Professionalität, Empathie, Glaube, Mitgefühl – es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen – die in dieser Zeit harte Prüfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angehörigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen – immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien übernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig übernehmen.
„Die guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten hören, müssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht hätten?“ Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enthält viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Großbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.

„Die Heilige Schrift und die Nähe Gottes geben mir Sicherheit“

Die Lehrerin Ilona Jakab wurde 2009 zur Direktorin des Römisch-Katholischen Theologischen Gymnasiums „Gerhardinum“ in Temeswar ernannt. Sie ist derzeit stellvertretender Schuldirektor. Ihr pädagogisches Credo spiegelt sich auch in den Sätzen auf der Webseite der Gerhardinum-Schule wieder: „Wissen ist wichtig, aber Wissen ohne Moral ist wertlos. (…) Jeder Schultag ist ein Schritt vorwärts auf dem Weg zu Gott.“

– Wie üben Sie ihren Beruf während der Pandemie aus?
– Diese Epidemie ist sicherlich ein Störfaktor für uns alle, aber trotzdem können wir einen wichtigen Aspekt aus den Augen nicht verlieren: in welcher Richtung sollten wir gehen, was ist in unserem Leben entscheidend?! Es ist nicht das Katheder, das was dich zum Lehrer macht. Wir unterrichten mit unserer Persönlichkeit, unserem Charakter und unserem Ausdruck. Diese Situation schließt bestimmte Lehrermethoden nicht aus, die jedoch möglicherweise nicht zu oft angewendet werden. Ich stelle fest, dass meine Beziehung zu den Schülern noch persönlicher geworden ist, noch näher an Menschen, und diese Nähe kann man aus pädagogischer Sicht „ausnutzen”. Ich habe das Gefühl, dass meine Berufung, eigentlich eine Form der Evangelisierung durch Erziehung ist und sich in dieser Situation in einem neuen Medium entfaltet.

Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?
Wie bei jeder Krankheit erwarte ich, dass es so schnell wie möglich auch vergeht, ich werde mein Bestes geben, um ihre Auswirkungen zu begrenzen. Ich mache mir Sorgen um meine Lieben und um andere Menschen, aber gleichzeitig denke ich, dass uns der begrenzte, vorübergehende Charakter unseres Lebens bewusst sein muss. Die Situation vieler leidender Menschen, die zunehmende Zahl von Todesfällen, schafft natürlich kein angenehmes Gefühl, gleichzeitig bringt es uns als Christen dazu, unsere Beziehung zu Gott und den Menschen zu überdenken und neu zu gestalten. Ich habe viel Zeit zum Lesen und im Garten zu arbeiten, spreche mit Freunde und Verwandte am Telefon und bin mit meiner Familie zusammen.

Haben Sie noch Kraft, die Menschen, die Sie betreuen, zu ermutigen?
– Ja, regelmäßige Gespräche mit Menschen helfen negative Gefühle zu zerstreuen, Angst und Verzweiflung abzubauen. Wir tun dies alles nicht nur weil es gut für den anderen ist, sondern auch, weil es gut für uns ist, die andere Person anzusprechen. Ich denke, wir können uns gegenseitig gut, positiv beeinflussen.

Woraus schöpfen Sie Kraft, wenn Sie entmutigt sind?
– Im virtuellen Raum (Internet) gibt es viele gute Ratschläge, jeder versucht seine guten Lösungen zu zeigen. Ich denke, dies ist die Zeit in der wir uns selbst stellen und individuell Wege zur Quelle der Stärke finden müssen.
Die Heilige Schrift und die Nähe Gottes geben mir Sicherheit. Ich halte die spirituelle Disziplin für wichtig, die verschiedene Komponenten hat: Gebet, Meditation, Fasten, Lernen, Einfachheit, Einsamkeit, Demut, Dienst, Zeugnis und Feier.

Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?
– Ich spüre Vertrauen und Hoffnung. Viele sagen, dass die Welt nach der Epidemie anders sein wird. Ich weiß nicht, ob dies allgemein angegeben werden kann, aber es wird sicherlich Menschen/Gemeinschaften geben, die ihre Prioritäten ändern und neu bewerten. Das bevorstehende Leiden und sterben kann nicht nur Verzweiflung, sondern auch Katharsis hervorrufen. Ich hoffe auf Letzteres!

– Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!