Die derzeit weilende Pandemie hat viele Pläne geändert. So auch die der römisch-katholischen Pfarre der Kleinstädtchen Detta / Kreis Temesch, die bereits im vergangenen Jahr einige Pläne schmiedete, 2020 das 120-jährige Jubiläum der Kirche groß zu feiern. Davon blieben nur diese Zukunftswünsche, denn das Coronavirus zog einen Strich durch die Rechnung und man feierte nur soweit die geforderten gesundheitlichen Maßnahmen es erlaubten.
Die römisch-katholische „Sankt Anna“-Kirche von Detta wurde im Jahre 1900, also genau vor 120 Jahren, im neugotischen Stil gebaut und geweiht und ist eine der schönsten und imposantesten Kirchen der Region südlich von Temeswar, deren Turm von Weitem sichtbar ist. Zu erinnern sei, dass bereits im Jahr 1810 Detta zur Stadt durch Kaiser Franz I. von Österreich ernannt wurde.
Der Festgottesdienst am 26. Juli, im römisch-katholischen Kalender als Festtag der Eltern der Muttergottes, Hl. Joachim und Anna, wurde vom Temeswarer Diözesanbischof József Csaba Pál zelebriert. Mitzelebranten waren weitere vier Priester: der Dettaer Pfarrer Attila Lokodi und seine Gäste Pfr. József Heinrich (Otelek / Temesch), Pfr. Tibor Babota aus Mediasch und Pfr. Zoltán Toman aus Temeswar.
Musikalisch umrahmt wurde die Kirchweihmesse durch den eigenen Kirchenchor, begleitet von der im Jahre 1905 gebauten Wegenstein-Orgel.
Zum Beginn der Pontifikalmesse segnete der Diözesanbischof die Renovierungsarbeiten, in den letzten Jahren im Inneren und Äußeren vorgenommen.
An der Kirchweihmesse nahmen als Gäste der Abgeordnete des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Victor Ganț, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, Erwin Josef Ţigla und der Bürgermeister von Detta, Petru Roman teil.
Die Gäste des Deutschen Forums wurden vom Ortsforumsvorsitzenden Gerhart Șămanțu zusammen mit seiner Familie Elena (Ehegattin) und Astrid (Tochter) in Banat-schwäbischer Volkstracht willkommen geheißen. Zu erinnern sei, dass der Ort – sowie die Ortschaft Denta – erstmals in den Jahren 1720-1721 durch Deutsche aus Bayern und Elsass-Lothringen besiedelt wurde.
Leider konnte in diesem Jahr kein Kirchweih-Aufmarsch wegen der Pandemie durch die Straßen von Detta organisiert werden. Die einheimischen „Edelweiß“-Kinder-, Jugend- und Erwachsenenvolkstanzgruppen aus Detta, genauso wie auch viele Anwesende, Gäste und Einheimische, vermissten dies, in der Hoffnung aber, dass es im   nächsten Jahr wieder besser sein wird und die Banat-schwäbische Volkstracht unter den Klängen der Blasmusik wieder bewundert werden kann. Bis dann aber, ein Dank allen, die sich dafür in diesem Jahr eingesetzt haben, damit das Fest auch unter den vorgegebenen Voraussetzungen gut organisiert werden konnte.
von Erwin Josef Ţigla