„Die Buße, eine Forderung des inneren Lebens, bestätigt durch die religiöse Erfahrung der Menschheit und Gegenstand eines besonderen Gebotes der göttlichen Offenbarung, erhält in Christus und in der Kirche neue, unendlich weitreichendere und tiefere Dimensionen.

Christus, der in seinem ganzen Leben stets das tat, was er lehrte, verbrachte, bevor er seinen Dienst begann, vierzig Tage und vierzig Nächte im Gebet und Fasten; und als er seine öffentliche Sendung eröffnete, verkündete er die frohe Botschaft: »Das Reich Gottes ist nahe«, woran er sogleich den Auftrag anschloss: »Kehrt um und glaubt an das Evangelium«.

Diese Worte bilden gewissermaßen die Zusammenfassung des gesamten christlichen Lebens. In das von Christus verkündete Reich kann man nur durch die Metánoia eintreten, das heißt durch jene innere und vollständige Veränderung und Erneuerung des ganzen Menschen, seines Fühlens, Urteilens und Wollens, die in ihm im Licht der Heiligkeit und der Liebe Gottes geschieht, die uns im Sohn in Fülle offenbart und mitgeteilt worden sind.

Der Ruf des Sohnes zur Metánoia wird umso unabweisbarer, als er sie nicht nur verkündet, sondern auch ein Beispiel der Buße gibt. Christus ist nämlich das höchste Vorbild der Büßenden: Er wollte die Strafe nicht für seine eigenen, sondern für die Sünden der anderen auf sich nehmen.” (Apostolische Konstitution Paenitemini Seiner Heiligkeit Papst Paul VI., II., 1966)