Im Rahmen des besonderen Jahres, das anlässlich des 800. Jahrestages des Transitus, des Heimgangs des bekannten und geschätzten heiligen Franziskus von Assisi, ausgerufen wurde, fand am Montag, dem 12. Oktober 2026, um 15.00 Uhr im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus, dem Sitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar, ein Vortrag über den heiligen Franziskus von Assisi, das Franziskusjahr und die Präsenz der Franziskaner im Banat statt. Die Veranstaltung wurde von der „Volksuniversität (Volksuni) Temeswar“ / Volkshochschule organisiert. Der Vortrag mit dem Titel „Der heilige Franziskus von Assisi und das Franziskusjahr. Die Franziskaner im Banat“ wurde von Dr. Claudiu Călin, Diözesanarchivar, gehalten.


Im Rahmen des Vortrags wurden einige wichtige Stationen aus dem Leben des heiligen Franziskus von Assisi sowie Aspekte seiner Spiritualität beleuchtet. Dazu gehörten sein Verzicht auf materiellen Besitz und seine Entscheidung für ein Leben in Armut, die Gründung des Ordens der Minderbrüder, die Gestaltung der ersten Darstellung der Geburt Christi in Greccio im Jahr 1223 sowie der Empfang der Stigmata auf dem Berg La Verna im Jahr 1224. Hervorgehoben wurde auch der Einfluss der franziskanischen Spiritualität auf Kunst, Malerei und Architektur. Der heilige Franziskus zählt zu den religiösen Persönlichkeiten, die in Kunstwerken besonders häufig dargestellt werden.
Ein wichtiger Teil des Vortrags war der Geschichte der Franziskaner auf dem Gebiet der ehemaligen Diözese Tschanad und der heutigen Diözese Temeswar gewidmet. Erwähnt wurden die verschiedenen franziskanischen Ordensprovinzen, die in dieser Region Klöster unterhielten, sowie die Tätigkeit der Ordensbrüder in Orten wie Temeswar, Lippa, Arad, Lugosch, Karansebesch, Ada Kaleh und Maria Radna. In diesem Zusammenhang wurden auch Aspekte aus der Geschichte des Franziskanerklosters in Lippa sowie die Rolle der Franziskaner im religiösen Leben der örtlichen Gemeinschaften vorgestellt – auch während der osmanischen Herrschaft und in den darauffolgenden Jahrhunderten.
Einen besonderen Platz nahm die Geschichte des Klosterkomplexes von Maria Radna ein, wo die Franziskaner über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende seelsorgliche und spirituelle Tätigkeit entfalteten. Gezeigt wurden Abbildungen der Deckengemälde in den Klosterkorridoren, die vom Arader Maler Géza Ulrich geschaffen wurden. Sie stellen sowohl Heilige des Franziskanerordens als auch die Oberen der Klostergemeinschaft, die sogenannten Guardiane, dar. Darüber hinaus wurden die Beiträge einzelner Ordensbrüder zur Entwicklung und künstlerischen Gestaltung des architektonischen Ensembles sowie zur Veröffentlichung religiöser Werke gewürdigt.
Der Vortrag enthielt auch Hinweise auf bedeutende Persönlichkeiten der franziskanischen Geschichte, darunter den heiligen Antonius von Padua, die heilige Klara von Assisi, den heiligen Bonaventura, den heiligen Johannes von Capestrano und den seligen Pelbart von Temeswar. Erwähnt wurde außerdem Bischof Nikola Stanislavich bulgarischer Herkunft, der dem Franziskanerorden angehörte und eine wichtige Rolle in der Geschichte der Diözese Tschanad spielte. Bemerkenswert ist, dass er seine franziskanische Identität auch in offiziellen Dokumenten bewahrte. Auf seinem Grabstein in der Krypta der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, wird seine Zugehörigkeit zum Orden ausdrücklich vermerkt.
Dank der historischen Informationen und der gezeigten Bilder erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, nicht nur einige Aspekte aus dem Leben des heiligen Franziskus von Assisi kennenzulernen, sondern auch das reiche spirituelle, kulturelle und architektonische Erbe zu entdecken, das die Franziskaner im Banat hinterlassen haben.

Pressestelle der Diözese Temeswar