„Ein Haus, in dem sich jeder wohlfühlt; ein Haus, in dem Persönlichkeit und kreative Ideen geschätzt werden und geistige Werte eine Rolle spielen…“ Das Zitat stammt von der Website des Kolpinghauses Temeswar (https://casacalfelor.kolping.ro/), auf der Interessierte weitere Informationen über den Kolpingverband in der Stadt an der Bega, sowie kurze Videos über den Bau des Hauses finden, dessen Errichtung 2019 im Stadtteil Fabrik, etwa 300 m vom Standort des ehemaligen Hauses der katholischen Gesellen entfernt, begonnen hat. Die Einweihung und offizielle Eröffnung dieses Hauses fand am Samstag, den 14. Mai in Anwesenheit von Mitgliedern verschiedener Kolpingorganisationen aus dem Banat, Rumänien und dem Ausland statt.
Die Feierlichkeiten begannen mit einer Heiligen Messe in der Millenniumskirche zu Temeswar II. Fabrikstadt, zelebriert von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof. Konzelebranten waren Seine Exzellenz Alexandru Mesian, griechisch-katholischer Bischof von Lugosch, Seine Exzellenz Ioan Călin Bot, griechisch-katholischer Weihbischof von Lugosch, Msgr. Christoph Huber, Generalpräses des Internationalen Kolpingwerkes, Pfr. István Gödri, Präses Kolping Rumänien und Präses Kolping Europa, Msgr. Angelo Narcis Pop, Generalvikar der Griechisch-Katholischen Diözese Lugosch, mehrere Priester aus dem In- und Ausland sowie eine große Gruppe römisch und griechisch-katholischer Priester aus den Diözesen Temeswar und Lugosch. An der Heiligen Messe nahmen Frau Daniela Bărbulescu, Präsidentin – Kolping Rumänien, Herr Eduard Dobre, Generalsekretär, Frau Regina Lochner, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, Herr Ovidiu Ganț, Abgeordneter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien im Bukarester Parlament, Vertreter von Kolpingverbänden aus Rumänien, Ungarn, Serbien, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg teil.
In seiner Predigt in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache sagte der Diözesanbischof: – Ihr, liebe Mitglieder der Kolpingsfamilien, habt uns zur Einweihung des Gesellenhauses mit diesen Worten Jesu eingeladen: „…was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (vgl. Mt. 25,40). Sie haben den Kern des Christentums erfasst! Jesus ist für die Menschen gekommen, und er möchte, dass unsere Beziehung zu ihm durch die Liebe zu unseren Mitmenschen wächst. Ihr seid ein Verein, in dem das Gebot Jesu gelebt wird, das heißt, Jesus und seine Liebe bleiben nicht nur innerhalb den Mauern der Kirche, sondern durch euch, durch eure Arbeit und Tätigkeit, durch eure Hingabe erreicht er auch die Geringsten unserer Gesellschaft.
Nach der Heiligen Messe fuhren die Anwesenden zur Weihezeremonie zum Gesellenhaus. Daniela Bărbulescu, Präsidentin von Kolping Rumänien, ging in ihrer Rede kurz auf die Vergangenheit des Verbandes der Katholischen Gesellen ein, der Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und 1948 vom kommunistischen Regime verboten wurde. – Wir, Kolping Rumänien, eine 1991 wiedergegründete Organisation, sehen uns als Nachfolger des Kolping- bzw. Gesellenverbandes. Dieses Haus ist ein Symbol für die Kontinuität und Tradition, die die Kolpinghäuser in der Vergangenheit auszeichneten: der Wunsch, jungen Menschen ein Zuhause anyubieten, denjenigen zu helfen, die einen Arbeitsplatz suchen, christlich-soziale Werte weiterzuvermitteln, einen geeigneten Raum für Initiativen im Bereich der Weiterbildung zu schaffen – so Frau Bărbulescu, die ferner betonte: Dieses Haus wird in erster Linie ein Seminarzentrum sein, ein Haus, das für Bildungsaktivitäten offen ist, in dem Kurse, Workshops und Seminare abgehalten werden können, Aktionen für Jugendliche und Erwachsene. Andererseits wird das Haus auch eine Hoteltätigkeit ausüben und den Gästen Unterkunft und Verpflegung bieten. Drittens wird sie auch als „Übungsfirma“ für die Schüler des dualen Ausbildungssystems während der praktischen Ausbildung in den drei Schuljahren fungieren, in denen sie von den Arbeitnehmern den Beruf erlernen können, für den sie ausgebildet werden.Das von den Architekten Eugen Filip und Franz König entworfene Gesellenhaus bietet moderne Unterkünfte in 40 Zimmern und 4 Appartements, 3 Schulungsräume in hellen Sälen und einen multifunktionalen Bereich – fügte Frau Daniela Bărbulescu hinzu. Während der Zeremonie sprach Msgr. Christoph Huber Präses, Generalsekretär des Internationalen Kolpingwerkes, und Frau Regina Lochner, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, die den Beitrag, die Zusammenarbeit und die Unterstützung von Mitgliedern, Spendern und Freiwilligen aus Rumänien sowie aus der Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Österreich zur Fertigstellung des Bauprojekts hervorhoben.
Die Einweihungsfeierlichkeiten endeten mit einem Empfang, im Freiem und einem Kulturprogramm im Innenhof des Hauses, bei dem die ungarische Tanzgruppe Eszterlánc und die beiden deutschen Tanzgruppen Banater Kranz und Banater Rosmarein Temeswar auftraten.

Pressestelle der Diözese Temeswar