Am Mittwoch, dem 20. November 2019 wurde in Slatina Timiș das Kirchweihfest gefeiert. Seit mehrere Jahrhunderte schon – höchstwahrscheinlich schon vor der Türkenzeit – war diese rumänischsprachige Gemeinde römisch-katholisch. Sie überlebte vielen Prüfungen, Verfolgungen, vor allem vor der Befreiung vom Osmanenjoch, aber auch Krankheiten und anderen Epidämien. Und gerade das Ende einer Pestepidämie, im 18. Jhrd., nach Anbetung Gottes und auf die Fürsprache des Hl. Erzengels Michael führte zur Entstehung einer neuen Tradition, die bis in der gegenwart gepflegt wird: obwohl die Kirche Mariä Heimsuchung (Fest des Besuches der Gottesmutter zu ihrer Cousine, die Hl. Elisabeth) gewidmet ist ein Fest, welches im Banat (mit Dispens vom Hl. Vater) am 2. Juli gefeiert wird – wird die Ruga/ Negeia d.h. das Kirchweihfest – am 20. November begangen. Laut Tradition endete an diesem Tag die Epidämie und somit dankten die Menschen Gott, jedes Jahr, an diesem Tag und beteten auch für die Opfer der Krankheit.
Heuer hatte die Ruga den Generalvikar unserer Diözese, Msgr. Johann Dirschl, ein Sohn der Gemeinde, als Hauptzelebrant des Messopfers, der die Hl. Eucharistie als Dank und Lob Gott zu Ehre, für seinem 60. Lebensjahr, zusammen mit allen Gleichaltrigen seines Geburtsortes, aber auch für die Wohltäter, Erzieher, gewesenen Pfarrer der Gemeinde oder aus dieser Gemeinde stammende, sowohl verstorbene, als auch lebende zelebriert hat.
Vor der Hl. Messe fand auch die Dekanatsitzung der Priester aus dem Dekanat Severin, die im Pfarrhaus stattfand. Diese hatte drei Punkte auf der Tagesordnung: ein theologischer Vortrag über die Definierung der Gnade in der orientalischen und in der abendländischen Tradition, vorbereitet von Pfr. Călin Ciocian, Pfarrer in Ferdinandsberg, eine praktische Mitteilung der Mitglieder des Pressebüros der Diözese Temeswar über deren Tätigkeit, aber auch über die Zusammenarbeit der Pfarrer und Dekane mit diesem Büro, zu Unterstützung der Pastoralarbeit und, drittens, mehrere Mitteilunge des Erzdekans der Banater Bergland, bzw. des Severiner Dekans Pfr. Mihai Titi Dumitresc, über die bevorstehenden Ereignisse im Dekanat: die Anzündung der Ersten Kerze am Adventskrany und das Treffen der Jugend aus dem Erzdekanat Bergland (Lugosch, 30. November), das 300. Jubiläum seit die Stadt Karansebesch auch mit Deutsche angesiedelt wurde (Karansebesch, 23. November, Kapelle der Franziskanerinnen zu Neukaransebesch), Eucharistische Anbetung in allen Pfarreien, als Vorbereitung auf den Eucharistischen Weltkongress in Budapest, bzw. die nächste Dekanatsitzung und das Kirchweihfest in Karansebesch (9. Dezember).
Die feierliche Kirchweihmesse in Slatina Timiș wurde um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche zelebriert. Anwesend waren insgesammt fünfzehn Priester aus den zwei Dekanaten des Erzdekanats Banater Bergland: von Severin und von Karasch. Die Priester des zuletzt erwähnten Dekants kamen speziell zu diesem Ereignis aus Reschitza-Govândari, Lupak, Klokotitsch, Neumoldowa und Karaschowa. Die Predigt sprach Pfr. Mihai Sima aus Orschowa, der über das Gbet und über das Danken, in einer einfachen und klaren Form gesprochen hat. Der Mensch dankt Gott und den Mitmenschen und das steht in Zusammenhang mit seiner eigenen Zufridenheit, Dankbarkeit, mit seiner eigenen Gebetserfahrung und mit seiner Praktizierung des Gebets, seit der Kindheit. Am Ende der Hl. Messe dankte Pfr. Mihai Milan N. Sima, der Ortspfarrer, dem Generalvikar für die Hl. Messe und überreichte ihn eine Ikone, als Geburtstagsgeschenk seitens der ganzen Gemeinde. Ein Dankwort sprach auch Pfr. Mihai Titi Dumitresc, aber auch Msgr. Dirschl, dem, die ganze versammelte Geimeinde schließlich ein herzliches „La mulți ani!“ (Hoch soll er leben!) gesungen hat.
Text: Claudiu Călin
Foto: Enikő Sipos