Im Schematismus der Diözese Tschanad aus dem Jahr 1913 ist unter der Rubrik „Banatska Topola“ Folgendes zu lesen: Die Gemeinde gehört zum Erzdekanat Torontal und innerhalb dieses zum Dekanat Becse; seit 1855 ist sie eine Pfarrei, und die Kirchenbücher stammen ebenfalls aus diesem Jahr. Die Kirche ist zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria geweiht. Die in der Seelsorge verwendeten Sprachen sind Ungarisch und Deutsch. Den Kirchenbüchern zufolge fanden im Jahr 1912 in Banatska Topola 66 Taufen, 7 Trauungen und 33 Beerdigungen statt.
Über die Pfarrei, die heute zum zentralen Dekanat der Diözese Großbetschkerek / Zrenjanin gehört, finden sich auf der Website dieser Diözese folgende Informationen:
„Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt ist der einzige marianische Wallfahrtsort in unserer Diözese. Pfarrer: P. János Sóti SJ. Die Erhebung zur Kuratie ist auf die marianischen Erscheinungen vom 14. und 20. Dezember 1854 sowie auf die sechs Erscheinungen im Jahr 1855 zurückzuführen. Der Diözesanbischof von Tschanad genehmigte 1859 auf der Grundlage der Untersuchung und des Berichts von Pfr. Lőrinc Schlauch (später Bischof von Sathmar, dann von Großwardein und Kardinal), Diözesanadvokat, die Entstehung der Wallfahrten. Die Kirche wurde 1899 erbaut, der Turm wurde erst 1915 fertiggestellt; dessen Weihe fand am zweiten Pfingsttag statt.“

Seelische Vorbereitung auf das Fest
An der Tür der Pfarrkirche war das Programm der Wallfahrt zum Fest der Mariä Himmelfahrt – der Entschlafung der Gottesmutter – in Banatska Topola ausgehängt, die bereits am Freitag, dem 14. August, am Nachmittag mit einem kleinen Gebetskreis und der Ankunft der Pilgergruppen begonnen hatte. Auf Einladung von S.E. Mirko Štefković, Diözesanbischof von Groß-Betschkerek / Zrenjanin, war S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, der Hauptzelebrant der Heiligen Messe am Freitag.
Bei der Ankunft erklang das Pilgerlied im Kirchenschiff, während die Pilger, begleitet vom mit Blumenkränzen geschmückten Kreuz und den Kirchenfahnen, den Altar umrundeten. Danach nahmen einige zum Gebet in den Kirchenbänken Platz, während andere sich aufmachten, um an der Kreuzweg-Andacht teilzunehmen, die an den hinter der Kirche errichteten Stationen unter der Leitung von Msgr. József Mellár, Generalvikar der Diözese Zrenjanin und Pfarrer von Novi Bečej, abgehalten wurde.
Zur geistlichen Vorbereitung auf das Fest trug auch die Bußliturgie bei, die am Freiluftaltar hinter der Kirche gefeiert wurde. In seiner Andacht lenkte der Diözesanbischof von Temeswar die Aufmerksamkeit der Pilger auf das Geschenk der Versöhnung mit Gott und mit dem Nächsten: „In der Heiligen Schrift lehrt uns Jesus Folgendes: ‚Wenn du also wenn du deine Gabe zum Altar bringst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen, geh hin, versöhne dich zuerst mit deinem Bruder und komm dann zurück und bringe deine Gabe dar!“ Wie oft kommt es auch bei uns vor, dass wir vor der Heiligen Messe um Vergebung bitten müssen. In meiner Kindheit ging ich erst zur Heiligen Beichte, nachdem ich die anderen Familienmitglieder um Vergebung gebeten hatte. Nicht nur wir Kinder, sondern auch die Eltern – untereinander und bei uns“, sagte der Diözesanbischof.
Nach der Bußliturgie folgte das Sakrament der Versöhnung im Bereich hinter der Kirche. Auf Stühlen, die in angemessenem Abstand zueinander aufgestellt waren, erwartete jeder der anwesenden Priester herzlich die Gläubigen, die nach innerem Frieden und Vergebung strebten. Währenddessen beteten die übrigen Pilger gemeinsam den Rosenkranz, angeführt von Pfarrer Erős Mihály, dem Pfarrer von Novi Kneževac.

„Wenn es in der Familie kein gemeinsames Gebet gibt, worauf können wir dann hoffen?“
Auch die anwesenden Priester begaben sich zum Freiluftaltar, um die Heilige Messe zu feiern. Der Hauptzelebrant, S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, wurde von S.E. Mirko Štefković, Bischof von Groß-Betschkerek / Zrenjanin, begrüßt: „Es ist mir eine große Freude, gemeinsam an diesem Wallfahrtsort in Topola zu feiern. Ich danke Ihnen, Herr Bischof Josef Csaba Pál, dass Sie uns mit Ihrer geistlichen Lehre bereichern. Ich danke den Priestern und dem Diakon für ihre Anwesenheit, die die Gläubigen aus unserer Diözese und aus den benachbarten Diözesen begleitet haben. Unsere Anwesenheit und unser gemeinsames Gebet sind ein Zeugnis dafür, dass wir auch in der heutigen Welt auf Gott bauen und im Glauben an Christus leben können. Bitten wir um die Fürsprache unserer himmlischen Mutter, damit diese Begegnung seelische Erneuerung bringt und uns in Glauben, Hoffnung und Liebe stärkt.“
Anschließend sprach der Bischof von Zrenjanin allen seinen Dank aus, die durch ihren Dienst zur Vorbereitung und zur würdigen Feier der Wallfahrt beigetragen haben: Pfr. Tibor Koncz für die Koordination des liturgischen Programms, den Priestern für den liturgischen Dienst und dafür, dass sie die Gelegenheit zur heiligen Beichte angeboten haben, dem Kantor János Varga für die musikalische Umrahmung sowie Pater János Solti und seinen Mitarbeitern, die die Kirche und den Freiluftaltar vorbereitet hatten.
Das Evangelium wurde von Diakon Attila Mészáros verkündet.
In seiner Predigt hob S.E. Josef Csaba Pál das persönliche und familiäre Leben im Geiste der Heiligen Jungfrau Maria hervor: „Die Geschichte Europas ist geprägt vom Schutz der Mutter Gottes. Denken wir an Belgrad, an Lepanto, an die Rettung Wiens oder an die Rückeroberung der Festung Buda. In schweren Zeiten haben sich die christlichen Völker an Maria gewandt und ihre Fürsprache erfahren. Wir müssen den Geist Marias in uns tragen und leben: ihren Glauben, ihre Reinheit, ihren Gehorsam, ihr Vertrauen in Gott. Viele Eltern arbeiten unermüdlich, weil sie das Beste für ihre Kinder wollen. Und das ist an sich schon schön. Aber das Kind braucht nicht nur ein neues Handy, schöne Kleidung, ein Haus oder ein neues Auto, sondern vor allem Vater und Mutter, Gespräche, Umarmungen. Das größte Problem ist, dass oft gerade für diese Dinge keine Zeit mehr bleibt. Es bleibt keine Zeit mehr für das gemeinsame Gebet, für gemeinsam verbrachte Sonntage. Wenn es in der Familie kein gemeinsames Gebet gibt, worauf können wir dann hoffen? Unsere Werte müssen in erster Linie in unseren Familien gelebt werden“, betonte der Bischof von Temeswar.
Nach der Heiligen Messe folgte die traditionelle Kerzenprozession auf dem Platz hinter der Kirche, zusammen mit der Statue der Muttergottes. Im Abendlicht leuchteten die Kerzenflammen wie kleine Sterne, während die Pilger in einer langen Reihe die Marienstatue zurück in die Kirche führten. Dort segnete der Bischof der Diözese Temeswar die Anwesenden und die von ihnen mitgebrachten Kultgegenstände mit Weihwasser, woraufhin alle gemeinsam das Papstlied sangen.
Glaube, Tradition, Gemeinschaft – das waren die Prägungen der diesjährigen Wallfahrt zum Fest der Mariä Himmelfahrt in Banatska Topola, die am Samstag, dem 15. August, um 10.00 Uhr mit der feierlichen Heiligen Messe endete.

Pressestelle der Diözese Temeswar

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