Professionalität, Empathie, Glaube, Mitgefühl – es sind Konzepte, die jetzt dank der Menschen – die in dieser Zeit harte Prüfungen bestehen, jedoch jeden Tag arbeiten, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Angehörigen riskieren, um ihren Mitmenschen zu helfen – immer mehr Inhalt gewinnen. Sie sind standhaft und erledigen ihre Arbeit mit Hingabe. Es gibt Menschen, die diese Mission auch in Zeiten ohne Epidemien übernommen haben und es sind auch diejenigen, die sie jetzt freiwillig übernehmen.
„Die guten Nachrichten sind keine Nachrichten. Gute Nachrichten werden fast nie gemeldet. Wenn wir schlechte Nachrichten hören, müssen wir uns fragen, ob uns auch gute Nachrichten erreicht hätten?“ Das Zitat stammt vom schwedischen Arzt Hans Rosling und enthält viel Wahrheit. Alle Zeugnisse und Interviews, die Teile dieser Serie sind, sind GUTE NACHRICHTEN. Ja, genauso, mit Großbuchstaben geschrieben. Und wir hoffen, sie werden viele erreichen.

„Meine Familie und meine Patienten brauchen mich“
Während der gegenwärtigen Pandemie gilt unsere größte Dankbarkeit denjenigen, die im Bereich der Gesundheits- und Sozialfürsorge tätig sind und, trotz der Gefahr, weiterhin in der Nähe des Krankenbettes arbeiten oder Menschen in Not helfen.
Frau Dr. Maria Lucacela (Österreich) antwortete per e-Mail auf unsere Fragen.

– Wie üben Sie Ihren Beruf während der Pandemie aus?
– Ehrlich… Ich kann diese Frage gar nicht so leicht beantworten oder mich ingendwie ausdrücken. Ich arbeite in einem Krankenhaus, das alle Patienten des Bundeslandes aufnimmt, in dem ich mich befinde. Wir sind in Teams eingeteilt und machen Bereitschaftsdienst. Pro Monat dürfen wir 6 Mal Bereitschaftsdienst haben, einer davon dauert 24\30 Stunden. Anfang des Monats haben wir uns entschlossen so zu tun, damit wir nach der Arbeit genügend Zeit zu Hause verbringen, uns ausruhen und nachher gut organisiert arbeiten können. Denn, wenn einer von uns krank wird… soll nicht die ganze Gruppe erkranken.

– Wie erleben Sie seelisch diese schweren Tage?
– Hmm…gute Frage! Ich meine, jetzt, in dieser Zeit, fühle ich mich seelisch erfüllter. In dem Sinne, dass ich bis jetzt habe jeden Tag gearbeitet habe, dazu kamen Bereitschaftsdienste. Ich war körperlich und geistig erschöpft. Ich hatte weder Zeit für mein Kind, noch für mich. Seit der Umstrukturierung des Arbeitssystems und den freien Tagen zwischen den Diensten ist meine Seele frei… ich kann mein Kind glücklich machen, ich fand mich wieder, ich kann die Dinge tun, die mich glücklich machen. Übrigens… sogar meine kleine Tochter hat gesagt, das sie diese „Coronavirus-Zeit“ mag, weil ich frei bin und jeder Tag der „beste Tag aller Zeiten“ ist und sie wünscht sich, dass ich nie wieder arbeiten müsste…

Haben Sie noch Kraft, die Patienten, die Sie betreuen, zu ermutigen?
– Ja, ich habe Zeit! Da ich mich in meiner Seele gut fühle und die anderen Menschen um mich herum den Zustand spüren, dass ich ausstrahle, dann stärken wir uns gegenseitig. Viele Patienten und Bekannte sagen mir das direkt.

– Woraus schöpfen Sie Kraft wenn Sie entmutigt sind?
– Wenn ich entmutigt bin, bin ich gleichzeitig traurig. Deshalb brauche ich ein wenig Zeit, um mich zurückzuziehen. Während dieser Zeit bete ich zuerst zu Gott, um mir zu helfen, meine Gedanken zu sammeln, mir zu vergeben – weil ich manchmal vergesse, Ihm zu danken für alles, was ich habe. Dann wird mir bewusst, dass ich gar nicht traurig und entmutigt sein darf. Ich sah viel Leid, Schmerzen, hörte viele traurige Geschichten im Krankenhaus und das alles hat mich dazu gebracht, dass ich zurückgekommen bin und mit den Füßen auf dem Boden stehe.
Meine Familie und meine Patienten brauchen mich. Wenn ich entmutigt und traurig bin – wie würden sie reagieren?

Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitmenschen?
Ich könnte genauso antworten wie auf Frage Nr. 3: die Menschen um mich herum sind glücklich, wenn sie sehen, dass ich einen guten seelischen Zustand habe – und das sagen sie mir sogar. Und das ist auch wichtig für mich, um weiterzumachen… Die Menschen sollten etwas lernen aus dieser Situation: dass in jedem Übel paradoxerweise doch etwas Gutes steckt. Wir müssen nur das Gute suchen, es sehen und daran glauben.

Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!