„Mitten in der Bewegung der Zeit bauen wir ein Haus des Friedens“

Dieses Zitat des Priesters Adolph Kolping, im 19. Jahrhundert als Gründer der Gesellenvereine und -häuser bekannt, ist das Motto, das das neueste Projekt des rumänischen Kolpingwerkes begleitet. 2019 wurde in der Fabrikstadt in Temeswar mit dem Bau des „Kolping Gesellenhauses Temeswar“ begonnen, etwa 300 m vom inzwischen abgerissenen Gesellenhaus des damaligen Katholischen Gesellenvereins entfernt.
Dieses Haus ist Sinnbild für die Weiterführung der Tradition, die einst die Katholischen Gesellenhäuser kennzeichnete: jungen Menschen eine Heimat bieten, Arbeitssuchenden behilflich sein, christlich-soziale Werte vermitteln, Bildungsinitiativen Raum geben.
Es sind zwar heute keine Handwerksgesellen mehr auf Herbergssuche, die die Stadt bevölkern, aber junge Lernende gibt es auch heute, für die ein Duales Ausbildungssystem eine Option wäre. Kolping ist in Kronstadt Mitbegründer der landesweit ersten Dualen Berufsschule im Tourismusbereich „Cool Academy“. Im Kolpinghotel Kronstadt/Brasov werden parallel zum Gästebetrieb auch Berufsschüler einer staatlichen Berufsschule während ihrer Praktikumszeit betreut. Die Erfahrungen, die hier gemacht wurden, sollen in das neue Projekt in Temeswar einfliessen.
Einerseits soll das neue Haus eine Tagungsstätte, ein Bildungshaus sein, in dem Kurse, Workshops, Aktionen für Jugendliche und Erwachsene stattfinden können. Andererseits ist es auch als Gästehaus geplant, mit Unterkunfstmöglichkeiten und Verpflegungsangebot. Drittens soll das Haus Schülern der Berufsschulen im Tourismusbereich als „Übungsfirma“ dienen, in der sie ihre Praktikumszeit während der obligaten dreijährigen Ausbildungszeit Seite an Seite mit den Angestellten absolvieren können. Die geplante Küche wird also nicht nur die Gästehausküche sein, sondern auch „Lernküche“ für die angehenden Köchinnen und Köche. Ausserdem wird sie die Aufgabe der von Kolping in Temeswar seit 25 Jahren betriebenen kleinen Sozialküche in der Fabrikstadt, im Rahmen der griechisch-katholischen Pfarrei, übernehmen. Und, nicht zuletzt, wird Wohnraum für Studenten oder junge Arbeitssuchende geschaffen, die in Temeswar für eine gewisse Zeitspanne eine Bleibe brauchen.
Vor Kurzem besuchte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț die Baustelle und zeigte damit seine Verbundenheit mit den Anliegen, die auch Kolping Rumänien wichtig sind: Gemeinschaftspflege, Bewahrung von Traditionen, Wertschätzung der Bildung, Kooperation auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, Engagment in der Zivilgesellschaft.
Der Bau des neuen Kolping Gesellenhauses Temeswar startete dank zahlreicher Spenden. „Wir freuen uns, dass die Spender aus dem In- und Ausland uns auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unterstützen, sagt Eduard Dobre, Geschaftsführer von Kolping Rumänien. Und er setzt fort: „Ausserdem ist es eine Genugtuung, zu sehen, dass Politiker wie der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț an unserer Seite sind, um ein solches Unterfangen anzugehen und später auch fertigzustellen“.
Auch im Hinblick auf das Ereignis „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2023 eröffnet sich die Perspektive, dass das bis dahin fertiggestellte Kolpinghaus zahlreiche Gäste und Veranstaltungen beherbergen kann. Eingeweiht werden soll das Haus schon im Oktober 2021. Schon jetzt kann das Haus virtuell besucht und der Baufortschritt verfolgt werden auf: https://casacalfelor.kolping.ro/ !