Seit 29 Jahren wird in der zweiten Januarhälfte in Reschitza die Gebetsoktav für die Einheit der Christen begangen, eine ökumenische Bewegung, die ihren Ursprung im Jahr 1740 in den protestantischen Kirchen von Schottland hat und danach von den großen christlichen Kirchen aufgenommen, ausgebaut und fortgesetzt wurde. Die traditionelle Zeitspanne dazu ist auf der nördlichen Halbkugel 18.-25. Januar. Auf der südlichen Hemisphäre fällt die Gebetsoktav auf den Herbst, also ein paar Monate später. Im Banater Bergland ist die Gebetsoktav für die Einheit der Christen eine der solidesten und am konsequentesten durchgeführten zwischenchristlichen Veranstaltungen. Sie wird rumänienweit – inzwischen auch im weiteren Umfeld – als vorbildhaft nachgeahmt.
Das Motto der diesjährigen Gebetsoktav ist dem Heiligen Evangelisten Johannes entlehnt: „Beharrt in meiner Liebe, und ihr werdet viel Frucht bringen“. In den beteiligten Kirchen und christlichen Konfessionen beginnen sämtliche Veranstaltungen in diesem Jahr um17.00 Uhr und unter strengster Einhaltung der Vorkehrungen zur Ansteckungsvermeidung in Pandemiezeiten. Deshalb sollen sich alle, die an den ökumenischen Gottesdiensten teilnehmen möchten, vorher bei den zuständigen Pfarrern melden. In diesem Jahr beteiligen sich an der Gebetsoktav Pfarrer der rumänischen orthodoxen, der griechisch-katholischen, der römisch-katholischen, der reformierten und evangelisch-lutherischen Kirchen. An zwei Spätnachmittagen stoßen auch der römisch-katholische Bischof Josef Csaba Pál aus Temeswar und der rumänische orthodoxe Bischof Lucian Mic aus Karansebesch hinzu.
Zwecks Voranmeldung der Beteiligung ist für den 18. Januar Dechant Veniamin Pălie von der Maria-Schnee-Kirche in Reschitza zu kontaktieren, für den 19. Januar der griechisch-katholische Reschitzaer Pfarrer Ovidiu Pop, für den 20. Januar der Bokschaner griechisch-katholische Pfarrer Nicolae Tutaș, für den 21. Januar predigen und zelebrieren die beiden Bischöfe Pál und Mic während der Messe in der orthodoxen Kirche von Anina, ebenso sind beide Bischöfe am 23. Januar in der Hl.-Dreifaltigkeitskirche der Reschitzaer Neustadt angesagt. Für den 22. Januar muss man sich in der reformierten Kirche von Reschitza bei Pfarrer Adorján David anmelden, für den ökumenischen Gottesdienst in der Reschitzaer evangelischen Kirche am 24. Januar bei Pfarrer Walter Sinn und für die Abschlussveranstaltung am 25. Januar in der Bokschaner römisch-katholischen Kirche (Deutsch-Bokschan) beim hiesigen Pfarrer Alin Irimiciuc.
Erwin Josef Țigla
Erschienen in:
Allgemeine Deutsche Zeitung, 29. Jahrgang/Nr. 7011, Bukarest, Samstag, 16. Januar 2021, S. 5







