Am 21. Januar 2020, fand im Rahmen der Gebetsoktave für die Einheit der Christen, in der Karansebescher Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis (Immaculata Conceptio) eine ökumenische Andacht. Daran beteiligten sich S.E. Josef Csaba Pál, römisch-katholischer Bischof von Temeswar, S.E. Lucian Mic, rumänisch-orthodoxer Bischof von Karansebesch, sowie zahlreiche Geistliche. Auf Einladung des Karansebescher Römisch-Katholischen Stadtpfarrers Marin Matieș beteiligten sich daran auch die katholischen Priester des Dekanats Severin und aus Reschitza, aber auch der reformierte Pastor Gáll Zoltán von Lugosch (zuständig auch für Karansebesch), der evangelisch-lutherische Pastor Walter Sinn aus Semlak (Arad), zuständig für alle deutschsprachigen evangelischen Gemeinden des Banats (Liebling, Reschitza, Lugosch, Steierdorf), aber auch zahlreiche katholische und orthodoxe Gläubigen aus Karansebesch und Reschitza. Anwesend war auch der Bürgermeister des Munizipiums Karansebesch, Herr Prof. Felix Borcean, der Stadtrat und Direktor des Technologischen Lyzeums von Karansebesch, Herr Florin Constantin Bogdea und Herr Erwin Josef Țigla, Vorsitzender des Deutschen Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen.
Der Zelebrant der Andachtsfeier war S.E. Josef Pál, im Rahmen deren Bischof Lucian Mic aus Karansebesch die Predigt sprach. Gesungen hat der Chor der Pfarrei Karansebesch, geleitet von Schw. Lidia Fechetă FCJM, unter Orgelbegleitung von Herr Prof. Cristian Roșoagă aus Reschitza und weiteren drei Solisten.
Die Feier begann mit den Fürbitten zum Heiligen Geist, die von den Kindern, bzw. Ministranten der Pfarrei gesprochen wurden. Geantwortet hat der Chor und die Gläubigen, die das Lied ,,Komm o Geist der Heiligkeit”, gesungen haben. Es folgten Buß- und Vergebungsfürbitten.
Das Wort Gottes – die Lesungen – wurden aus der Apostelgeschichte (Apg 27,18) und aus dem Evangelium nach Markus (Mk 16,14-20) verkündet, gemäs den Vorschlägen der christlichen Konfessionen aus Malta, die heuer diese Texte wählten. In seiner Predigt setzte Bischof Mic den Akzent auf die Tatsache daß im ersten christlichen Jahrtausend alle Gläubigen zusammen in einer einzigen Kirche lebten, was auch aus dem orth. Kalender zu entnehmen ist: am 21. Januar wird im Römischen Martyrologium die Hl. Agnes, Junfrau und Märtyrerin gefeiert, die im orthodoxen Kalender unter den Namen Hl. Agnia, am selben Tag erscheint.
Bischof Lucian Mic erinnerte, daß voriges Jahr, auf Initiative von Bischof Josef Pál, die ökumenischen Gebetsandachten in Anwesenheit der wiederaufgenommen wurden – mit einem alternativen Treffpunkt: in der Orthodoxen Kathedrale von Karansebesch, sowie in der Römisch-Katholischen Pfarrkirche Maria Schnee von Reschitza, Einladung die der orthodoxe Oberhirte gerne akzeptierte. In diesem Sinne, war heuer, am 21. Jänner 2020, Gastgeber die Römisch-Katholische Pfarrkirche von Karansebesch und am 23. Jänner die neue, große rumänisch-orthodoxe Kirche von Reschitza-Govândari. Das Gebet für die Einheit der Christen endete mit einer brüderlichen Agapé im Gemeindesaal der katholischen Pfarrei.
Am Schluß der Gebetsfeier sprach jeder Priester und jeder Pastor einen Segens über die Anwesenden. Das Gebet des Herrn „Vater Unser” wurde in vier Sprachen gebetet: Rumänisch, Deutsch, Ungarisch und Tschechisch. Die Agapé stand unter dem Motto ,, Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“(Apg 28,2). „Gastfreundschaft ist eine Geste der Einheit“ (Papst Franziskus).
Pfr. Marin Matieș
Foto: Deutsches Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen