien vertieft hat und wo er anschließend im Dienste des Heiligen Stuhles tätig wurde, und Alba Iulia, der Wirkungsort des neuen Erzbischofs. An die Predigt schließt die eigentliche Weihe an. Die Handauflegung und das Weihegebet sind dabei das Herzstück. Im Friedensgruß der anwesenden Bischöfe kommt zum Ausdruck, dass der neue Erzbischof nicht nur für seine Diözese verantwortlich ist, sondern sich in Gemeinschaft mit den anderen Bischöfen um das Wohl der Weltkirche sorgt.
„Kennzeichnend für unser großes Erzbistum ist eine große Vielfalt“, sagte Erzbischof Kovács in der ersten Ansprache, die er an seine Gläubigen richtete: „Lasst uns gemeinsam gehen! Die eigene Kultur und Identität wollen wir bewahren, aber gleichzeitig das Anderssein der anderen achten und respektieren. Nur miteinander und gemeinsam können wir arbeiten zum Wohlgefallen Gottes. Lasst uns gemeinsam gehen!“
Wie es bei einer Bischofsweihe üblich ist, hat Erzbischof Gergely Kovács am Ende des Gottesdienstes die Ernennung seiner wichtigsten Mitarbeiter bekannt gemacht. Generalvikar wird Imre Robert Lukács, Kanzleidirektor und erzbischöflicher Sekretär János Hurgoi und Bischofsvikar für die Ordensgemeinschaften P. Urbán Erik OFM, Provinzialoberer der Franziskaner.
Während die versammelte Gemeinde das Te Deum sang, zog Erzbischof Gergely Kovács durch die Reihen der Gläubigen und spendete zum ersten Mal den bischöflichen Segen
Danach folgten verschiedene Grußworte. Kurienbischof Claudiu-Lucian Pop verlas das Grußwort des Großerzbischofs von Făgăraș und Alba Iulia Kardinal Lucian Mureșan. Kardinal Peter Erdő, der Erzbischof von Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn nahm in seinem Grußwort Bezug auf das nachsynodale Schreiben „Querida Amazonia“. Was Papst Franziskus darin über die Notwendigkeit der „Bewahrung des charakteristischen kulturellen Reichtums“ schreibt gilt nicht nur für Amazonien. Der orthodoxe Erzbischof Irineu Pop von Alba Iulia überbrachte auch die guten Wünsche des rumänischen Patriarchen Daniel. Mit den Worten aus Psalm 133 sagte Erzbischof Pop: “Wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen“.
Präsidialrat Sergiu Nistor überbrachte die Grüße des rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis. Der Stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjén überbrachte die Botschaft des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.
Kultusstaatssekretär Victor Opaschi bedankte sich beim emeritieren Erzbischof Jakubinyi für die langjährige gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat. Dem neuen Erzbischof sicherte er die Unterstützung des rumänischen Staates und des Kultusstaatssekretariates zu.

Pf. Karl Zirmer

Foto: https://romkat.ro/2020/02/22/puspokke-szenteltek-es-hivatalaba-iktattak-kovacs-gergely-erseket/)