Interview mit Kata Lenzsér-Mezei, Authorin der repräsentativen Monstranz des Internationalen Eucharistischen Kongresses in Budapest

Das Generalsekretariat des Internationalen Eucharistischen Kongresses (IEK) hat eine Ausschreibung für die künstlerische Gestaltung und Produktion einer repräsentativen Monstranz des Kongresses ausgeschrieben. Den Wettbewerb gewann, mit einstimmiger Juryentscheidung, das Konzept der Architektin und Goldschmiedin Kata Lenzsér-Mezei. Die Monstranz wurde auch am „Forráspont“ Jugend-Tag 2019 der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die Journalistin Luca Dorottya Kaszab sprach mit Kata Lenzsér-Mezei.

– Du hast Architektur studiert und erst später, nach diesem Studium, bist Du zur Goldschmiedkust „übergegangen“. War das ein alter Traum von Dir oder eine plötzliche Entscheidung; dachtest mal dass du gut in diesem Handwerk sein würdest? Gefällt es dir? 
– Sicher ist es dass es keine Momententscheidung war. Auch den Architektenberuf fand ich sehr interessant. Als Absolventin konnte ich nicht genau sagen, was ich eigentlich wollte, aber es ist ein offener Beruf, der zu vielen Dingen passt. Während meiner Studienzeit ging ich mit einem Stipendium für eineinhalb Jahre nach Florenz und begann dort daran zu denken, dass ich neben Architektur auch einen handwerklichen Beruf suchen sollte. Ich machte meinen Universitätsabschluss, begann zu arbeiten, ging zu Zeichnen- und Malenkurse und fragte die Meister, wo ich sonst noch suchen könnte. So habe ich das Beruf eines Goldschmiedes gefunden. Ich habe zu Hause angefangen, den Beruf zu studieren, meinen OKJ-Abschluss zu Hause gemacht, aber zwischenzeitlich auch eine Schmuckdesign-Ausbildung an einer Modedesign-Schule in Mailand absolviert.

– Du hast den Reliquiar des Hl. Thomas Becket und die repräsentative Monstranz für den Internationalen Eucharistischen Kongress gemacht. Damit bist Du bereits ein Teil des kirchlichen Lebens geworden. Bringst Du das Christentum aus Deiner Kindheit mit, ist es mit jemandem verbunden oder ist es Dir, im Zusammenhang mit der Arbeit, nahe gekommen?
– Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen, zuerst brachten mich meine Großeltern in die Kirche und dann, nach dem Regimewechsel, kam die ganze Familie ebenfalls in die Kirche. Ich war schon als Kind mit den meisten kirchlichen Dingen vertraut, also ich bewegte mich nicht auf einem unbekanntem Terrain, als ich diese Jobs zu praktizieren anfing.

– Bei einem Komponisten oder Maler wissen wir Laien mehr über deren Arbeitsprozess, da er in vielen Filmen gezeigt wird. Vielleicht ist der Beruf des Goldschmieds für die breite Öffentlichkeit etwas misteriöser und sogar mystischer. Wenn man sich die Bilder von der Herstellung der Monstranz ansieht, sieht es sehr spannend aus. 
– Für kleinere Goldschmiedgegenstände und Schmuck reicht eine Werkstatt. Bisher habe ich die meiste Arbeit hier alleine gemacht. Das war schon eine Arbeit anderer Größenordnung, hier mussten mehrere Werkstätten und Berufe involviert sein, deshalb war es so komplex und irgendwie neu für mich. Als Architekt arbeiten wir ständig mit mehreren Werkstätten und Ingenieuren zusammen, dies war nun aber auch im Goldschmiedeberuf gefragt. Um den äußeren, tragenden Teil der Monstranz herzustellen, musste ein Schlosser gefunden werden, der ein Edelstahlobjekt dieser Größe zusammenstellen konnte. Da dies der größte Teil ist, habe ich damit angefangen. Wir arbeiten immer von groß nach klein, um genau zu sein. Der silberne Kern der Monstranz hat auch eine wirklich schwere Stahleinlage, die die Monstranz nicht umkippen läßt. Auch diese musste der Schlosser vorbereiten. Als dieser Bestandteil fertig war, habe ich es hereingebracht, und erst jetzt habe ich mit der Silbermonstranz angefangen. Das habe ich teilweise hier in meiner Werkstatt in Budapest, teilweise in einer Silberschmiedewerkstatt in Zalacsány gemacht. Ich bin ein paar Monate lang ziemlich viel zwischen Budapest und Zalacsány gependelt. Es wurden noch andere Werkstätten in Budapest impliziert, wie die Galvanik, wo die Teile versilbert und vergoldet werden können, ein Graveur und ein Glasmacher. Die sog. gläserne „Glorie“ und anderes Glaszubehör wurden nach meinen Plänen hergestellt, jedoch in Glashütten, da es sich um einen eigenen Beruf handelt. Aber auch der Glasmacher konnte erst dann arbeiten, als wir mit dem Silber- und Stahlgestell fertig waren; dann konnte er die einzelnen Stücke schleifen. Aufgrund der präzisen Platzierung und Fixierung der Glasträgerprofile war es dann notwendig, in die Schlosserwerkstätte zurückzukehren. Es war ein sehr intensives halbes Jahr.

– Eine letzte Frage: gibt es einen Teil der Monstranz, der Ihnen spirituell, emotionell so stark verbunden sind, dass Sie ihn auch dann nicht ändern würden, wenn dies Ihnen jemand verlangen würde? 
– Das Konzept war mir von Anfang an sehr wichtig. Mein Ziel war es, dass die Monstranz, bei ihrer Fertigstellung, eine Einheit bilden soll. Dabei verhelfen die verwendeten Motive, die Bearbeitung, das Skizzieren. Und die Quelle! Sie entspringt vom Sockel und zeigt nach oben, zum Sakrament hin, das Auge dorthin führend, wo der Sakramentträger selber ist; es öffnet ihn und umgibt ihn. Es war mir wichtig, diese Idee stets beizubehalten, zu verfolgen. Und es blieb… Ich musste nicht viel dafür kämpfen. Alle anderen verstanden meine Idee leicht.

Interview geführt von Frau Luca Dorottya Kaszab für die Homepage: www.iec2020.hu

Quelle: www.iec2020.hu Übersetzung ins Deutsche: Pressebüro der Diözese Temeswar/ Maja Lazar