Maria Radna feiert heuer ein doppeltes Jubiläum: 500 Jahre seit der Errichtung der ersten Kapelle im damaligen Weinberg, am Ort der jetzigen Wallfahrtskirche, aber auch 200 Jahre seit der Kosekrierung des Gotteshauses durch den Erzbischof von Gran/Esztergom, durch den damaligen Fürstprimas Alexander Rudnay. Auch wenn die Gesundheitsvorschriften keine grossen Feierlichkeiten erlauben, kann der historische Moment nicht unmarkiert bleiben.
Die Ereignisse der Vergangenheit werden in schriftlichen Chroniken aufbewahrt; Augenzeugen sprechen am authentischsten über die jüngsten und gegenwärtigen Ereignisse. Die nächsten Seiten enthalten die Worte unterschiedlichen Menschen: Gottesdiener, ältere Menschen, die an ihrer Religion festhalten, junge Menschen, die im Glauben aufwachsen, Bewahrer unserer gemeinsamer Feste und Pilger am jahrhundertealten Gnadenort von Maria-Radna.

Mein Name ist Astrid Schriffert, bin 22 Jahre alt, studiere im Temeswar und komme aus Arad. Als ich kleiner war, bin ich immer in der Pfarrei Arad-Șega, in der Jugendgruppe gegangen. Dort habe ich viel über Maria-Radna erfahren und hoffe, daß mehr und mehre Leute diesen speziellen Wallfahrtsort kennenlernen werden.

– Was ist Ihr erster Kindheitserinnerung an diesen heiligen Ort? Mit wem sind Sie zum ersten Mal nach Radna gefahren
– Zum ersten Mal als ich nach Maria-Radna gefahren bin, habe ich dies mit meinen Eltern getan. Ich erinnere mir das es kein Feiertag war, also, es war wirklich still und einsam. Meine Mutter hat mir einiges über die Kirche erzählt, wie die erste verbrannte, wie dem Heiligenbild mit der Muttergottes und dem Gottessohn nichts passiert ist und wie der Huf des Türken-Pferdes in den Stein, der heute in der rechten Seitenwand der Kirche zu sehen ist, stecken blieb. Die Stille und die Natur auf dem Hügel, hinter der Basilika, hat mich immer bewegt. Ich mag es dort, allein, das Kreuzweg zu beten und nachzudenken. Maria-Radna, als Ort, ist durch viele Unglücke gegangen, hat vieles mitgemacht, aber es ist immer, durch Gottes Willen, zur Licht gekommen. Ich habe Maria-Radna auch beim Ministrantentreffen besucht. Es war wirklich schön diesen Ort mit so viel Lächeln gefüllt zu sehen.

– Waren Sie schon einmal zu Fuß auf einer Pilgerreise nach Radna und wie haben Sie es erlebt? Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie unterwegs in den Gemeinden empfangen und aufgenommen wurden? Oder wenn Sie auf dem Weg in verschiedenen Orten, einschließlich Kirchen geschlafen haben?
– Ich war schon drei Mal nach Maria-Radna zu Fuß mit der Jungengruppe aus Temeswar gelaufen. Eins muss ich sagen, es war nie leicht. Ich habe es als ein Opfer der Muttergottes gebracht. Wir haben auf dem Weg gesungen und gebetet und das war unsere Stärke. Auch auf dem Weg, wurden wir in den Pfarreien und Kirchen immer mit sehr viel Freude erwartet; die Menschen haben uns mit Wasser, Saft, mit dem Frühstück, aber auch mit sehr leckere Kuchen bedient. Man konnte in ihren Augen sehn, dass sie auch sehr viel Hoffnung in unserem Weg und Opfer steckten. Man kann ihnen nie genug dafür danken! In der Kirche, auf dem Boden zu schlafen kommt es einem eigentlich komisch vor, aber es ist ja das Haus Gottes und das ist sehr schön!

– Im laufe des Jahre haben Sie in Radna verschiedene Pilger und Gruppen von Gläubigen getroffen, die jeweils in ihrer eigenen Sprache singen und beten. In welcher Beziehung stehen Sie zu diesem Reichtum an Sprachen, musikalischen Schätzen und Gebeten, die hier gesprochen werden?
– Unsere Diözese ist sehr reich an Sprachen, mit so viele Nationen und Traditionen. Es freut mich so sehr, bei große Feiertage viele Gläubigen, unterschiedlicher Muttersprache zu sehen und zu hören. Auch in meinem Freundeskreis sind mehrere Jugendliche, unterschiedlicher Nationalität, und wir magen es einer von dem anderen zu lernen. Jeder bettet in seiner Sprache, aber zusammen beten wir alle den selben Heiland und seine Gottesmutter. Und das ist der Grund, meiner Meinung nach, wofür unsere Diözese sich wirklich „reich“ nennen kann.

– Die Atmosphäre der Wallfahrten nach Maria Radna ist eine besondere, manchmal sehr abwechslungsreiche. Was ist die Episode, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist und die Sie beeindruckt hat?
– Als ich zum ersten Mal zu Fuß nach Maria-Radna gegangen bin, erinnere ich mich das ich so müde war, daß ich kaum mehr gehen konnte und meine Knie schmerzten. Aber als ich die Basilica gesehen habe, hat mich eine große und hoffnungsvolle Energie und Stärke gefühlt. Ich dachte mir: es hat sich alles gelohnt!

– Was bedeutet für Sie Maria Radna?
– Maria-Radna ist für mich ein sehr spezieller Ort. Die Natur, die mit mir durch die Stille spricht und die Hoffnung, die aus jeder Ecke der Basilika erstrahlt, bringt mich immer zurück zu meinem Lieblingswallfahrtsort…

– Das Pressebüro der Diözese Temeswar bedankt sich herzlichst für das Gespräch!