Am Montag Abend, dem 24. August, am Fest des hl. Apostel Bartholomäus, ein Engel ist in den Himmel gestiegen, zu Gott, dem Ursprung und Zweck jedes Elements der Schöpfung.Das Banater Bergland, die Gemeinde Temesch-Slatina mit ihrer Filiale Altsadowa, die Ortschaft Nermed, die gesamte kroatische (kraschowänische) Gemeinschaft, aber auch die gesamte Diözese Temeswar wurden durch die Nachricht vom Hinscheiden von Pfarrer Milan Mihai N. Sima wie versteinert, – er, der Priester, der Pfarrer, der Sohn, der Bruder, der Cousin, vor allem aber der Freund und die Freude vieler, vieler von uns. Denn siehe, Gott scheint es so gewollt zu haben… Er sah sich unten, auf der Erde um und suchte: welcher Mensch den Engeln besser ähnelt, wer fröhlicher ist, gutherziger, ja sogar athletischer, wer ein Fußballspieler ist – den wollte er zu sich nehmen, um seine Gegenwart im Himmel, in seiner Nähe zu genießen. Es ist für uns alle schwierig, unseren lieben Milan zum Himmel steigen zu lassen, aber es ist nicht unser Wille, sondern der Wille Gottes. Das Primiz-motto von Pfarrer Milan sagt uns heute, post-factum, Vieles: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden.“ ( Joh 4,34)
Pfarrer Milan Mihai N. Sima wurde am 6. Februar 1988 in Reschitz geboren und stammt aus einer sehr gläubigen Familie aus Nermed, die der Kirche bereits vier Priester gegeben hat. Er besuchte die Grundschule im Dorf Nermed und die der allgemeine Schule in Karaschowa. Später absolvierte er ein altes, berühmtes Gymnasium: das Pädagogische Lyzeum in Karansebesch. Anschließend wurde er mit seinem Cousin ersten Grades, Pfarrer Milan Mihai M. Sima, zum Priester berufen und absolvierte die Theologische Hochschule in Karlsburg. Er wurde am 6. Juli 2013 zum Priester geweiht, durch die Handauflegung des Bischofs Dr. h.c. Martin Roos, in der Domkirche zu Temeswar, die römisch-katholische St. Georgs-Kathedrale.
Seine Generation zählte nur für die Diözese Temeswar nicht weniger als fünf Priester, ein sechster Kollege wurde im selben Jahr zu einem anderen Datum zum Priester geweiht. Weil die Diözesen Temeswar und die Diözese Großbetschkerek Schwestern sind, genau wie die Diözese Szeged-Tschanad – denn alle drei, aus der alten Diözese Tschanad stammen – sandte Bischof Martin Roos den jungen Kaplan Milan Sima, zusammen mit seinen Kollegen, der Reihe nach, ins serbische Banat, um dort zu helfen, aber auch um Erfahrungen zu sammeln und die Realität von dort kennen zu lernen. So arbeitete Pfarrer Milan zwischen 2013 und 2014 in Novi Bečej/ Türkisch-Betsche, im serbischen Banat (Diözese Großbetschkerek), wonach er zwischen 2014 und 2015 in der Pfarrei Temeswar II Fabrikstadt, ebenfalls zum Kaplan ernannt wurde. Aufgrund des präkären Gesundheitszustands des gottseligen Pfarrer Virgil Fechetă († 2015) bat Bischof Martin Roos den jungen Kaplan Milan Sima, die schöne Gemeinde Temesch-Slatina in geistlicher Verwaltung zu übernehmen. Dort arbeitete er mit gesegneten Früchten von 2015 bis zu seinem Hinscheiden, zum Hause des Himmlischen Vaters, am 24. August 2020.
Er wurde überall geliebt, wo immer er ein- und ausging, wo er arbeitete oder sich mit uns allen freute: Er war warmherzig, zutiefst aufrichtig, immer mit einem freundlichen Wort und einem Lächeln für die Menschen um ihn herum. Er brachte sowohl den Alten, wie den Jungen Licht mit seinen Worten und besonders mit seinem Lächeln, ließ aber auch die erbauliche, spirituelle, feine, freundliche Zurechtweisung nicht außer Acht. Er freute sich mit den jungen Leuten, er spielte Fußball mit der gleichen Dynamik, mit der er lächelte, und war Teil der Priesterfußballmannschaft der Diözese Temeswar, aber auch des Landes, Mannschaft mit der er bei den Fußball-Europameisterschaften der Priester schöne Ergebnisse erzielte.
Aber es scheint, dass sein großes Herz, das alles für Gott und den Menschen geben wollte, das Herz eines Priesters nach dem Willen des Allerheiligsten Herzens Jesu, sich augenblicklich in einen Regen von Sternen am Himmel unserer Diözese verwandelte. Am Abend des 25. August empfing ihn die Kirche von Temesch-Slatina, einem gesegneten Ort, zum letzten Mal, inmitten der Gläubigen und Priestern, die ankamen, um den Pfarrer zu begrüßen, der zu schlafen und zugleich zu lächeln schien. Nach dem Rosenkranzgebet folgte um 19.00 Uhr das Requiem in Anwesenheit der trauernden Familie und Gemeindemitgliedern von Temesch-Slatina und Altsadowa. Der Hauptzelebrant war Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, Sohn des Dorfes, in Konzelebration mit Pfarrer Mihai Sima, Pfarrer von Orschowa, dem Onkel des verstorbenen Seelsorgers, zusammen mit Pfr. Mihai Titi Dumitresc, Erzdechant des Banater Berglands und Dekan von Severin und mehreren Priestern. Nach der Hl. Messe organisierten sich die Gemeindemitglieder von klein bis groß und nahmen die Totenwache, im Gebet, in der Kirche neben sterblichen Hülle des verstorbenen Pfarrers bis 8 Uhr morgens wahr. Schon am Abend haben unzählige Kerzen vor dem Pfarrhaus, aber auch dem Wege, der zur Kirche, am Hügel führt, entlang gebrannt. Viele Kerzen brannte auch vor der Kirche und begleiteten das Gebet der Gläubigen, die ganze Nacht hindurch. Am Ende der Hl. Messe, dankte Mihai Sima, Pfarrer von Orschowa, der Pfargemeinde für die Art und Weise, wie sie Pfarrer Milan liebten und bat einen jeden um Vergebung für Fehler oder Auslassungen, die der Verstorbene einem jeden Mitglied der Gemeinschaft hätte begangen können. Frau Bianca Moatăr lies nach diesem Moment ein schönes Gedicht vor, das den drei Priestern gewidmet ist, die in letzter Zeit aus Slatina zum Herrn gegangen sind: Pfarrer Virgil Fechetă, Pfarrer Martin (Cinu) Neagu und Pfarrer Milan Mihai N. Sima.
Sowohl der Generalvikar als auch der Erzdechant sprachen Beileidsworte, Ermutigende Worte für die Familie und für alle aus, die von diesem unerwarteten Tod betroffen sind, und betonten, dass in diesem Jahr ein junger Mann aus Temesch-Slatina, Ianăș Motolan, sein Theologie-Studium beginnt. Er wurde bis jetzt mit viel Liebe und mit dem schönen Beispiel des Priesterlebenes von Pfarrer Milan begleitet worden.
Am Morgen, dem 26. August 2020, wurde die sterbliche Hülle des im Herrn entschlaffenen in seinem Heimatdorf gebracht, und Temesch-Slatina blieb nach einem Moment des Gebets, unter der Leitung von Pfarrer Mihai Titi Dumitresc, für immer zurück. Unterwegs warteten die Gläubigen aus Slatina, mit brennenden Kerzen in den Händen, auf den Straßen, an denen Pfr. Milan zum letzten mal vorbeikam, dass sie ihren geliebten Seelenhirten zum letzten Mal auf dieser Welt, begrüßen.
In Nermed, seiner Heimatgemeinde, wurde der Pfarrer in der kleinen Kirche aufgebart, in der er getauft wurde, wo er Christus in der Heiligen Eucharistie empfing und wo er wahrscheinlich zum ersten Mal auch den Ruf zum priesterlichen Leben verspürte. Seine Exzellenz László Böcskei, Bischof von Großwardein, ein Sohn der Diözese Temeswar, kam, um der trauernden Familie Trost zu spenden und eine Hl. Messe für die Seele von Pfr. Milan zu zelebrieren, aber auch um Abschied zu nehmen. Während des Abends, um 19.30 Uhr, hat Pfarrer Mihai Sima zusammen mit Seiner Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar und bis vor kurzem Apostolischer Administrator von Großbetschkerek, aber auch mit mehreren Priestern, die Heilige Messe für die Seele von Pfarrer Milan zelebriert. Zu diesem traurigen Moment kamen junge Leute und Erwachsene aus dem Dorf, Freunde aus Temeswar und anderen Teilen des Banats. S.E. Bischof Martin Roos sprach am Ende der hl. Messe einige Trostworte seinerseits als emeritierter Bischof, aber auch seitens der Diözese Großbetschkerek, seitens des dortigen Diözesanbischofs, S. E. László Német, wo Pfarrer Milan ein Jahr lang arbeitete. In seinen einfachen Worten betonte Bischof Martin die Tatsache, dass der verstorbene Pfarrer eine soonige Gestalt für uns alle war: mit ihm lächelten wir, mit ihm erleuchtete sich unser Herz und unser Gesicht, er war immer guter Launen, hatte immer ein gutes Wort für uns alle, und – was auch sehr wichtig ist – er war für viele von uns ein besonders wahrer Freund.
Nach einer weiteren Nacht Totenwache folgte am nächsten Tag, dem 27. August 2020, der Beerdigungstag. Die Heilige Messe wurde um 11.00 Uhr, im Freien, im Innenhof des Pfarrgemeindehauses von Nermed, neben der Kirche zelebriert. Die Heilige Messe wurde von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, in Konzelebration mit S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof, mit Mihai Sima, Pfarrer von Orschowa und mit einer ganzen Reihe von Priestern aus der Diözese, aber auch aus der Erzdiözese Karlsburg und aus den Diözesen Großwardein und Sathmar, von denen viele Generationskollegen aus dem Seminar zelebriert.
In seiner Einführungsrede unterstrich Bischof Pál den Schmerz der gesamten Familie Sima, aber auch der gesamten Diözese, als Pfarrer Milan uns verließ. Die Worte des Bischofs brachten Erleichterung für den Schmerz und Anerkennung dieser treuen Familie, die aus ihrem christlichen Leben, durch ihren Glauben und mit viel Anstrengung, einen Priester erzogen hat und ihn unserer so oft und so stark geprüften Diözese schenkte.
Die Predigt wurde auf Kroatisch und Rumänisch gehalten – wie auch die hl. Messe – von Domherr Nikola Lauš, Kanzleidirektor der Diözese. Pfarrer Lauš, als Priesterkollege, aber auch als Mitarbeiter und sogar als Teamkollege in der Diözesanfußballmannschaft (wie auch in der Priester-Nationalmannschaft), sprach in seiner Predigt über das Primizmotto von Pfarrer Milan und schloss mit den Worten des Hl. Apostels Paulus ab: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.“ (2 Tim 4,7) Auch wenn uns das Rennen so kurz erschien, war Gott wahrscheinlich zufrieden mit dem Dienst des Dieners, seines Läufers, der in nur sieben Jahren priesterlichen Dienstes und nur fünf Jahren als Pfarrverweser schöne, gesegnete Früchte brachte.Am Ende der Heiligen Messe dankte Pfarrer Mihai Sima allen – Priestern, Gläubigen, Verwandten, Vertretern des Kreisrates von Karasch-Severin, der Vetreter des Bürgermeisterämter aus Temesch-Slatina, Karaschowa, aber auch allen, die Pfarrer Milan liebten und schätzten, für alles, was sie für ihn getan haben, wie auch für die Trostworte, die der trauernden Familie gesprochen wurden.
Das Beerdigungsgsritual wurde von Domherr Nikola Lauš auf Kroatisch geleitet, assistiert von den anwesenden Bischöfen und Priestern, aber auch von den Kantoren aus Nermed, Lupak, Karaschowa, Klokotitsch, Rafnik und Temeswar I. Innere Stadt, die mit einer traurigen Seele, aber mit unerschütterlicher Hoffnung auf die Auferstehung, die Lieder des alten Rituals zum Himmel erhebten. Unzählige Blumen, Kränze, Kerzen und Tränen führten Pfarrer Milan auf den Weg zum Friedhof seines Heimatdorfes. Es wurden Stationen gemacht und es wurde vor dem Hause seines Cousins, vor seinem Geburtshaus und am Dorfkreuz, an der Kreuzung der Straße nach Karaschowa und nach Klokotitsch gebetet.
Die sterbliche Hülle des jungen Priesters wurde auf den Friedhof seines Heimatdorfes gelegt, wie es sich ziemt, in der Nähe des Zentralkreuzes, in der Mitte des Friedhofs, wo er zusammen mit seinen Vorfahren, wie ein guter Hirte, die Auferstehung der Toten beim zweiten Kommen Christi erwartet.
Es werden gar nicht wenige Worte gesprochen oder geschrieben, und die traurigen rumänischen und kraschowänischen Lieder des Banater Berglandes können den Schmerz dieser vorübergehenden Trennung gar nicht beschreiben. Sie waren in den Herzen zu hören, sogar in den Radiowellen in der Hauptstadt des Banats, aber die Hoffnung auf die Wiedervereinigung im Lichte des Himmels fordert uns auf, nach vorne zu schauen. Und zusätzlich zu dieser christlichen Hoffnung müssen wir uns auch an den Beispiel der Natur und der Seelsorge des verstorbenen Pfarrers erinnern: lasset uns gut, freundlich, frohen Herzens, wirklich aufrichtig sein, aufeinander aufzupassen, wahre Freunde zu sein, genau wie er für uns war. Und dann wird er, der Priester mit dem fröhlichen Gesicht eines Engels, sich mit uns freuen, von oben über uns wachen und am Himmelstor auf uns warten, um uns in der Freude des himmlischen Vaters wiederzusehen. Möge Gott ihn an seinem Lohn in den Himmel teilhaben lassen!

R U H E  I N  F R I E D E N! 

Foto: Corina Bouda (Gruia), Răzvan Hodorog und Claudiu Călin

Übersetzung: Maria Lazar