Gemäß einer älteren und längeren Tradition, fand auch heuer am 10. Juli die Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben nach Altötting, Bayern, dem berühmten marianischen Wallfahrtsort statt. Die diesjährige ist bereits die 61. Wallfahrt, eine fromme Initiative des bereits verstorbenen Jesuitenpaters P. Wendelin Gruber S.J., der aus Dankbarkeit der Gottesmutter Maria, Beschützerin und Erretterin der Mitte des 20. Jhrs. bedrängten deutschen Bevölkerung gegenüber, diese Dankwallfahrt ins Leben gerufen hat. Damals versuchten verschiedene totalitäre Regime die Donauschwaben in Vernichtungslager und durch Verschleppungen auszurotten. An dieser Wallfahrt nehmen jährlich Teilnehmer aus mehreren Donauländern teil: Ungarn, Rumänien, Serbien, Deutschland und Österreich teil. Es ist bereits Tradition geworden, daß jedes Jahr die Wallfahrt der Donauschwaben von einem Bischof geleitet wird, der seine Tätigkeit in einer der Diözesen dieses Donaugebiets entfaltet. Heuer zelebrierte die Wallfahrtsmesse in der Basilika St. Anna zu Altötting Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar.
Die Wallfahrt stand heuer unter dem Motto: „Maria, Vorbild der Kirche“. Das Programm began am Sonntag, um 9.30 Uhr, mit der Prozession von der Gnadenkapelle zur Basilika. Es reihten sich in der Prozession Fahnenabordnungen, die Blaskapelle der HOG Sanktanna, Pilger-, Trachtengruppen, Marienmädchen und Wallfahrer ein. Schon gleich am Anfang fand die Eröffnung der Wallfahrt und die Begrüßung der Pilger statt. Um 9.45 Uhr sprach Raimund Haser MdL Baden-Württemberg das Wort des Laien zum Thema Flucht und Vertreibung. Pünktlich um 10:00 Uhr began das Pontifikalamt in der Basilika, zelebriert von S.E. Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar. Unter den mitfeiernden Priestern befanden sich EGR Monsignore Andreas Straub, Visitator em. der Donauschwaben (Bayreuth), Pfarrer Klaus Rapp, stellv. Vorsitzender im St. Gerhards-Werk Stuttgart, Pfr. i.R. Paul Kollar, geistlicher Beirat des Gerhardforums der Banater Schwaben e.V. und Stiftskanoniker Johann Palfi aus Altötting. Die Mitglieder der donauschwäbischen Singgruppe aus Landshut unter der Leitung Prof. Reinhard Scherer sicherten den musikalischen Rahmen der Hl. Messe.
Unten den Wallfahrern befanden sich, als Vertreter unterschiedlichen offiziellen Stellen, Ämter und Vereinen mehrere hohe Gäste: die Zweite Bürgermeisterin der Kreisstadt Altötting, Christine Burghart, der langjährige Bürgermeister Herbert Hofauer, i.R., der Wallfahrtsrektor, Prälat Dr. Klaus Metzl, Altötting, Raimund Haser, Mitglied im Landtag Baden-Würtemberg (aus dem Landkreis Wangen, CDU) und zugleich Vorsitzender des „Haus der Donauschwaben in Sindelfingen“, Stephan Mayer, Mitglied im Bundestag (CSU) und Vizepräsident im Bund der Vertriebenen (aus Altötting), Georg Ledig, stellv. Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Harald Schapansky, Vorsitzender im Landesverband Bayern der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Bernhard Fackelmann, Vorsitzender des Kulturwerks der Banater Schwaben, Vorstandsmitglied des BdV in Bayern, Gaby, Hans und Ulrike Kiefer Fahnenträger des St. Gerhards Werk Stuttgart, Roswitha Dorfner, langjährige Fotografin und Berichterstatterin vom „Lieb Frauenbote Altötting“, Paul Beiwinkler und die Delegation der Donauschwaben des Landesverbandes Bayern, aus München – Haar, die Abordnung der Marienmädchen, Trachtenträger und der Kirchenchor aus Sanktanna/Banat unter der Leitung von Marianne Hellstern, Gäste aus Amerika, Kanada, Brasilien und Argentinien, Trachtenträger, Fahnenabordnungen, Kreuz- und Marienstatue-Träger, Blaskapelle der HOG Sanktanna und das gesamte Organisationsteam mit Johann Noll in und um Altötting, und nicht zuletzt, Ing. Josef Lutz, stellv. Vorsitzender St. Gerhards-Werk Stuttgart und Nikolaus Laub.
Ab 14.00 Uhr versammelten sich die Pilger beim Marienliedersingen in der Basilika mit Prof. Reinhard Scherer aus Landshut. Es folgte um 14.30 Uhr eine Marienandacht, ebenfalls in der Basilika, mit Msgr. EGR Andreas Straub, Pfr. Paul Kollar, Dekan Pfr. Karl Zirmer, Pfr. Josef Hell und Stiftskanoniker Johann Palfi.
In seinem Wort des Dankes und der Anerkennung, sagte Herr Lutz u.a.: „ Der gesamte Ablauf der Veranstaltung war der Schlussstein eines langen Weges von Planung und Ausführung. Persönlich weiß ich um Mühe und Einsatz der Wahlfahrer, der Helfer und Mitgestaltern. Es war mit Sicherheit der eindrucksvollste Festakt, den wir heuer bisher auf Landes- und Bundesebene im St. Gerhards-Werk hatten. Auch in den Gesprächen mit vielen mir bekannten Landsleuten, Amts- und Würdenträger, weiß man hier um die Steigerung des Bekanntheitsgrades des St. Gerhards-Werk und Ihren Aktiven. In Bayern ist man stolz auf die Vielzahl von Pilgern bei Wallfahrten.
Wir erachten es als unsere Ehrenpflicht, Euch, wie auch dem Ehepartner und Euren Kinder, Angehörigen wie auch Eltern persönlich für die engagierte Mitarbeit, die so viel zum Gelingen des Gesamtvorhabens beigetragen haben, sehr herzlich zu danken. Das Pontifikalamt mit S.E. Bischof Josef Csaba Pál von der Diözese Temeswar, den Hochwürden, Referenten, Ministranten, Trachtenträgerpaaren, Marienmädchen, Chormitglieder, Blaskapelle, Fahnenabordnungen, Ordnern, u. a. war ein Erlebnis der Glaubensstärkung für die Wallfahrer. Dazu gehören auch die Unterstützer und Förderer.
Alle unsere Aktiven haben tiefen Respekt und Anerkennung von den vielen Teilnehmern erhalten. Wir haben in Altötting an diesem Sonntag 10. Juli 2022, einen ganz großen Schatz unseres Glaubens verwaltet. Sitten und Bräuche, Erfahrungen, Geschichte und Zeitabläufe die in einer ganz bestimmten Zeit und unter ganz bestimmten Bedingungen in einer ganz bestimmten Region entstanden sind.
Wir Donauschwaben gaben eine Friedensbotschaft zum Ausdruck, mit dem alten Symbol der in die Höhe fliegenden 5 (Kontinente) weißen Friedenstauben nach dem Pontifikalamt und mit dem weltweit bekannten und in vielen Sprachen gesungenem Lied „La Paloma“, gespielt auf einer Geige und einem Akkordeon.“
Veranstalter der Wallfahrt waren St. Gerhards-Werk e. V. aus Stuttgart mit Unterstützung des Gerhardsforums Banater Schwaben e.V. aus München unter der Gesamtkoordination von Ing. Josef Lutz, Nürnberg.

Pressestelle der Diözese Temeswar
Foto: Marianne Hellstern