Professionalität, Empathie, Glaube, Mitgefühl – es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen – die in dieser Zeit harte Prüfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angehörigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen – immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien übernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig übernehmen.
„Die guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten hören, müssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht hätten?“ Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enthält viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Großbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.

„Ich lebe jeden Tag in der Gegenwart Gottes“

Seit 2009 ist der aus Petschka stammende Pfarrer Zoltán Kocsik Rektor der Kirche des Piaristenordens in Temeswar. Im selben Jahr wurde er zum Spiritual des Römisch-Katholischen Theologischen Gymnasiums „Gerhardinum“ ernannt. Ab Januar 2017 war er stellvertretender Direktor und übernahm ab 2019 die Position des Direktors dieser Bildungseinrichtung. Als wir ihm zu einem Interview anriefen, gestand Pfarrer Kocsik, dass er gerade „körperliche Aktivität“ betreibt: er hackte den Blumenbeet der Kirche und schnitt die Büsche. „So ein angenehmes Frühlingswetter ist gut für die Bewegung im Freien, so kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen kombinieren.“ – erklärte Pfarrer Kocsik seine etwas ungewöhnliche Tätigkeit.

– Wie üben Sie ihren Beruf während der Pandemie aus?
Als Lehrer und Schulleiter hatte ich in den ersten zwei Wochen das Gefühl, im Urlaub zu sein. Endlich können wir uns ein wenig entspannen, es gibt keine tägliche Aufregung und keinen Stress mehr. Mit dem vergehen der Wochen vermisse ich jedoch immer mehr Schüler, Lehrer und Priester. Ich vermisse Begegnungen, persönliche Diskussionen und die Teamarbeit. Derzeit bleiben wir nur per Telefon und E-Mail im Kontakt und die Zusammenarbeit erfolgt online. Trotz der Epidemie hörte das Schulleben nicht auf. Mit Hilfe des Internets bzw. der Lehrer sende ich den Schülern jeden Tag, nach Zeitplan, den Religionsunterricht. Wir bleiben mit unseren Kollegen im Kontakt, das didaktische Leben geht weiter. Stattdessen fällt es mir als Pfarrer schwerer. Mir fehlt die lebendige, persönliche Verbindung zu Menschen, das gemeinsames Beten und die Hl. Messen mit Studenten und Gläubigen. Normalerweise telefoniere ich mit Familien und älteren Menschen, die die Piaristenkirche besuchen. Die meisten jungen Menschen und Erwachsenen brauchen eine persönliche Verbindung sowie die Gegenwart Gottes in ihrem täglichen Leben.

Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?
– Ehrlich gesagt, habe ich ein Paar Tage gebraucht, um zu erkennen, wie ernst und kritisch die Situation war. Ich konnte nicht glauben, dass uns solche Dinge zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch passieren könnten. Ich wurde wiederholt von einem Gedanken heimgesucht: „Was passiert, wenn ich auch krank werde?“ Ich musste erkennen, wie zerbrechlich und verletzlich der Mensch ist, wie verletzlich ich der Epidemie gegenüber stehe. Vor diesem Hintergrund musste ich mein Leben überdenken. Mir wurde auch klar, wie wenig wir uns um unser eigenes Leben und unsere eigene Seele kümmerten. Die Dinge werden jetzt neu bewertet. Wir sehen, wie unnatürlich das ist, was wir für natürlich hielten. All dies ist tatsächlich ein wunderbares Geschenk, das wir erst dann schätzen, wenn wir es verlieren. Ich kann jedoch sagen, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes gelernt habe, mich und die mir anvertrauten Personen in die Hände Gottes zu legen.

Haben Sie noch Kraft, die Menschen, die Sie betreuen, zu ermutigen?
– Ja! Die Lehrerkollegen und Priester rufen mich oft an. Wir diskutieren was wir tun müssen, damit das didaktische Leben ohne Probleme weitergeht. In solchen Fällen gibt es neben formellen Diskussionen Zeit und Gelegenheit, über persöhnlichere Dinge zu sprechen. Ich glaube, dass diese Telefongespräche nicht nur einfache formelle Treffen sind, sondern dass wir uns auch geistig immer näher kommen.

Woraus schöpfen Sie Kraft, wenn Sie entmutigt sind?
Diese Zeit der Epidemie ist auch für mich eine Zeit der Gnade. Ich habe mehr Zeit für persönliches Gebet. Während der allein gefeierten Heiligen Messen, ohne Gläubigen, habe ich mehr Zeit zum Nachdenken, zum Meditieren über biblische Texte und nach der Heiligen Kommunion zu einem persöhnlichen Gespräch mit Jesus. Ich habe Zeit zum Lesen und Arbeiten. Ich lebe einfach mein tägliches Leben in der Gegenwart Gottes. Das gibt mir Kraft. Ich fühle mich nicht allein. Das hindert mich daran, entmutigt zu werden.

Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?
– Die meisten Menschen glauben, dass sich die Welt nach der Epidemie verändern wird. Wir werden lernen, die Welt um uns herum, den Mensch neben uns und den lieben Gott zu schätzen. Vielen fällt es schwer, in ihren Häusern zu bleiben. Jeder wartet darauf, sein normales Leben wieder aufnehmen zu können, in der Schule zu unterrichten und lernen, die physische Teilnahme der Gläubigen an der Heiligen Messe. Bleiben wir gesund und alles wird gut!