„…Und der gesegnete Jesus hat gezeigt, dass seine Braut, die heilige Elisabeth, groß sein wird in ihren Verdiensten und in ihrer Belohnung, durch die ehrwürdige Herrlichkeit zahlreicher Wunder. Aus ihrem begrabenen Leib floss Öl hervor, als Zeichen der Barmherzigkeitstaten, die sie im Leben vollbracht hat, sowie ihrer großen Frömmigkeit. Christus hat sie verherrlicht, indem er sie mit vielen Wundern erstrahlen ließ, die zu zahlreich wären, um sie alle aufzuzählen. Denn Gott hat um ihrer Verdienste willen viele Tote auferweckt, Lahme und Blinde geheilt – sogar von Geburt an Blinde – und andere Kranke; er hat die von Dämonen Besessenen befreit, die Gebrochenen und Gekrümmten geheilt. Bitten wir daher, dass Christus uns durch ihre Verdienste jetzt Gnade schenke und am Ende Herrlichkeit!“ (Die dritte Predigt über die heilige Elisabeth, für Witwen, aus den ausgewählten Schriften des (Seligen) Pelbartus von Themeswar).
Der Selige Pelbartus von Themeswar, Franziskaner und Autor mehrerer Predigtbände, durch die der Name der Stadt Temeswar in der kulturellen Welt Westeuropas bekannt wurde, schrieb diese Zeilen in einer seiner Predigten über die heilige Elisabeth von Thüringen, aus dem Hause der Árpáden. Prinzessin Elisabeth wurde am 7. Juli 1207 auf dem Gebiet des Königreiches Ungarns geboren, als Tochter von König Andreas II. und seiner Gattin Gertrud von Andechs. Im Alter von vier Jahren wurde sie mit Landgraf Ludwig IV. von Thüringen verlobt und verließ ihre Heimat, um am Hofe der Familie ihres Bräutigams erzogen zu werden. Nach nur wenigen Ehejahren starb Ludwig. Damals verließ Elisabeth die Wartburg und zog sich in ein Franziskanerkloster bei Marburg zurück, wo sie ein Krankenhaus gründete und sich persönlich um die Kranken kümmerte. Ihr Leben, das sie den karitativen Tätigkeiten zugunsten der Armen und Kranken widmete, führte dazu, dass sie nach ihrem Tod im Alter von nur 24 Jahren, von Papst Gregor IX. im Jahr 1235 heiliggesprochen wurde. Im ungarischen und deutschen Sprachraum wird die heilige Elisabeth am 19. November gefeiert.
Anlässlich dieses Ereignisses feierte die Gemeinde von Parța/Paratz, eine Filiale der Pfarrei Temeswar VII Freidorf, am Samstag, den 22. November d.J., das Patrozinium der Kirche, deren heilige Patronin die hl. Elisabeth von Thüringen ist. Das Gemälde am Hauptaltar erinnert an das Werk des Künstlers Sándor Leizen-Mayer, das um das Jahr 1882 entstanden ist. Die schönen Blumenarrangements mit roten und weißen Rosen, die durch die Fürsorge des Organisten Andrei Rusu den Hauptaltar und die Seitenaltäre der Kirche schmückten, erinnerten an die bekannte Legende, in der diese Blumen eine wichtige Rolle spielen: Elisabeth, die heimlich Lebensmittel zu den Armen brachte, wurde von ihrem Ehemann (in anderen Varianten von ihrem Schwager) zur Rede gestellt. Sie antwortete, dass sie Rosen im Mantel habe, und als sie ihr Gewand öffnete, befanden sich darin statt der Lebensmittel nur weiße und rote Rosen.
Die Kirchweihmesse wurde um 14.00 Uhr von Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, zelebriert. Konzelebriert haben Pfarrer Simon Ciubotaru, Pfarrer von Temeswar VII. Freidorf, und Kaplan Branko Duma von der Pfarrei Temeswar IV. Josefstadt. An der Festmesse nahmen Herr Daniel Drăgan, Bürgermeister der Gemeinde Paratz, sowie Herr Adrian Milovan, Vizebürgermeister, teil. Den musikalischen Rahmen gestaltete der Chor Exultate der Domkirche zum hl. Georg, unter der Leitung des Organisten Róbert Bajkai-Fábián.
„Die hl. Elisabeth, die Patronin unserer Kirche, ist ein Vorbild lebendigen Glaubens und konkreter Nächstenliebe. Ihr Leben lehrt uns, das Antlitz Christi in den Armen, Kranken und Einsamen zu sehen und ihnen mit offenem Herzen zu begegnen“ – betonte Pfarrer Ciubotaru in seinem Grußwort.
In der auf Rumänisch und Ungarisch gehaltenen Homilie, die sich auf das Evangelium nach Lukas, Kapitel 6, Verse 27–36, bezog und im Rahmen der heiligen Messe verkündet wurde, betonte Pfarrer Branko Duma: „«Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück» Wer so handelt, hat kein eigenes Interesse, sondern hat sich ganz und gar Christus hingegeben. Für einen solchen Menschen ist die Hoffnung auf Gott so lebendig, dass er auf sein eigenes Recht verzichten kann. Diese Liebe zum Nächsten können wir im Leben der hl. Elisabeth sehen. Sie beschränkte sich nicht nur auf die Unterstützung der Armen, was für eine mittelalterliche Prinzessin eine Pflicht war, sondern sie engagierte sich auch im sozialen Leben.“
Am Ende der heiligen Messe segnete Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, das „Elisabeth-Brot“: die in zwei großen Körben vor dem Altar vorbereiteten Brötchen, die von der Gemeinde Paratz allen Anwesenden geschenkt wurden.
Nach dem Schlusssegen begaben sich die Anwesenden in den Heldenpark, wo die Kindergruppe des Ensembles „Tezaur Bănățean“ von Paratz deutsche und ungarische Volkstänze aufführte. Die Teilnehmer wurden von Bürgermeister Daniel Drăgan zu einer Agape eingeladen, die vom Rathaus angeboten wurde.
Pressestelle der Diözese Temeswar















