Patriarch Bartholomäus I von Konstantinopel wird am 11. September d.J. eine Rede, am Kossuth-Platz in Budapest, halten, vor der Kerzenprozession, dem spektakulärsten Event des Internationalen Eucharistischen Kongresses.

Die auf der Insel Imbros lebende Gemeinde kannte den Jungen, der dem örtlichen Priester als Ministrant half als Dimitrios Archondanis. Später wurde er Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel…
In der Kirche, im Zentrum des Dorfes, die dem Heiligen Georg geweiht ist, sowie in den Kapellen, in den abgelegenen Teilen der Insel war Dimitros mit dem jungen Priester und Geistlichen, Pater Astoster unterwegs. Auf den schmalen Bergpfaden, im Regen, im Wind, auf einem Esel, von Gemeinde zu Gemeinde reisend, war der Junge für den Transport der heiligen Gefäße, der Messkelche verantwortlich. Es kam oft vor, dass der Priester die Glocke läutete und nur die beiden in der Kapelle anwesend waren.
Die Website orthodoxszemle.org erinnerte an das Zeugnis des Patriarchen, in dem er als die wichtigste Erfahrung seines Lebens die Erkenntnis erwähnte, dass „wir sind geschaffen – unser Leben haben wir von einem anderen erhalten, schließlich von Gott („alles stammt von Ihm“). In der Liturgie erfahren wir besonders die Gegenwart Gottes und unsere Berufung, in Gott zu leben („alles durch ihn“). Die Eucharistie bedeutet wort-wörtlich „Danksagung“, in der das Leben Gott sucht („alles Ihm“). Seine Motivation bei der Wahl der Priesterberufung bestand darin, die geheimnisvolle Gegenwart Gottes in der Liturgie immer wieder zu erleben. In seiner Weltanschauung ist das Fühlen, Verstehen, Leben und Gewissen des Christen, der in der wahren Gegenwart Gottes lebt, gegenwärtig.
Bartholomäus I. wird oft als „grüner Patriarch“ bezeichnet, der viel für die orthodoxe Einheit, den ökumenischen Dialog und den Umweltschutz tut. Er spricht sieben Sprachen: Griechisch, Türkisch, Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Latein. „Die Einheit der östlichen und westlichen Christen ist eine heilige Sache“, sagte der Patriarch. Für Bartholomäus I. ist klar, dass die Orthodoxie zu Europa gehört, was wir „westliche Zivilisation“ nennen. Die Orthodoxie ist keine separate östliche christliche Zivilisation in einem vereinten Europa.
Dieses Jahr, am 20. August, jährt sich das 21. Jubiläum, seitdem die Ostkirche den ungarischen König Stephanus als Heiliger anerkannt hat und ihn seitdem als solchen verehrte. Diesem Heiligen gelang es, eine alte Trennung von 1054 zu überbrücken, als Patriarch Bartholomäus I. von Konstantinopel, ihn, den ersten König des Hauses Árpád, am 20. August 2000 – und mit ihm – den ersten aus Konstantinopel gesandten Missionsbischof der Ungarn, den Hl. Hierotheos, der Kirchen und Klöster gründete und Sarolta, die Mutter von König Stephan taufte, zu Heiligen der orthodoxen Kirche proklamierte.
Der Patriarch las vor der Hl.-Stephans-Basilika in Budapest, während einer feierlichen Heiligen Messe, die Bulle der orthodoxen Kirche, die den Gründungskönig des ungarischen Staates, den Hl. Stephan, für heiliggesprochen erklärte. Die Geste des orthodoxen Patriarchen war außergewöhnlich, denn seit dem Großen Schisma von 1054 ist es nicht mehr vorgekommen, dass die orthodoxe Kirche einen Heiligen der römisch-katholischen Kirche heiliggesprochen hat. In Anerkennung dieser Geste erhielt der Patriarch das Großkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn und den Titel des Ehrendoktors der Katholischen Universität Pázmány Péter.
Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel genießt unter den fünfzehn unabhängigen orthodoxen Kirchen einen Ehrenrang. Die dem Patriarchen von Antiochia unterstellte Kirche von Byzanz wurde 330 unabhängig und bald die zweitwichtigste Kirche nach Rom. Ihre Oberfläche ist viel kleiner als ursprünglich, umfasst jetzt die Türkei, Nordgriechenland und einige griechische Mittelmeerinseln. Zu diesem Patriarchat gehören auch griechische Gemeinden, die in der Diaspora leben, beispielsweise die in Ungarn lebenden Griechen und die ungarischsprachigen orthodoxe Gemeinden mit byzantinischer Tradition. Zum Zeitpunkt der ungarischen Volkszählung 2011 erklärten sich 1.701 Menschen als orthodox.

Quelle: www.iec2020.hu

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