Nach der Gründung der Diözese Tschanad weihte unser erster Oberhirte – der spätere heilige Bischof Gerhard – auch eine eigene Kathedrale. Diese wurde dem heiligen Märtyrer Georg gewidmet, dessen Patrozinium bis heute, auch für die jetzige Domkirche gültig geblieben ist. Nachdem 1732, unter Bischof Adalbert von Falkenstein, der Bischofsitz von Szegedin nach Temeswar verlegt wurde, begann auch der Bau einer neuen Kathedrale, deren bau mehrere Jahrzehnte lang dauerte. Die Kathedrale, die mit kaiserlich-königlicher Unterstützung errichtet wurde, war und ist das Zentrum einer Diözese. Die erste hl. Messe und eine einfache Segnung des Gotteshauses wurde schon 1754 gefeiert – die Arbeiten wurden danach weitergeführt.
Bischof Kőszeghy ergriff am 24. März 1803 die Initiative und verständigte kurzerhand das Domkapitel über seinen Entschluß, vier Wochen später, am Tage des Kirchenpatrons, des hl. Georg, dem 24. April, seine Kathedrale feierlich zu konsekrieren. Gleichzeitig fordert er das Kapitel auf, zu dem Dedicationis Spectaculum die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.
Bischof Martin Roos beschreibt in seinem Werk, Erbe und Auftrag, die Konsekration unserer Domkirche wie folgt: Und es wurde tatsächlich ein wahres Schauspiel: Der eigentlichen Weihe des Domes am Sonntag, dem 24. April, gingen die Konsekrationen der sechs Nebenaltäre voraus, beginnend mit dem Altar des hl. Johannes von Nepomuk, links hinten am Eingang, der am Montag, dem 18. April geweiht wurde; am Dienstag folgte der Altar der Pestpatrone, rechts des Eingangs; am Mittwoch der Altar des hl. Josef, auf der linken Seite; am Donnerstag der Altar der Heimsuchung, auf der rechten Seite; am Freitag der Kreuzaltar im linken Querschiff und Samstag der Abendmahlsaltar im rechten Querschiff. Der krönende Abschluß dieser festlichen Woche war die Konsekration des Hochaltares zum hl. Georg – und die feierliche Konsekration des Domes selbst. Dazu hatte Schlossermeister Michael Frendl für 36 Gulden 36 Kreuzer die 12 Apostelleuchter geschaffen und Malermeister Josef Payer die 12 Apostel-kreuze für 19 Gulden 30 Kreuzer auf die Wände gemalt, die auch heute noch zu sehen sind.
Das Gedächtnis der Domweihe war zunächst auf den Tag des hl. Georg, 1811 aber auf den zweiten Sonntag nach Ostern festgelegt worden. Heute wird der Weihetag der Kathedrale am zweiten Samstag nach Ostern begangen. (Martin Roos, Erbe und Auftrag, Band I, 2b)
Im Rahmen des laufenden Projekts mit EU-Förderungsmittel, mit dem Titel: „Renovierungs-, Wartungs- und Sanierungsarbeiten im Innenraum und an der Außenfassade sowie Umzäunung des römisch-katholischen Doms zu Temeswar hinsichtlich seiner Aufnahme in den nationalen und internationalen Tourismuskreislauf“ erneuert sich unsere alterhwürdige Domkirche zum. Hl. Georg. Die Restaurierungs- und Gesamtsanierungsarbeiten werden heuer, im Herbst, feierlich gesegnet. Über die Arbeiten, berichtete uns Domherr Nikola Lauš, Kanzleidirektor und Projektverantwortlicher seitens des Bistums Temeswar folgendes: „Die Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten der Domkirche gehen konstant, ununterbrochen, auf mehrere Fronten gut voran. Natürlich, wie bisher, spielen die Kunstkomponenten für uns eine prioritäre Rolle (Skulptur, Malerei, Glas, Kunsteisenarbeiten, Naturstein) – ihre Restaurierung ist in einem gewissen, großen Maße durchgeführt worden. Die innere Wandmalerei – vor allem im Kirchenschiff – wurde vollständig restauriert; zur Zeit wird im Querschiff und im Altarraum gearbeitet. Die sog. Denticuli (Zähne) und die Kapitelchen der (Wand-)Pilaster, aus Naturstein angefertigt, wurden restauriert und werden in ihrer natürlichen, ursprünglichen Form belassen. Am Gewölbe, zwischen Altarraum und Kirchenschiff wurde eine lateinische Inschrift entdeckt, die die Beendung dieser Bauphase unter Kaiserin Maria Theresia und unter Bischof Nikola Stanislavich bezeugt. Informationen über diese Inschrift sind auch im Werk von Hans Dipplich „Die Domkirche von Temeswar“ zu finden, doch wurde diese für verschollen gehalten. Ihr Text lautet wie folgend:
REGNANTE MARIA THERESIA IMPERATRICE
SEDENTE NICOLAO EPISCOPO
GUBERNANTE L[IBERO] B[ARONE] AB ENGELSHOFEN
ECCLESIA CATHEDRALIS CSANADIENSIS
TEMESVARII REDIVIVA
Nun wird sie freigelegt, restauriert und wird in der Zukunft für die Besucher sichtbar bleiben. Zur Zeit wird an den Sakristeien und an deren Fluren gearbeitet. Die Restaurierung der Domgruft ist ebenfalls fast beendet worden. Im Außenbereich wurde eine erste Etappe im Angriff genommen – die Fundamente der Domkirche werden saniert; der alte Putz ist entfernt worden und zwei neue Schichten sind bereits angebracht worden, die aus professionellen Mittel bestehen und zur Bekämpfung der Wandfeuchtigkeit dienen. In der nächsten Phase werden die Arbeiten an der Hauptfassade der Domkirche durchgeführt werden. Hier wurde bereits ein großes Gerüst montiert, das die ganze Fassade, bis zu den Turmspitzen umhüllt.“