Nach zwei Jahren pandemiebedingter Einschränkungen konnte das Treffen, bzw. die Wallfahrt der Priester, Ordensleuten und Laienmitarbeitern am 1. Oktober in der Basilika Maria Radna wieder mit physischem Präsenz stattfinden. In den letzten beiden Jahren wurde das Treffen online über die Plattform Zoom abgehalten.
Zu Beginn der Heiligen Messe begrüßte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, alle Anwesenden: Priester und Mitarbeiter aus fast allen Pfarreien unserer Diözese, Mitglieder des Jugendchors von Petschka, die mit ihren Liedern diese Feier verschönerten, und Pilger, die zusammen mit der Gruppe der Marienmädchen zu Fuß aus Sanktanna und den Nachbargemeinden angereist waren. Im Zusammenhang mit dem Thema des neuen pastoralen Jahres in der Diözese Temeswar sprach Pfr. Josef Hell, ein Priester, der aus unserer Diözese stammt, nach Deutschland ausgewandert ist und zu dieser Wallfahrt eingeladen wurde. Seine Rede über die Diakonie, d.h. über den Dienst am Nächsten und die Freiwilligenarbeit war ein guter Start, ein Impuls für das neue Pastoraljahr.
In seiner in rumänischer und ungarischer Sprache gehaltenen Predigt ging der Diözesanbischof auf das Leben der heiligen Theresia von Lisieux ein, deren liturgischer Gedenktag am 1. Oktober begangen wird, sowie auf das Leben des heiligen Johannes von Vianney, der als Priester einer kleinen Gemeinde in Frankreich durch sein Wirken eine Welle der Erneuerung in der Kirche auslöste. – „Die heilige Therese von Lisieux lebte nur 24 Jahre, wurde aber zur Patronin der Missionen. Sie leisten dort, wo Sie sind, einen großzügigen Dienst, und Sie möchten in Einheit mit der gesamten Diözese dienen. Es ist so gut für den Bischof und die Priester, dass sie nicht allein im Dienst dieser Diözese stehen, sondern dass es viele gibt, deren Herzen mit ihr schlagen. Deshalb grüße ich Euch mit großer Zuneigung!“ – so der Diözesanbischof, der die Predigt in rumänischer Sprache mit einem Auszug aus einer Meditation des ehemaligen Aachener Bischofs Dr. Klaus Hemmerle beendete: „Jeder Tag soll ein Tag des Dankes werden. Herr, was immer mir jemand Gutes getan hat, du hast es mir getan, belohne diesen Jemand“.
Der Vortrag nach der Heiligen Messe mit dem Titel „Erneuerung im Heiligen Geist“ wurde von Dr. Judit Ozsváth gehalten, Dozentin an der Fakultät für Römisch-Katholische Theologie, Abteilung für Römisch-Katholische Theologie und Didaktik der Babeș-Bolyai Universität in Klausenburg. In ihrem Vortrag zitierte der Gast den Jesuiten Karl Rahner, eine der Leitfiguren des Zweiten Vatikanischen Konzils, der in seinem Werk „Der dreifaltige Gott als transzendenter Urgrund der Heilsgeschichte“ schrieb: „All diese Vorstellungen, wonach Gott nichts gibt, (sich) nicht ausgießt, sich nicht hingibt und nicht voll liebt, sind eine theologische Unmöglichkeit und Unsinn. Gott liebt nur und liebt immer.“ – „Das ist seine Art zu sein“, fuhr Dr. Judit Ozsváth fort. – „Und in dieser trinitarischen „Umgebung“ hat er auch uns geschaffen. Dort ist unsere wahre Heimat, wie wir auf Rubliovs Ikone der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sehen können. Der Platz am Tisch, auf dem der Kelch steht, gehört uns, uns allen!“
Nach dem Vortrag folgten Gespräche in Kleingruppen, und am Nachmittag fanden mehrere Workshops zu folgenden Themen statt: Armut – Fluch oder Segen, Diakonie in der Familie, Jugend und Freiwilligenarbeit – Wie kann man junge Menschen im Geiste der Freiwilligenarbeit erziehen, Erziehung in Kinderheimen – Herausforderungen und Chancen, Alter – Zufriedenheit und Herausforderung, Dienst an bedürftigen Familien, Dienst an Bedürftigen in Gemeinden, Diakonie in der Gemeinde – das starke Band der Einheit.
An der Koordination der Workshops waren Dr. Imogen Tietze, Ausbildungsreferentin, das Team des Büros für Familienpastoration, das Römisch-Katholische Theologische Gymnasium Gerhardinum, der Caritasverband der Diözese Temeswar, der Malteser Hilfsdienst in Rumänien – Filiale Temeswar, die Vinzenzgemeinschaft Bokschan, die Lebensmittel-Bank zusammen mit Vlad Colareza und die Mitarbeiter der Römisch-Katholischen Pfarrei Temeswar IV. Josefstadt beteiligt.
Die Begegnung und die Wallfahrt endete mit einer eucharistischen Anbetung in der Basilika Maria Radna.

Pressestelle der Diözese Temeswar