Heuer, im Juli, erreichten das Pressebüro der Diözese Temeswar traurige Nachrichten aus Groß-Sanktnikolaus, die der Ortspfarrer Attila Andó uns einsendete: Ein heftiger Windsturm verursachte große Schäden sowohl dem Kirchendach von Groß-Sanktnikolaus, als auch an mehreren Grabkreuzen am Friedhof. In Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Bürgermeisters Dănuț Groza, der Diözese Temeswar, der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Groß-Sanktnikolaus, der Baptistengemeinde „Nădejdea“ (Die Hoffnung) und der gesamten örtlichen römisch-katholischen Gemeinde konnten die Dachreparaturen sehr schnell durchgeführt werden, so dass nun, drei Monate später das Kirchweihfest des Gotteshauses feierlich begangen werden konnte.
Aber nicht nur diese gute Nachricht erreichte uns aus Groß-Sanktnikolaus. Am 15. Oktober, am Fest der hl. Theresia von Ávila, konnte der Diözesanbischof von Temeswar, S.E. Josef Csaba Pál, eine neue Glocke für diese Stadtkirche weihen (1.200 Kg schwer / samt Joch – 1700 Kg). Diese wird eine viel ältere Glocke ersetzen, die gesprungen war und somit nicht mehr gut geklungen hat. In diesem Zusammenhang sind weitere Reparaturarbeiten am Glockenstuhl der Kirche und die Automatisierung der Glocken vorgesehen. Zum Doppelfest bekam die Kirchengemeinde aber auch einen dritten Grund zum feiern: Pfr. Attila Andó, der vor 25 Jahren, durch die Handauflegung und durch das Gebet des inzwischen im Herrn entschalfenen Bischofs Sebastian Kräuter, zusammen mit weiteren vier Kollegen in der Temeswarer Domkirche zum Priester geweiht wurde, feierte nun sein silbernes Priesterjubiläum.
Alldies erwähnte Pfr. Andó schon am Anfang der Hl. Messe, der allen Dankworte aussprach, die ihn in den letzten 25 Jahren priesterlichen Dienstes unterstützt haben: dem Allmächtigen Gott, seiner eigenen Familie, den Kollegen, den Mitarbeitern, den Gläubigen und Wohltätern. Pfr. Andó begrüßte alle, die mit der Gemeinde und mit ihm an diesem Tag zu feiern gekommen waren: den Bürgermeister der Stadt, Dănuț Groza und die Stadtratsmitglieder, den Unterpräfekten des Kreises Temesch, András Molnár (zugleich auch Vorsitzender der UDMR-Temesch), den Abgeordneten der bulgarischen Minderheit, Gheorghe Nacov, die griechisch-katholischen und orthodoxen Priester, den Pastoren der Baptistengemeinde Nădejdea und alle Mitbrüder im priesterlichen Dienst, aus mehreren Pfarreien der Diözese Temeswar. Den musikalischen Rahmen der hl. Messe sicherten Frau Dr. Maria Muntean und der Kirchenchor, der vom Kantor Adrian Matea geleitet wird. Aber nicht nur der Pfarrer begrüßte die Gäste, sondern auch die Kinder und Jugendlichen begrüßten auf Deutsch, Rumänisch, Ungarisch und Bulgarisch ihren Seelsorger. Sie trugen festliche Volkstrachten und brachten im Rahmen der hl. Messe auch die Gaben zum Altar für das eucharistische Opfer.
Die Predigt sprach Pfr. Sándor Tivadar, Seelsorger in Arad-Gai, der Pfr. Andó schon seit seiner Kindheit unterstützt – „Geht hin und verkündet das Evangelium… und heilt. Jesus sandte seine Jünger in der Welt aus mit diese drei Aufgaben! Diese ist eine universelle Aufgabe. Der, der von Gott ausgesendet ist, der ist nicht zu einem bequemen, ruhigen Leben berufen. Diese Berufung ist an den Dienst an den Menschen orientiert. Dementsprechend, mein lieber Mitbruder und Jubilar, geh hin und schau nach Deinen Gläubigen, denn wir alle sind für all jene verantwortlich, die am Rande der Gesellschaft leben oder auch für die, die keinen Sinn und Zweck im eigenen Leben mehr finden. Du darfst nicht nur ein Mensch Gottes, sondern auch ein Mensch für die so geprüfte Welt, für den Nächsten sein, einer der den Menschen dient “, sagte Pfr. Sándor Tivadar.
Der 25-jährige Priesterdienst von Pr. Andó wurde von S.E. Bischof Josef Csaba Pál geehrt: Der Oberhirte hat dem Jubilar die St.-Gerhards-Medaille in Silber verliehen. Die selbe Medaille wurde zu diesem Anlass auch dem Bürgermeister der Stadt Groß-Sanktnikolaus, Dănuț Groza, für seine ständige Unterstützung, für das Entgegenkommen und für die gute Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Gemeinde, im Laufe der Jahre, sowohl in guten, als auch in weniger guten Zeiten verliehen.
Die von der Firma Selwerk aus Odorheiu Secuiesc/ Oderhellen gegossene Glocke ist ein weiteres Wunder dieses Jahres, sagte der Ortspfarrer. Zu ihrer Entstehung spendete das Bürgermeisteramt die Summe von 30 000 Euro(Gesamtwert knapp 35.000 Euro). Die Glockenweihe fand vor der Kirche, nach der hl. Messe statt. Der Bischof sprach ein Weihegebet, segnete die Glocke mit Weihwasser, Weihrauch und Chrisamöl. Davor erläutere Bischof Pál in einer kurzen Ansprache die dreifache Rolle der Glocke: „Gemäß eines lateinischen Spruchs, ruft die Glocke die Lebenden, beweint die Toten und vertreibt die Wolken.“ Ferner sagte der Bischof: „Ich wünsche den Mitgliedern dieser Gemeinde, dass diese Glocke sie oft und lange, lange Zeit von nun an zum Gebet, im Hause des Herrn rufen soll.“
Die Einheit und Kohäsion der Gemeinde konnte man nicht nur in der Vorbereitung dieser Feier feststellen, sondern auch an der herzlichen Gastfreundschaft, mit der sie ihre Gäste empfing. Die gute Zusammenarbeit der rumänischen, ungarischen, deutschen und bulgarischen Gläubigen wiederspiegelte sich in diesem gelungenen Fest und im gemeinsamen und gemeinsam gelebten Glauben, wie auch in der gemeinsam getragenen Sorge um die gemeinsame Pfarrkirche, die eine Quelle der Kraft für den Alltag, für jeden Christen dieser Gemeinde ist.
Pressebüro der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar















