„Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10, 11)
Am 4. Ostersonntag wird in der katholischen Kirche der Sonntag des Guten Hirtens begangen. Dieser Sonntag heisst, in diesem Zusammenhang, auch Welttag der Berufungen. Der inzwischen heiliggesprochene Papst Paul VI. führte 1963, während des Zweiten Vatikanischen Konzils, diesen Feiertag ein. Im Rahmen der Heiligen Messen, die an diesem Sonntag gefeiert werden, beten die Gläubigen für Ihre Priester und für neue Berufungen zum Gott-geweihten Leben.
Anlässlich des Sonntags des Guten Hirten baten wir einige Priester und Seminaristen uns einige Fragen über die Berufung zum Priesterkleben zu beantworten.
– Was bedeutet für Sie die priesterliche Berufung?
Marian-Branko Duma, Theologiestudent in Fulda: – Die priesterliche Berufung ist für mich die Antwort, die ich Gott auf seinem Ruf gegeben habe. „Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen.“ (Jer 1,5) Jeder von uns ist berufen Gott zu dienen, indem wir dort, wo wir sind, unsere Arbeit erfüllen. Die Priester aber sind in besonderer Weise zum Dienst berufen um Gott zu dienen. Durch die heilige Weihe haben sie teil an der Priesterschaft Jesu Christi. Das bedeutet Christus selbst lebt in jedem Priester und durch das Wirken des Priesters handelt Jesus selbst. Es ist ein so großes Wunder, wie auch die Spendung der heiligen Sakramente (die sichtbaren Zeichen) durch welchen wir zum Heil kommen können. Das Feiern der heiligen Eucharistie, wo sich das Opfer des Kreuzes durch die Hände des Priesters immer wieder erneuert, das Sakrament der Buße, wo jeder Gläubige sich mit Gott versöhnt sind nur ein paar Beispiele, die mich besonders stark motivieren Priester zu werden. Letztendlich ist die Berufung zum Priestertum ein immerwährendes „JA“ – ich antworte immer wieder neu auf Gottes Berufung..
Novița Marian Drăghia, Pfarrer in Breștea: – Ein, vom Himmel quellendes Geheimnis, eine besondere Berufung und eine grosse Verantwortung.
Csaba Miklós, Pfarrer in Mailat: – Es ist gut wenn wir uns diese Frage selbst, von Zeit zu Zeit stellen können. Dies kann zugleich eine kurze spirituelle Übung, eine Gewissenserforschung sein. Lasset uns von unseren täglichen Aufgaben eine Pause nehmen und meditieren. Nach fünfundzwanzig Jahre priesterlichen Dienstes kann ich sagen, dass ich nur mit der Hilfe der Gnade Gottes das bin, was ich bin: Priester. Ohne dies weiss ich nicht was mein Leben gewesen wäre. Die priesterliche Berufung kann man nicht so sehr definieren… Sie ist wie die Liebe: Du weisst nicht aus welchem Grunde das passiert, aber es gibt darin sowohl gute Aspekte, wie auch Schmerz und Prüfungen. Die priesterliche Berufung ist ein göttlicher Auftrag: jeden Tag eine neue Herausforderung, jede Menge Begegnungen, Aufträge mit dennen Gott dich in gleicherweise, angenehm wie unangenehm überrascht. Die priesterliche Berufung bedeutet auch, als Vermittler zwischen Gott und den Menschen zu stehen, aber auch umgekehrt. Öfters fühle ich, dass ich des Auftrags, den Gott mir erteilt, nicht würdig bin, dass die Liebe, mit die er mich umarmt, übergroß ist und dass ich ihm gegenüber nie genügend dankbar sein kann. Ohne Gott und ohne Menschen bedeutet die priesterliche Berufung gar nichts. Priester zu sein bedeutet so gut wie möglich, das was uns Gott Tag für Tag zu tun gibt, mit der Hilfe des Heiligen Geistes, gemäs der eigenen Kräften, als Zeichen der Dankbarkeit Gott gegenüber zu erfüllen.
Attila Puskás, Pfarrer in Reschitz II – Allerheiligste Dreifaltigkeit: – Die priesterliche Berufung ist, vor allem, Dankbarkeit zweier Seelsorger gegenüber, die mutig genug waren, mich in dieser Sache anzusprechen und danach, mich spirituell zu begleiten. Ein Priester hat die außergewöhnliche Kapazität ein solches Gespräch mit einem Jugendlichen zu führen. Den Jugendlichen nur anzusprechen reicht nicht – man muss ihn auch begleiten, man muss seine Berufung pflegen, ermutigen, man muss es gedeihen lassen. Die priesterliche Berufung ist nicht nur die Sache Gottes. Der Priester muss den Jugendlichen unterstützen. Also, die priesterliche Berufung bedeutet für mich Dankbarkeit und Schönheit! Ich bin ihnen dankbar, daß sie in mir diese Gnade entdeckt haben. Meine Priesterexistenz ist ein tiefes Abenteuer mit unserem Lehrer und mit den Brüdern.
– Wie würden Sie die jenigen ermutigen, die daran denken dieser Berufung nachzugehen?
Marian-Branko Duma, Theologiestudent in Fulda: – Aus meiner jetzigen Erfahrung kann ich die heutige Jugend aufmuntern auf diesem Weg loszugehen und Gott „Ja“ zu sagen. Meine Ausbildungszeit verlief bisher durch verschiedene Phasen, gute und schwierige, aber mein Ziel ist nicht entmutigt und enttäuscht zum Abschluss zu kommen, sondern es ist viel mehr. Das Ziel der Priesterausbildung ist reife Männer und starke Charakter auszubauen, damit man gemäß der Kirchenlehre richtige und gute Antworten in den heutigen Zeiten geben kann. Entscheidend in der Ausbildung ist die persönliche Beziehung mit Christus, die immer und jederzeit gepflegt werden soll, damit sie immer tiefer wachsen kann. Der Hl. Johannes Maria Vianney beschreibt das Priestertum mit folgenden Worten: „Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu.“ Diese großartige Formulierung beschreibt für mich das Wesen der Sendung und der Heiligkeit des Priesters.
Novița Marian Drăghia, Pfarrer in Breștea: – Dass sie mutig und voll Vertrauen sein sollen; sie sollen keine Angst haben, ihr Herz in Gottes Händen zu legen.
Csaba Miklós, Pfarrer in Mailat: – Ich würde vor allem ihm nichts verbergen, weder das was gut ist, noch das was schlecht ist; ich würde aber betonen, dass, wenn ein Jugendlicher dieser Berufung nachzugehen trachtet, passiert dies nicht weil er Gott gewählt hat, sondern dass Gott ihm wählte und mit seiner außergewöhnlichen Liebe hervorgehoben hat. Ferner, würde ich ihm sagen, dass seine Entscheidung eine Antwort ist, die er dem himmlischen Vater gegeben hat, dem uns all liebenden Vater. Seine Antwort ist der Antwort der Jungfrau Maria ähnlich, als Gott ihr die Frohbotschaft durch den Engel sandte, dass sie Gottesmutter werden könnte. Sonst, alles andere hat darin seinen Ursprung und seine Quelle. Die Grundentscheidung ist wichtig; sie wird im Laufe der Jahren immer vollkommener. Ich würde es wagen zu sagen, dass in dieser lügnerischen Welt, diejenigen nötig sind, die positiv dem Rufe Gottes nachgeben und die den verwirrten Menschen dieser Gesellschaft das Sakrale, das Heiligende, das was gut ist und das was stets eine wahre Quelle der Hoffnung ist: das Evangelium.
Attila Puskás, Pfarrer in Reschitz II – Allerheiligste Dreifaltigkeit: – Ich ermutige sie den Willen Gottes zu lieben! Sie sollen diesen Willen annehmen, akzeptieren! Dies ist das tiefste Ja-Wort was es nur geben kann! Dass sie dieses Risiko eingehen, genau wie die Jungfrau Maria!
(Pressebüro der Diözese Temeswar)







